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Protestaktion von Klimaaktivsten

Klimakleber blockieren Nordbahn des Münchner Flughafens

Klimakleber blockieren Nordbahn des Münchner Flughafens

Szenen wie aus Aktion-Film am Laufener Amtsgericht geschildert

Zeitsoldat verfolgt und stoppt jungen Autofahrer aus Piding: „Wir hatten Angst und sind weg“

Es war 12 Uhr als zwei Autofahrer bei Weißbach und Marzoll aneinander gerieten. Ein 32-jähriger Zeitsoldat soll dreimal versucht haben, einen jungen Fahrer aus Piding zur Rede zu stellen, nachdem dieser ihm zu dicht aufgefahren sei. Der Zeitsoldat hätte wegen Nötigung 2500 Euro zahlen sollen, legte aber Einspruch ein.

Laufen - Durchs Leopoldstal waren der junge Mann aus Piding und seine 20-jährige Freundin aus Ainring in Richtung Norden gefahren. Vor ihnen ein Zeitsoldat mit einem Kameraden auf dem Beifahrersitz. „Er ist die ganze Zeit nahe aufgefahren und hat gedrängelt“, behauptete der Angeklagte über seinen Hintermann. Bei der engen Kurve an der Obermühle soll er ihn dann sogar für den 32-jährigen genug, stehen zu bleiben und auszusteigen, um den Lenker „zur Rede zu stellen“.

„Ohne Grund“, berichtete die Zeugin, „wir sind ganz normal gefahren.“ Gehupt habe ihr Freund erst, als der Vordermann auf der Fahrbahn stehen geblieben war. „Der ist voll aggressiv ausgestiegen“, so die Ainringerin weiter, worauf man das eigene Auto verriegelt habe. „Dann hat er voll auf die Scheibe geschlagen. Wir hatten Angst und sind weg.“

Verfolgungsjagd beginnt

„Ich bin hinterher“, schilderte der Angeklagte das weitere Geschehen, als das junge Pärchen „extra“ nach rechts in Richtung Weißbach abgebogen war. „Er hat uns dann im Dorf überholt und hat wieder abgebremst“, so die Zeugin weiter. Daraufhin habe man gewendet und sei davongefahren. „Wir dachten, jetzt ist er weg.“ Doch wenig später kam ihnen der Wagen des Soldaten entgegen. „Er ist zur Mitte gefahren und wir dachten, der fährt uns jetzt komplett rein.“ Ihrem Freund am Steuer sei nur noch geblieben, auf die angrenzende Wiese auszuweichen und davon zu fahren.

Schließlich verständigte das Pärchen die Polizei. „Es war wohl ein Rennen ‚wer zeigt wen zuerst an‘“, spekulierte Rechtsanwalt Andreas Penzkofer über „Provokation“ und „Gegenprovokation“, denn einen Grund müsse es doch geben, dass sein Mandant den Fahrer zur Rede habe stellen wollen. Das bestätigte der 29-jährige Beifahrer des Angeklagten, ebenfalls Zeitsoldat. „Er hat mehrfach in den Rückspiegel geschaut, weil der andere so nah aufgefahren ist.“

Nach dem Aussteigen sei der junge Hintermann so losgefahren, dass sein Kamerad zur Seite habe springen müssen. Der ist weder vorbestraft, noch hat er einen Eintrag im Fahreignungsregister. Auch Rechtsreferendarin Nadine Kürschner vermutete einen „Grund“ hinter der Aktion, weshalb sie die 50 Tagessätze aus dem Strafbefehl auf 45 reduzierte. Die Tagessatzhöhe wollte sie bei 50 Euro belassen. „Jeder hat falsch reagiert“, bilanzierte der Verteidiger, der 20 Tagessätze à 40 Euro für „völlig ausreichend“ hielt.

Richter Christian Daubner, der zuvor angedeutet hatte, man könnte hier durchaus von zwei „tatmehrheitlichen Fällen“ der Nötigung ausgehen, entschied auf 35 Tagessätze à 55 Euro, in Summe also 1925 Euro. Von einem Fahrverbot sah der Strafrichter ab. „Das Ganze war keineswegs harmlos“, bekräftigte Daubner zum Schluss, wollte bei dem Angeklagten aber doch Einsicht erkennen.

hhö

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

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