Wie geht es mit Freilassing weiter?

Freilassing - Der Stadtrat Freilassing hat Anfang März ein Stadtentwicklungskonzept in Auftrag gegeben, das nunmehr mit einem Energie- und Klimapolitischen Gesamtkonzept verbunden werden soll.

Grundvoraussetzung für den Erfolg eines solchen Konzeptes sei laut Bürgermeister Josef Flatscher eine breite Beteiligung und Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung. „Wir sind hoch erfreut über diese Aussage unseres Stadtoberhauptes.“, betonte Bert Enzinger bei einem Informationsabend des Vorstandes der FWG Heimatliste. „Hoffentlich lässt die Umsetzung nicht zu lange auf sich warten.“ Zur Unterstützung wollen wir unsererseits Vorarbeit leisten und unsere Bürger fragen, wie sie sich ihre Stadt in der Zukunft vorstellen, ergänzte Enzinger seinen Hinweis.

Möglicherweise sind die Wunden über den verlorenen Traum eines Biomasseheizkraftwerkes bei deren Befürworter noch sehr tief, so dass bei den Freien tiefe Zweifel bestehen, ob überhaupt ein Schritt in die Zukunft gemacht wird. „Es kann doch nicht sein, dass die Zukunft von Freilassing auf einem Objekt aufgebaut wird, das der Bürger so - wie von der Mehrheit des Stadtrates geplant - nicht haben wollte.“, erinnerte Bert Enzinger. „Stadträte müssen sich bewusst sein, dass sie vom Bürger gewählt worden sind, um deren Vorstellungen gemeinschaftsverträglich umzusetzen.“ Bereits mit der Planung des Freibades und später mit dem Biomasseheizkraftwerk wurde dieser Grundsatz missachtet, was mit erfolgreichen Bürgerentscheiden zum Ausdruck kam.

„Stadträte müssen keine Befürchtungen haben, ein wichtiges Projekt nicht mehr auf den Weg bringen zu können, wenn sie ein offenes Ohr am Bürger haben.“, so der erste Vorsitzende weiter. Deshalb wolle die FWG Heimatliste Vorarbeit leisten und die Bewohner von Freilassing einladen und fragen, wie sie sich die weitere Entwicklung ihrer Heimatstadt vorstellen.

Soll die Einwohnerzahl von Freilassing weiter wachsen? Dazu muss dann Wohnraum geschaffen und dafür Bauland ausgewiesen werden. Leben mehr Menschen auf einem Raum sind Freizeitbereiche, Straßenflächen, Kindergarten- und Schulplätze zu planen, was mit Investitionen verbunden ist. Soll die Wirtschaft gefördert und der Zuzug von Unternehmen angekurbelt werden? Dies bedeutet womöglich mehr Verkehr und Lärm, aber auch Einnahmen für die Kommune, wobei wieder andere Projekte begonnen werden könnten. Soll sich Freilassing mehr zu Salzburg öffnen und im Sog der Weltstadt leben? Dabei würde aber womöglich Eigenständigkeit verloren gehen. Soll der Schwerpunkt auf die Jugend gelegt und damit der Nachwuchs in der Stadt gehalten werden? Oder liegt die Wirklichkeit bei den Senioren, zumal sich die Altersstruktur verändert?

„Es ist höchste Zeit, dass sich der Stadtrat ernsthaft mit diesen Fragestellungen befasst und Vorschläge erarbeitet.“, mahnt Enzinger an. „Es darf nicht sein, dass sich das Gremium jetzt schmollend zurückzieht.“ Die FWG Heimatliste hat dafür einen Arbeitskreis „Jugend und Junggebliebene“ gebildet, der von Dietmar Eder und Walter Hasenknopf geleitet wird. Es sei vorgesehen, im kommenden Jahr mehrere Informationsabende der Jugend zu widmen. Beide zeigten sich hoch erfreut, dass neue Schulsysteme und Fachrichtungen in Freilassing eingerichtet wurden.

Zur Diskussion stehen ferner sinnvolle Beschäftigungsgebiete für Jugendliche, wobei auch an eine Erfinderwerkstatt gedacht wird. Der Arbeitskreis „Stadtentwicklung“ unter Federführung von Hias Kreuzeder und Bert Enzinger will neben der Verdichtung von Kernbereichen und Optimierung der Verkehrswege auch das Projekt „Dorfladen“ angehen. Dabei soll auf die Nahversorgung der Bürger Wert gelegt werden. Der Arbeitskreis „Energie“ wird vorrangig von Wolfgang Wagner betreut, wobei ihm die Beantwortung der Frage, wie der Bürger in Freilassing für sich selbst die bestmögliche Energieversorgung erreichen kann, besonders wichtig ist. Auf das Wunschdenken, in der Zukunft energieautark zu werden, sollte sich niemand versteifen. Vielmehr ist der eigenen, optimalen Versorgung der Vorgang zu gewähren.

„Wir streben die Einrichtung eines Internet-Portals, die Bestandsaufnahme bei den Nutzern, eine individuelle Beratung im Energiebüro sowie die Unterstützung der Einsparwilligen an.“, stellte Wagner klar. „Wir wollen als unabhängige Freie Wähler den Bürgern die Plattform bieten, sich mit Ideen und Visionen einbringen. Es gilt, die Zukunft der Stadt gemeinsam zu gestalten“, versprach abschließend Bert Enzinger.

Pressemitteilung FWG Heimatliste Freilassing

Rubriklistenbild: © FWG Freilassing

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