Entscheiden, wie das Geld verteilt wird

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Eine Szene des Hochwassers in Freilassing. Am 2. Juli wird der Stadtrat zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Freilassing - Abgeordnete fast aller Fraktionen im Stadtrat haben eine Sondersitzung zum Hochwasser gefordert. Anfang Juli soll es so weit sein.

Die gewaltigen Anstrengungen zur Bekämpfung des Hochwassers, das Anfang Juni dieses Jahres Freilassing besonders heimgesucht hatte, wurden in der letzten Stadtratssitzung von Vertretern der Hilfskräfte, beteiligten Behörden sowie Beauftragten einer Gesellschaft und dem Bürgermeister rückblickend dargestellt. Und das war gut so, um die vielen notwendigen Maßnahmen und die aufopfernde Hilfe jedem Einzelnen zu verdeutlichen. Nach Meinung einzelner Stadträte war es aber nicht ausreichend, dieses Jahrhundertereignis neben anderen vielen Punkten, die daneben noch aufzuarbeiten waren, darzustellen. Deshalb entschlossen sich diese, fraktionsübergreifend einen Antrag auf Einberufung einer Sondersitzung zu stellen, um nicht nur das bisherige Geschehen, sondern auch das zukünftig Mögliche aufzuzeigen. Und diese Geschlossenheit war schon lange nicht mehr so sichtbar, aber zur Tragweite des Geschehens passend.

Auf Initiative von FWG-Stadtrat Ludwig Unterreiner unterzeichneten ferner Gottfried Schacherbauer (CSU), Gustl Schatzl (CSU), Elisabeth Hagenauer (Grüne/Bürgerliste) sowie Ludwig Stadler (FWG), Franz Pfeffer (FWG) und Fritz Braun (FWG) den Schriftsatz, in dem sie eine Sondersitzung des Stadtrates zum Hochwasser 2013 beantragten. Dabei solle nicht nur das bereits Geschehene, sondern die zukünftigen Planungen und finanziellen Möglichkeiten besprochen werden. „Wir wollen die am meisten vom Hochwasser betroffenen Bürger mit einer Finanzspritze unter die Arme greifen, da das staatliche Sofortgeld zwar gut, aber nicht ausreichend sei.“, betonte Unterreiner. Hagenauer ergänzte, dass auch eine umfassende Aufklärung über die Schäden im Einzelnen, die Möglichkeiten zu deren Beseitigung und die Maßnahmen zur Verhinderung solcher Geschehnisse notwendig wären.

Das Hochwasser in Freilassing

Überflutungen in Freilassing

Übereinstimmend stellten die Antragsteller fest, dass die unzähligen Hilfsmaßnahmen in Form von Spenden, sowie Geldern aus Veranstaltungen und Aktionen in eine Hand gehören, die eine gerechte Verteilung vornehmen müsse. Es sei angedacht, einen Fond einzurichten, in dem alle Mittel zusammenfließen. Dabei soll natürlich berücksichtigt werden, wenn eine Spende an eine bestimmte Adresse gerichtet ist. Die Verteilung soll in einem Gremium entschieden und genau dokumentiert werden. „Die Gerechtigkeit und Zielgenauigkeit ist hier mehr gesichert, als wenn jeder einzelne lobenswerte Spender selbst verteilt.“, glaubt Braun. Nunmehr wurde seitens Bürgermeister Josef Flatscher entschieden, dass die beantragte Sondersitzung zum Hochwasser 2013 am Dienstag, den 2. Juli, Beginn um 19 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses abgehalten wird.

Pressemitteilung FWG Heimatliste

Lückenlose Aufklärung und Sanierungskonzept gefordert

Die Hochwasserkatastrophe und auch die Ursachen dafür waren Thema in der Stadtratssitzung vorige Woche. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein und die Betreiber des Kraftwerkes Rott, die Salzburg AG, informierten den Stadtrat über die möglichen Ursachen, konnten aber noch nicht abschließend sagen, was alles in Summe letztendlich zu dieser Katastrophe geführt hat.

Instandsetzungsarbeiten an den Ufersicherungen der Saalach südlich des Kraftwerks Rott.

Bürgermeister Josef Flatscher forderte in der das Wasserwirtschaftsamt und die Salzburg AG auf, die Ursache bzw. Ursachen der Katastrophe schnell, aber lückenlos zu klären und die beschädigten Dämme schnellstmöglich wieder herzustellen. Dies untermauerte er auch in nochmals mit einem Schreiben an das Wasserwirtschaftsamt, in dem er auch ein Sanierungs-Konzept zum Hochwasserschutz einfordert.

„Am Tag der Katastrophe galt es zuerst die betroffenen Menschen zu versorgen und weitere Schäden zu verhindern,“ so Bürgermeister Josef Flatscher. „Der nächste Schritt war, mit der Ursachenforschung und Ursachenfindung zu beginnen. Damit haben die zuständigen Fachbehörden bereits begonnen. Diese Flutkatastrophe – die nie wieder passieren darf – muss aber auch zum Anlass genommen werden, den Schutz unserer Stadt von allen Seiten zu beleuchten und entsprechende Maßnahmen zu setzen!“

Untersuchungen, wie es zu dem verheerenden Hochwasser am 2. Juni in Freilassing kommen konnte und Instandsetzungsarbeiten an den Ufersicherungen der Saalach sind im Gange.

Pressemitteilung Stadt Freilassing

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