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Nackter Hitler am Strand

Mann aus Anger verschickt „lustiges Bild“ in WhatsApp-Gruppe - Verurteilung am Laufener Amtsgericht

Justitia
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Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Wegen eines in eine WhatsApp-Gruppe verschickten Bildes stand ein 30 Jahre alter Mann aus Anger in Laufen vor Gericht.

Laufen/Anger - Der 30-jährige Industriearbeiter will sich nichts dabei gedacht haben. Er selbst hatte dieses Bild bekommen und es innerhalb seiner WhatsApp-Gruppe weitergeschickt. „Ich hab’s lustig gefunden“, erklärte der Mann aus Anger im Laufener Gerichtssaal. Dort saß er, weil er gegen einen Strafbefehl über 5250 Euro Einspruch eingelegt hatte. 

Der Vorwurf: Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Verschickt hatte er ein Bild vom Strand, das einen am Bauch liegenden nackten Mann mit dem Gesicht Adolf Hitlers zeigt. Allerdings nicht den echten Diktator, sondern einen Schauspieler aus einem einschlägigen Film. Quer im Bild der Text: „Langsam braun werden. Sommer in Sachsen.“ 

„Das könnte auf die politische Situation in Sachsen anspielen“, meinte Richter Christian Daubner, der wissen wollte, was der Angeklagte sonst noch so poste. „Lustige Schnappschüsse, nichts Rechtes“, beteuerte dieser und betonte, es gehe ihm nur um den „Spaß“, den er mit den rund hundert Mitgliedern seiner Gruppe teilen will. Laut Rechtsanwalt Hans-Jörg Schwarzer war dieses Bild aus dem Gruppenchat ein „Zufallsfund“ im Rahmen anderer Ermittlungen. 

Was folgte war ein Strafbefehl über 70 Tagessätze zu je 75 Euro. Und der Einspruch. „Das Ganze liegt drei Jahre zurück und ist wirklich nicht extrem“, warb der Verteidiger um eine maßvolle Behandlung. Schwarzer regte schließlich die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage vor, denn eine Verurteilung wäre „wirklich eine Bremse“ für seinen Mandanten.

Nach Rücksprache mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Staatsanwaltschaft einigten sich alle Beteiligten auf 2500 Euro zugunsten „Amyna e.V.“, einem Verein, der sich der Prävention sexuellen Missbrauchs widmet. Die Zahlung muss bis Ende des Jahres erfolgt sein.

höf 

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