Freiwilligendienst ist die Zukunft

Freilassing - Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will die Wehrpflicht aussetzen. Für den wegfallenden Zivildienst hätte der SPD-Bundestagsabgeordnete Sönke Rix eine Lösung.

"Der Zivildienst ist bereits mehr und mehr reduziert worden", sagte der Schleswig-Holsteiner Abgeordnete am Donnerstag bei einem Besuch in Freilassing. "Deshalb müssen wir die Jugendfreiwiligendienste stärken."

Zusammen mit der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Bärbel Kofler verschaffte sich Rix in der Tagespflege des BRK Freilassing einen Überblick über die momentane Situation. "Derzeit ist es schwierig für uns, weil man nicht weiß, wie es weitergeht", gibt der stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende, Klaus Schreiter, zu. Die Vorgaben kommen sehr kurzfristig. Wir können den neuen Zivildienstleistenden nicht sagen, was sie an Urlaub haben, wie lang ihr Zivildienst ist und ob sie verlängern können."

Die Diskussion um die Aussetzung der Wehrpflicht und die spontane Verkürzung von Wehr- und Ersatzdienst auf sechs Monate macht es sozialen Einrichtungen schwer für die Zukunft zu planen. Außerdem übernähmen "Zivis" Aufgaben, die von den Kostenträgern nicht bezahlt werden würden, erklärt Schreiter. "Wir schicken sie für die Kunden einkaufen, Besorgungen machen und auf Spaziergänge mit den Kunden." Aufgaben, die eine hauptamtliche Pflegekraft nicht leisten könne, weil es für die Einrichtungen nicht finanzierbar wäre.

Deshalb sieht Sönke Rix, die Chance für soziale Einrichtungen im Jugendfreiwilligendienst. Den man natürlich bei Wegfallen des Zivildienstes attraktiver gestalten müsse: "Neben der freiwilligen Tätigkeit, die alleine schon großes Lernen bedeutet, sollten wir anbieten, dass die Tätigkeit bei Ausbildung und Studium Anerkennung findet. Nebenbei sollten die Freiwilligen berufliche Qualifikationen erreichen und bei kulturellen und sozialen Einrichtungen Ermäßigungen erhalten."

Bärbel Kofler stimmt Rix zu. Sie hält nichts von einem Pflichtdienst. "Die Pflege wird viel zu wenig wertgeschätzt. Ich bin nicht der Meinung, dass jeder pflegen kann. Deshalb ist es wichtig, dass das auch freiwillig passiert und nicht verordnet wird."

Was letztendlich mit dem Zivil- und Freiwilligendienst passiert, entscheidet sich erst, wenn die Debatte um die Aussetzung der Wehrpflicht vorbei ist.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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