Die Au schützt vor Hochwasser

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“: Dipl.Ing.Kaspar Müller und Edeltraud Rilling sowie Erich Prechtl vom Bund Naturschutz der die Besonderheiten der Saalachau erläutert.

Freilassing -Ein sinnvoller Hochwasserschutz ist ohne die Auwälder kaum möglich, zeigten sich nun mehrere Umweltpolitiker und -aktivisten überzeugt. 

Die Jahrhunderthochwasser häuften sich in den letzten Jahrzehnten. Die Schäden für Mensch und Natur werden immer größer. Flußanliegerkommunen müssen ihrer Verantwortung nachkommen, dürfen aber vom Freistaat nicht alleine gelassen werden. 

Ein sinnvoller Hochwasserschutz sei nur mit der „Au“, den Auwäldern als Retentionsfläche möglich, deshalb müssen die Schutzdämme vielerorts sinnvoll verlegt werden. Ebenso dringend sei es, vorhandene Brücken- und Gleisanlagen auf einen hochwassertauglichen Stand zu bringen, forderten nun lokale Umweltpolitiker. 

Edeltraud Rilling freute sich, die sachkundigen Führer der Begehung, Erich Prechtl vom Bund Naturschutz sowie den Forstwissenschaftler Dr. Bernard Zimmer begrüßen zu dürfen. 

Die Au ist mehr als ein Naherholungsgebiet 

Die Au sei nicht nur ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Freilassinger Bevölkerung sondern sie ist auch ein hochwertiger Lebensraum für Flora und Fauna. Die Auen sollten eine ihrer ursprünglichen Funktionen wieder übernehmen, nämlich den Hochwasserschutz. 

Rilling erinnert sich als langjährige Freilassinger Stadträtin noch sehr gut an den Kampf um die Wiederbelebung des Mittergrabens und den Beginn einer Qualitätsoffensive für die Au. „Hochwasserschutz und die Freilassinger Au stehen deshalb weit oben auf meiner persönlichen Agenda für die nächste Legislaturperiode und entsprechend intensiv werde sie sich diesen Themen widmen“, kündigte Rilling an. 

Kurzweilig erläuterte Erich Prechtl die Entstehungsgeschichte der heutigen Au. Er zeigte so ganz nebenbei eine Frühlingserwachende, unter den Alpenflüssen einzigartige, alpengeprägte Auenflora. Er verwies auf die früheren Flussläufe im vorletzten Jahrhundert, vor den ersten Eingriffen als diese noch direkt an der Hangkante Freilassings vorbeiführten. Er zeigte die Fehlentwicklung bei der Wasserkraftnutzung am Fluss auf, die der Saalach das Geschiebe raubte und so zur Eintiefung des Flussbettes mit einer damit verbundenen Grundwasserabsenkung führte. Er enthüllte anschaulich die Schwachstellen bei der Eisenbahnbrücke und an der Uferverbauung. 

Beim letzten Hochwasser, als die Wassermassen der Saalach in ihrem Bett keinen Platz mehr fanden, „erinnerte“ sich der Fluss an seine alten Wege. Flussbegradigungen, die intensive Besiedelung, eine entsprechende Versiegelung und der spürbare Klimawandel führen zu vermehrten Hochwässern an den Flüssen, mit all den gravierenden Folgen, so Prechtl. Verantwortung übernehmen „Hier müssen nun auch die Kommunen Verantwortung übernehmen“, fordert Pidings dritter Bürgermeister, Dr. Bernhard Zimmer. Es reiche nicht nur den technisch-baulichen Hochwasserschutz im Auge haben, sondern man müsse vielmehr auch die ursprüngliche Leistungsfähigkeit der Auwälder wieder in die Planungen des Hochwasserschutzes einbeziehen, fordert der Forstwissenschaftler.

Baumarten der Auwälder an Überflutungen angepasst  

Die Baumarten und Strukturen der Auwälder sind nicht nur an die regelmäßige Überflutung angepasst, sondern es sind besonders ökologisch hochwertige aber auch sehr produktive Lebensgemeinschaften, die es im Sinn einer nachhaltigen Entwicklung zu nutzen gilt. Diese Umwandlung könne aber nur im Konsens mit den Eigentümern und Nutzern der Flächen geschehen. Hier könne er sich auch eine staatliche Hilfe vorstellen, nach dem Motto: „Wer schützt, dem nützt’s“. 

Öffentliche Geld für gemeinwohlorientierte Leistung

Hochwasserschutz, so der Forstwirt. Stadt- und Kreisrätin Elisabeth Hagenauer sieht die Rolle der Kommunen als Mittler zwischen Grundeigentümern und den für Naturschutz und Hochwasserschutz zuständigen Stellen. Zudem müssen diese auch bei laufenden Verfahren, wie dem Neubau der Eisenbahnbrücke oder des dritten Gleises die Problematik des Hochwasserschutzes überprüfen und die Planung gegebenenfalls überarbeiten. Edeltraud Rilling sieht es als wichtige Aufgabe endlich die Überschwemmungsgebiete und Retentionsräume zu schaffen, die allerorts gefordert werden und, die der amtierende Freilassinger Bürgermeister bereits vor 13 Jahren in der Saalachresolution unterschrieben hat. Sowohl in Freilassings Süden, aber auch im Norden gäbe es hierfür geeignete Flächen.

„Selbstverständlich gehören dann aber auch die derzeitigen Dämme an die Randbereiche der Au verlegt“, so Rilling.

Wolfgang Fieweger

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