Güterterminal: Doch Konkurrenzsituation mit Salzburg?

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Grünen-Bundestagsabgeordneter Toni Hofreiter (r.) im Gespräch mit BI-Vorsitzendendem Klaus Richter (Mitte) und Grünen-Marktgemeinderat Edwin Hertlein.

Teisendorf - Der Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen ein Containerterminal in Teisendorf, Klaus Richter, und der Teisendorfer Grünen-Marktgemeinderat Edwin Hertlein haben sich mit dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Toni Hofreiter getroffen.

Gegenstand des Treffens war die aktuelle Entwicklung beim Containerterminal Salzburg (CTS) und einige sich daraus ergebende Fragen für ein geplantes Containerterminal in Teisendorf. Richter berichtete dabei von Gesprächen mit der Geschäftsleitung der Firma CTS (Container Terminal Salzburg). Dort sei man über die Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes (EBA) für den Standort Teisendorf „sehr erstaunt“ gewesen. Üblicherweise hätte das EBA auch die benachbarten Standorte, in diesem Fall Salzburg, vor der Entscheidung anhören müssen. Das sei offenbar unterblieben.

Hätte das EBA von der CTS eine Stellungnahme eingeholt, dann hätte man von der aktuellen Entwicklung am Containerstandort Salzburg erfahren können, so Richter weiter. Die Firma CTS verfüge über eines der modernsten KV-Terminals (KV=kombinierter Verkehr) in Europa an einem hochrangigen KV-Verkehrsknotenpunkt. Im Zuge des dreigleisigen S-Bahn-Ausbaues der Strecke Freilassing – Salzburg werde dieses Terminal im Jahr 2013 direkt an die Hauptstrecke München-Salzburg angeschlossen sein. Somit bestehe ein direkter Anschluss zur TEN (Trans Europäisches Netz) 17 Magistrale und ein unmittelbarer Anschluss an die Autobahn A 1.

Zur Weiterentwicklung der technischen Abfertigung des Umladens der Container werde ein in Europa derzeit einzigartiges Verfahren, das sogenannte Schwungeinfahrtsverfahren, vorbereitet. Dieses Verfahren ermögliche eine viel schnellere Umsetzung des Umladevorganges. Für die nächsten Jahre seien zudem weitere erhebliche Investitionen geplant und auch zur Förderung angemeldet.

Containerterminal Salzburg: Doch Konkurrent zu einem Terminal in Teisendorf?

Derzeit bestehe bereits für den Tagbetrieb von 6 Uhr bis 17.30 Uhr eine Jahresgesamtkapazität von circa 270.000 (TEU) Containern. Dieses Volumen könne bei einer Ausweitung der Betriebszeiten bis auf circa 400.000 (TEU) Container gesteigert werden. Allein diese Größenordnungen zeigt nach Ansicht Richters, dass ein zusätzliches Terminal in Teisendorf, also in unmittelbarer Nähe zu Salzburg, absolut unnötig sei. Das könne nur zu einer extremen Wettbewerbssituation führen. Durch einen neuen Standort Teisendorf könne es nur zu einer Verlagerung der Containerverkehre nach Deutschland kommen. Das würde mit Sicherheit eine große Belastung auf den Anfahrtsstraßen nach Teisendorf mit sich bringen.

Richter berichtete weiter, dass es ein erklärtes Ziel der Stadt Salzburg sei, die sogenannte rollende Landstraße aus Salzburg abzuziehen. Über die rollende Landstraße werde derzeit von der ÖBB Warenverkehr aus der Türkei kommend über den Bahnhof Salzburg abgewickelt. Da der Hauptinvestor für den Standort Teisendorf, die Firma EUROGATE, über Terminals in Italien verfüge und entsprechende Erfahrungen mit der rollenden Landstraße habe, sei es nahe liegend, dass Eurogate die Absicht haben könnte, diesen Verkehr über das neue Terminal in Teisendorf abzuwickeln. Dies würde allein ein Lkw-Aufkommen von circa 200 Einheiten pro Tag bedeuten. Die Zuführung der Fahrzeuge fände in der Regel in den Abendstunden statt, was automatisch auch einen Betrieb während der Nacht bedeuten würde.

Marktgemeinderat Edwin Hertlein erläuterte Hofreiter die Ergebnisse der Nutzwertanalyse des Eisenbahnbundesamtes und wies auf einige Punkte in der Analyse hin, die seiner Ansicht nach kritisch hinterfragt werden müssten. Gerade die Konkurrenzsituation zu Salzburg, die von den Befürwortern eines Terminals in Teisendorf immer in Abrede gestellt würden, müsse ausführlich beleuchtet werden. Toni Hofreiter versprach, sich der Thematik anzunehmen.

Pressemitteilung Grüne Teisendorf

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