Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Diskussion um stillgelegten Kohlemeiler bei Riedersbach in Österreich

Altes Kraftwerk an der Salzach wieder in Betrieb? Jetzt steht die Entscheidung

stillgelegtes Kohlekraftwerk an der Salzach auf Österreichischer Seite.
+
Kohlekraftwerk bei Riedersbach in Oberösterreich

Jeder im Rupertiwinkel hat es schon mal aus der Ferne gesehen – das stillgelegte Kohlekraftwerk an der Salzach. Es prägt als Landmarke weite Teile der Region auch auf deutscher Seite – mehr Funktion hat es aber nicht mehr. Seit 2016 ist das Kraftwerk abgeschaltet. Jetzt wurde entschieden, ob es im Zuge der Energiekrise wieder ans Netz gehen kann.

Fridolfing/Riedersbach - Er hat schon mal bessere Zeiten gesehen, der Kohlemeiler bei Riedersbach gegenüber von Fridolfing. In den 1990ern lieferte das Kraftwerk in der Gemeinde Sankt Pantaleon Strom für 140.000 Haushalte. Die Energie Ag Oberösterreich hatte das Werk 2016 geschlossen, da es nicht mehr rentabel war. Dann kam der Ukraine-Krieg und die Gaslieferungen aus Russland blieben aus. Auch die Österreichische Regierung macht sich seitdem Gedanken, wie sie die damit einhergehende Energiekrise lösen kann. Die Idee vom Oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), stillgelegte Kohlekraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, wurde diesen Sommer kontrovers diskutiert.

Inbetriebnahme von Kohlekraftwerk Riedersbach schwierig

„Wenn man Menschen auf den Mond schießen kann, kann man auch ein Kohlekraftwerk wieder in Betrieb nehmen“ sagt Michael Frostel, Pressesprecher der Energie-Ag Oberösterreich im Interview mit chiemgau24.de. Dann relativiert er aber seine Aussage. Es sei eben doch mit einem großen Aufwand verbunden, das Werk in Riedersbach wieder ans Netz zu nehmen. Aber man wolle sich auch nicht nachsagen lassen, es nicht überprüft zu haben.

Eine kurzfristige Lösung kann Riedersbach nicht sein, erklärt er weiter. Das Werk steht schon seit sechs Jahren still und somit müssten viele Bereiche technisch erneuert werden. Das erstellte Gutachten kommt zu dem selben Schluss: Probleme wären nicht nur die technischen Erneuerungen an sich. Es wäre auch schwierig, so Frostel weiter, derzeit Ersatzteile zu bekommen. Es bräuchte fachkundiges Personal und letztlich auch eine ausreichende Anlieferung mit Kohle.

Von Braun- zu Steinkohle

In den 60ern war der Transportweg der benötigten Kohle überschaubar. Das Braunkohlevorkommen in Trimmelkam war der Grund, warum der zwei Kilometer entfernte Standort Riedersbach für den Kohlemeiler gewählt wurde. So konnten seit der Errichtung des Werkes zwischen 1967 und 1969 die Schlote mit lokaler Braunkohle befeuert werden. Der imposante, 191 Meter hohe Kamin war damals gebaut worden, um eine teure Entschwefelungsanlage zu vermeiden. Sie wurde auf Grund von Bürgerprotesten dann aber doch installiert. 1994 erfolgte der Umbau zur Verfeuerung von Steinkohle, da das Bergwerk in Trimmelkam aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde. 22.000 Tonnen Steinkohle wurden seitdem pro Jahr mit der Bahn antransportiert.

Kostenübernahme aus öffentlicher Hand

„Wenn die öffentliche Hand will, dass es in Betrieb genommen wird, müssen auch die Kosten abgegolten werden“ sagt Pressesprecher Michael Frostel von der Energie-Ag zu dem erheblichen finanziellen Aufwand. Es wäre ja „auf Ihren Wunsch passiert.“ Nun aber sieht wohl auch die Österreichische Regierung keinen Sinn der Inbetriebnahme bei der vorliegenden Kosten-Nutzen-Bilanz. Man wollte ja, so Frostel, schon für diesen Winter eine Lösung, das kann Riedersbach nicht bieten. Es würde mindestens zwei Jahre dauern, um alle Probleme zu bewerkstelligen. Damit bleibt das Werk lediglich ein Orientierungspunkt in der Landschaft und Österreich muss nach neuen Lösungen suchen.

Kommentare