B20-Fahrverbot: Lkw nachts raus aus Laufen!

+
Einer der neuralgischen Punkte: Die B20 in Laufen an der Abzweigung in Richtung Altstadt und Oberndorf.
  • schließen

Laufen - Bis zur Ortsumfahrung will man nicht mehr warten: Die Stadt will Lkw in der Nacht von der innerstädtischen B20 verbannen. Ob der Plan aufgeht, bleibt aber fraglich.

Zu viel Lärm, zu viel Feinstaubbelastung: Die Grünen im Laufener Stadtrat wollten den durchrauschenden Lkw nachts auf der B20 nicht länger zusehen. Zwischen 22 und 6 Uhr sollte ein Nachtfahrverbot für Brummis über zwölf Tonnen her. Und auch wenn viele Widerstände zu befürchten sind: Die Räte folgten dem Antrag in der Sitzung am Dienstag und stimmten mehrheitlich zu.

Das Verbot soll nur den Durchgangsverkehr betreffen, Ziel- und Quellverkehr dürfte also weiter über die B20 in Laufen düsen. Doch trotz der überwiegenden Mehrheit von 14:4 Stimmen hatten viele Stadträte Bedenken: "Wer soll das kontrollieren? Der Pole oder Tscheche fährt doch eh einfach nach Navi - und bei den Nachbargemeinden schaffen wir uns damit auch keine Freunde." Rosmarie Hainz bemängelte außerdem: "Die 45 Kilometer Umgehung sind auch nicht unbedingt ökologisch."

Ob auch die Verkehrsbehörden zustimmen? Fraglich

Und tatsächlich: Bürgermeister Hans Feil hatte bei diesem Thema schon vor Längerem die Fühler ausgestreckt und sich bei den Behörden erkundigt. Die Einwände aus den Ämtern klangen ganz ähnlich. Die Umfahrung sei zu weit  und könnte den Brummifahrern nicht zugetraut werden. Außerdem müssten zuerst Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden, hieß es aus München. Vom Staatlichen Bauamt in Traunstein hieß es, dass ein Nachtfahrverbot für Lastwagen nur in Frage käme, wenn Anwohner und Umwelt gefährdet seien - außerdem erinnerte man daran, dass die B20 eine "wichtige Verkehrsader sei". Schließlich würde auch die Nachbargemeinde Kirchanschöring mehr Verkehr befürchten, so Feil.

"Bei anderen Bundesstraßen geht sowas doch auch. Wir müssen's probieren und lästig sein", so Werner Eckl stellvertretend für viele andere Stadträte. Das letzte Wort wird in diesem Fall also nicht der Laufener Stadtrat haben, sondern die Straßenverkehrsbehörden.

Weiterer Antrag: Keine Durchfahrt von Landratsstraße zu Marienplatz

Auch "Die Linke" versuchte mit einer weiteren Initiative, den Verkehr in Laufen zu drosseln. Der Antrag von Werner Eckl sah vor, von der Landratsstraße nicht mehr zum Marienplatz durchfahren zu können - probeweise auf einige Monate. Mit Blumentrögen oder anderen Hindernissen sollte der Durchgangsverkehr an diesem Nadelöhr unterbunden werden.

Vor allem als Abkürzer von der B20 in Richtung Oberndorf würde die Pflasterstraße vorbei am Rathaus missbraucht - "einem Anwohner wird da regelmäßig ein Hauseck weggefahren. Außerdem könnte man so den sonntäglichen Semmeltourismus einschränken, der verkehrsmäßig sowieso völliger Nonsens ist", so Eckl.

Der Haken an der Sache aus Sicht von Bürgermeister Feil und einigen weiteren Stadträten: "Der Verkehr auf der Landratsstraße könnte dann erst recht umso mehr werden, weil sie die einzige Zufahrt zur Rottmayrstraße wäre." Die Zufahrt vom Marienplatz wäre schließlich versperrt. Auch das Ordnungsamt hatte verkehrs-, verwaltungs- und brandschutztechnische Bedenken - mit 13:5 Stimmen lehnten die Stadträte Eckls Idee schließlich ab.

xe

Zurück zur Übersicht: Laufen (Salzach)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser