Der Teufel steckt im Detail

Teisendorf - Bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend zum geplanten Güterterminal in Teisendorf haben einige Bürger ihrem Unmut Luft gemacht. **Video**

Auch die dritte Informationsveranstaltung zu dem geplanten Güterterminal in Teisendorf hat zahlreiche Besucher in den Poststall gelockt. Vor allem die Gegner hatten sich eingefunden, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

„Wo soll das Terminal jetzt gebaut werden, was bringt es der Gemeinde, warum muss es bei uns gebaut werden?“ All diese Fragen konnten Bürgermeister Franz Schießl, der mögliche Investor Ferdinand Kloiber und der Planer Rudolf Mayer zur allgemeinen Zufriedenheit beantworten. Ein Thema ließ den Anwesenden aber keine Ruhe. „Welche konkreten Grundstücke werden von dem Bau betroffen sein?“

Schießl wollte und konnte dazu keine Angaben machen, obwohl in der Gemeinde offenbar einige Gerüchte kursieren. So meldete sich auch ein Teisendorfer zu Wort, der angeblich bereits sein Grundstück verkauft hätte. Er werde nicht verkaufen und wisse auch von anderen, die bereits deutlich gesagt hätten, sie würden es nicht tun. Der Bürgermeister betonte immer wieder, dass noch gar nicht genau feststehe, welche Grundstücke konkret betroffen wären und es noch keine konkreten Verhandlungen gebe.

Das wiederum verwunderte viele Anwesende. „Wieso plant man etwas und gibt Geld dafür aus ohne zu wissen, ob man die nötigen Grundstücke bekommt? Sollte man nicht zuerst die Fläche sichern und dann planen?“

Wirklich zufrieden schienen die Bürger mit den Aussagen von Bürgermeister Franz Schießl nicht zu sein.

Schießl verteidigte auch dieses Vorgehen. Es sei absolut üblich zuerst einen Antrag ans Eisenbahnbundesamt auf Förderung zu stellen, bevor man in die konkrete Planung gehe. Und auf eine Reaktion aus eben dem Eisenbahnbundesamt warte man. Sobald man einen positiven Bescheid auf den gestellten Vorantrag habe, müsse im Gemeinderat ein entsprechender Beschluss gefasst werden, um die Planungen zu konkretisieren. Das Gemeindeoberhaupt ist zuversichtlich, dass das Eisenbahnbundesamt positiv bescheide und Teisendorf sich mit dem Güterterminal einen neuen Stand in der Region schaffen könne.

Denn der Bedarf sei durch eine Studie klar ermittelt. Die Erfahrung der Kloiber GmbH zeige, dass kombinierter Verkehr die Zukunft sei und nur so dem ansteigenden gerecht werden könne. Außerdem würde ein Terminal in Teisendorf die Lücke zwischen Salzburg und München schließen und 35 Arbeitsplätze schaffen.

Ein einziger Teisendorfer meldete sich zu Wort, um sich für das Güterterminal auszusprechen. Er hoffe, dass dadurch vielleicht für seine fünf Kinder auch bessere berufliche Möglichkeiten in der Region geschaffen werden könnten.

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Rubriklistenbild: © cz

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