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Urteil

Salafistenprediger Sven Lau muss fünfeineinhalb Jahre in Haft

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Konzept zur Stadtentwicklung falsch eingefädelt

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Freilassing - Viel Kritik hagelte es für die Verwaltung der Stadt Freilassing im Bezug auf die Stadtentwicklung. Man habe sich zu wenige Gedanken über ein geeignetetes Konzept und die Kosten gemacht, so der Vorwurf.

„Es wurde wieder falsch begonnen und das Pferd von hinten aufgezäumt.“, betonte Bert Enzinger im letzten Info-Abend, der kürzlich für die Mitglieder der FWG Heimatliste abgehalten worden ist. „Über die Entwicklung der Stadt Freilassing im Rahmen eines Gesamtkonzeptes nachzudenken, ist sicherlich sinnvoll und wichtig. Aber ich muss mir doch als Verwaltung die Eckpunkte der Untersuchungen vorher beim Bürger erfragen, um dann einem Fachbüro die gesammelten Werte als Vorgaben zu übermitteln. Und das Ganze darf nicht umgekehrt wie jetzt erfolgen.“ Ferner kritisierte der FWG-Vorsitzende die beachtlichen Kosten, die für dieses Gesamtkonzept notwendig werden, was bereits im Ansatz ersichtlich ist. Der Kritik schloss sich Wolfgang Wagner mit den Hinweis an, dass bis heute die kostenlose Energieberatung im Rathaus nicht wieder aufgenommen worden ist. „Ich und meine Berufskollegen würden sich wiederum für die Bürger ehrenamtlich zur Verfügung stellen.“, versprach der Bezirkskaminkehrermeister.

Das Eis war sehr dünn, auf dem sich die Befürworter eines Hackschnitzelheizkraftwerkes in Freilassing stolz bewegt haben. In Kürze wären sie eingebrochen und untergegangen. Dieser Überzeugung ist Wolfgang Wagner und wird allseits in seiner Meinung bestätigt. So präsentierte er eine Stellungnahme des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg vom Oktober vergangenen Jahres zum Projekt Biowärme Gräfelfing, in dem deutlich zu lesen ist, dass in Oberbayern derzeit über 45 Biomasseheiz(kraft)werke betrieben werden, wobei schon jetzt die erforderlichen Brennstoffmengen nicht mehr in vollem Umfang aus den örtlichen Quellen bedient werden. Weiter erinnerte er an eine Studie von EPEA Internationale Umweltforschung GmbH unter dem Titel: „CO2-Speicherung und Wertschöpfung – Holznutzung in einer Kaskade“ vom Mai 2009, worin bereits damals dargestellt worden ist, dass in den Jahren 2010 bis 2020 in Deutschland die Verwendung von Holz das Aufkommen bei weitem übertrifft. Ferner sind die Leitungsverluste deutlich höher als immer wieder prognostiziert und so nicht hinnehmbar. Zu dieser Erkenntnis verhalf den Freilassingern dankenswerterweise ihr Nachbar Ainring, stellte Wagner fest. „Wir Freien Wähler haben immer betont, dass vorrangig Energieverbrauch durch Einsparung vermieden und dann über eine Restversorgung ortsnah nachgedacht werden muss. Und dafür wurden wir als Lügner beschimpft und ausgelacht. Trotzdem wollen wir weiter unsere Bürger in Energiefragen informieren und beraten, ergänzte der Bezirkskaminkehrermeister. „Ich und meine Berufskollegen wollen unsere Arbeit kostenlos im Rathaus fortführen, die damals im Wettstreit unterbunden worden ist.“, versprach Wagner. Im Seniorenbüro könnten wir Interessierte fachlich beraten und ihnen Hilfestellung geben. Die FWG-Fraktion wird im Stadtrat einen Antrag einbringen, dass die Möglichkeit einer Fachberatung wieder eröffnet wird. Sollte dem Antrag nicht stattgegeben werden, will der Arbeitskreis Energie eine eigene Beratungsmöglichkeit suchen und den Freilassinger Bürgern anbieten. Zusätzlich plant die FWG Heimatliste einen Informationsabend zum Thema: „Energiewirtschaft in Freilassing“, zu dem gesondert eingeladen wird.

Nicht vom Wetter, sondern über die Vorgehensweise der Stadt in Sachen „Gesamtkonzept Stadtentwicklung“ sichtlich verschnupft, äußerte sich Bert Enzinger. „Es kann doch nicht sein, dass ich ein hochdotiertes Fachbüro ins Blaue beauftrage, ohne diesem den Auftragsumfang klar zu definieren. Vor diesem Schritt müssen doch die Freilassinger befragt werden, wie sie sich die Entwicklung ihres Heimatortes vorstellen. Die Fragestellung hätte unter anderem beinhalten müssen, ob die Stadt weiter wachsen bzw. ob mehr Wirtschaftsförderung betrieben werden soll. Ferner wäre eine Antwort zu suchen gewesen, ob Freilassing sich mehr zu Salzburg öffnen oder ihr Ziel in der eigenen Kraft finden soll. All diese Fragen sind offen und wären aber Grundlage für das Stadtentwicklungkonzept. Die Einzelheiten könnten dann von den Fachleuten ausgearbeitet werden. Zusätzlich blieben die veranschlagten Kosten für das Gesamtkonzept dem FWG-Vorsitzenden im Halse stecken. „Bei der prognostizierten Finanzsituation für das Jahr 2011 dürfte die Summe von mehreren hunderttausend Euro nicht vertretbar sein.“, betonte Enzinger. „Und das ist erst der Anfang, zumal das Konzept auch Forderungen aufwirft, die umgesetzt werden müssen. Sonst wäre die Arbeit der Planer ja sinnlos.“ Als Unternehmensberater könne er diese Vorgehensweise nicht nachvollziehen, wobei er sich aber einer Mitwirkung nicht verschließen würde.

Auch Hias Kreuzeder versteht die Welt nicht mehr. Er erklärte sein Unverständnis auf Drängen wie folgt: „Da hat Freilassing einen weltweit tätigen Unternehmer unter seinen Bürgern, der Investitionen auf Jahrzehnte in einem Nachbarort vornimmt, weil er in seiner Heimat nicht zu Wort kommt. Der Name „Max Aicher“ in Inzell hat mich schon sehr betroffen gemacht.“ Dazu erinnerte der ehemalige Bundestagsabgeordnete, dass Freilassing bei der Lokwelt eine Montagehalle besitzt, die aus Kostengründen nicht ausgebaut werden kann. „Was wäre so falsch, wenn das Gebäude nach Fertigstellung „Max-Aicher-Stadthalle“ benannt werden könnte.“, stellte Kreuzeder klar. „Der Unternehmer ist immerhin ein Kind unserer Stadt und hat den Ort durch seinen Firmensitz weltweit bekannt gemacht.“

Pressemitteilung FWG Heimatliste

Rubriklistenbild: © dpa

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