Asylbewerber: Stadt Laufen braucht Hilfe!

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Als Experten am Freitag in der Salzachhalle: Florian Kosatschek (Geschäftsbereichsleiter für Bauen und Umwelt am Landratsamt), Karlheinz Heinrich (Leiter der Ausländerbehörde am Landratsamt), Magdalena Ruhland (Juristin beim Landratsamt), Siegfried Zuhrer (Amtsbereichsleiter für Soziales am Landratsamt) und Barbara Paiva (Helferkreis Laufen).
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Laufen - 23 Flüchtlinge verteilen sich auf die Stadt - aber es werden mehr. Man sucht daher weiter händeringend nach Quartieren: "Ohne die Helfer wären wir vollkommen aufgeschmissen!"

"Informieren, zusammenführen, Lücken schließen und vermitteln" - das war der Ansporn für die Stadt Laufen am Freitag zu einer Veranstaltung über Asylbewerber in die Salzachhalle zu rufen. Rund 80 Bürger der Stadt, unter ihnen auch einige Asylbewerber, fanden sich ein. Es stellte sich heraus, dass man weiterhin händeringend auf der Suche nach Flüchtlingsunterkünften ist: "Es bedarf Aller, diesem wichtigen Thema gerecht zu werden", so Geschäftsleiter Christian Reiter, der durch die Diskussion führte.

Rund 500 Asylbewerber verteilen sich momentan über den Landkreis, etwa 1000 könnten es bis Jahresende werden. Laufen hat mit 23 Flüchtlingen vergleichsweise eine geringe Last zu stemmen: Sieben Kurden, vier Nigerianer, fünf Afghanen, drei Eritreer, vier Palästinenser. Untergebracht sind sie dezentral in Wohnungen, wie bei einem Leobendorfer Landwirt: "Für mich war das ein Sprung ins kalte Wasser", erzählt er. Doch er bereut den Schritt nicht.

Leute wie ihn braucht Laufen. Ein weiteres Haus in Leobendorf hat die Stadt noch in der Hinterhand. Es ist dem Landratsamt bereits gemeldet, voll möbliert und könnte ein Heim für zehn bis 14 Personen schaffen: "Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen, sonst hätten wir keine Chance", so Karlheinz Heinrich von der Ausländerbehörde des Landratsamtes. Mit seinem Apell versuchte er gleichzeitig, mögliche Bedenken auszuräumen: "Da sind ganz g'fierige Leut' dabei!"

"Ohne Caritas und Helferkreis wären wir vollkommen aufgeschmissen"

Geschäftsleiter Reiter und Zweite Bürgermeisterin Brigitte Rudholzer, die den erkrankten Hans Feil vertrat, dankten vor allem dem Laufener Helferkreis, der sich den Flüchtlingen in der Stadt annimmt: Deutschkurse und den Schulbesuch organisieren, Behörden- und Arztbesuche erleichtern und schlicht "Hilfe zur Selbsthilfe" leisten - das haben sich die Helfer um Barbara Paiva auf die Fahnen geschrieben. Auch Siegfried Zehrer, Amtsbereichsleiter "Soziales" des Landratsamtes, würdigte deren Arbeit: "Ohne Caritas und Helferkreis wären wir vollkommen aufgeschmissen."

Schleusung! Vorsicht vor Ausflügen nach Österreich

Eine ganze Reihe an Bürgerfragen konnten die Experten von Stadt, Helferkreis und Landratsamt schließlich noch klären: Flüchtlinge können gemeinnützige Arbeit verrichten, wenn damit kein anderer Arbeitsplatz gestrichen wird. Stundenlohn: 1,05 Euro. Außerdem wurde angeregt, in Bildungswerken und Volkshochschulen mehr über die Herkunftsländer der Asylsuchenden zu unterrichten - auch ein Vortrag "Umgang mit traumatisierten Personen" könnte den Einheimischen nicht schaden.

Das Landratsamt betonte außerdem, dass die Residenzpflicht inzwischen abgeschafft wurde: "Die Asylbewerber dürfen sich nun prinzipiell im ganzen Bundesgebiet aufhalten, sind nicht mehr an den Landkreis gebunden - auch wenn sie natürlich kurzfristig für die Behörden greifbar bleiben sollten." Nur vor einem Ausflugsziel wurde ausdrücklich gewarnt: "Machen Sie mit den Flüchtlingen keine Ausflüge nach Österreich! Sonst droht Ihnen eine Anzeige wegen ,Beihilfe zur unerlaubten Einreise'."

Fotos: Asylbewerber-Info in Laufen

xe

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