Kunst am Fluss: Bauzaun bunt statt grau

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Für seine Mühe und den Idealismus dankte Bürgermeister Hans Eschlberger (links) dem ehrenamtlichen Restaurator der Gemälde, Dr. Wolfram Noreisch, und überreichte ein kleines Präsent.

Ainring/Hammerau - Wiedereröffnung der Ainringer Kunstmeile an der Saalach: die Feierstunde war ein kulturelles Ereignis bei strahlendem Sonnenschein.

Beim ersten anhaltenden Sonnenschein nach schweren Unwettertagen wurde die Kunstmeile am Hammerauer Saalachsteg dem Publikum wieder zugeführt. Mit großer Freude über die gelungene Sanierung, die nahezu ein halbes Jahr beanspruchte, begrüßte die Vorsitzende des Kulturvereins Ainring, Ulrike Sievers, die zahlreich erschienenen Ehrengäste. Sie alle bekundeten durch ihr Kommen der geleisteten Arbeit Respekt und auch Dankbarkeit für den ehrenamtlichen Einsatz aller Beteiligten an diesem Projekt.

1. Bürgermeister Hans Eschlberger hob in seinem Grußwort einen Namen in besonderer Weise hervor: den ehrenamtlichen Restaurator Dr. Wolfram Noreisch. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass alle Bürger, Besucher, Gäste und Kunstinteressierte den gelebten Gemeinschaftssinn erfahren dürfen. Eschlberger hob hervor, dass diese Kunstmeile nur deshalb entstehen konnte, weil „Künstler unserer Heimat aus eigenem Antrieb und ohne materiellen Lohn mit ihrer Schaffenskraft aktiv wurden, um uns allen mit ihren Bildern Freude zu machen“.

Fotos von der Einweihung:

Kunstmeile an der Saalach wieder eröffnet

Bedauerlicherweise waren seit der Erst-Installierung der Objekte vor zehn Jahren die durch Witterungseinflüsse bedingten Schäden so groß geworden, dass eine intensive Restaurierung eines Großteils der Exponate notwendig wurde.

Den Initiatorinnen dieses mutigen Vorhabens, der 2. Bürgermeisterin Gabriele Noreisch, und der sehr kunstinteressierten und begeisterten Evelyne Aicher ist es zu verdanken, dass ein wenig einladender Werkzaun zur Annahütte zum künstlerischen Willkommensgruß der Gemeinde Ainring geworden ist. Eveylne Aicher, Frau von Bauunternehmer Max Aicher, setzte mit dem Ankauf eines Bildes von Angerer d. J. den Beginn der Open Air-Sammlung. Das dargestellte Motiv ist eine Verbindung von Materie und Mensch, von Eisen/Stahl und Natur.

Verbindende Kraft

Beide Bürgermeister betonen immer wieder, dass der neu gestaltete Hammerauer Steg zwischen den Gemeinden Ainring und Wals-Siezenheim ein wichtiges Bindeglied darstellt. „Das Verbindende dieser Europabrücke lässt Raum für künstlerische Freiheit, denn so definiert sich Kunst als verbindende Kraft für die europäische Kulturgemeinschaft“, betonte Eschlberger.

Der Alpenschamane David Ho Zehnter aus Feldkirchen übernahm als Religionspädagoge und Maler die kleine Führung der kunstgeprägten Objekte, indem er die einzelnen Originale der Kunstmeile den interessierten Gästen erklärte. Die vielen Details, oft zunächst unbedeutend für den Laien, eröffneten im Erzählen den Zusammenhang von realistischer Begebenheit und kreativer Umsetzung.

Nicht nur Restauriertes stand im Mittelpunkt. Der Künstler Peter Enzinger setzte mit einer erneuerten Arbeit für die Kunstmeile in prallen Spätsommer-Farben der heimischen Moorlandschaft und ihrer Bockerlbahn ein leuchtendes Denkmal.

Schüler brachten sich mit ein

Und dann hatten die Schüler/-innen der Klasse 7b der Mittelschule Mitterfelden ihren großen Auftritt. Die engagierte Kunsterzieherin Irmgard Häfner setzte eine Idee in eine farbliche Collage um. Aus dem Ton-Zyklus von Antonio Vivaldi's „Vierjahreszeiten“ wählten die Schüler den „Sommer“ als Vorlage für eine farbintensive Tropftechnik. Die verwendete und verdünnte Acrylfarbe ermöglichte explosive Farbmischungen. Das etwa ein Meter hohe und 2,5 Meter lange Tableau wird durch eine Schrifttafel ergänzt, die den Kunstinteressierten eine einfühlsame Erklärung der Farbsymphonie bietet.

Abschließend sprach der evangelische Pfarrer Werner Buckel von der Auferstehungskirche einen Segen. Dabei zeigte er den engen Zusammenhang zwischen künstlerischer Gestaltung und christlichen Glauben auf.

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