Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wasser heizen nur für Babys und Nichtschwimmer?

Wieder Streit um Wassertemperaturen im Freibad Freilassing

Wieder Streit um Wassertemperaturen im Freibad Freilassing
+
ls viel zu kalt empfanden die ersten Freibadbesucher Anfang Juni das Wasser in den drei Becken, nun hat sich die Wassertemperatur in allen drei Becken bei 26 Grad eingependelt.

Im Freilassinger Stadtrat gab es eine hitzige Diskussion um zwei Grad.

Auch mitten in der ersten Hitzewelle dieses Sommers wurde am Mittwochabend (23. Juni) im Stadtrat wieder einmal hitzig darüber diskutiert, ob das Wasser in den drei Becken warm genug ist. Tatsächlich hatte das Wasser zu diesem Zeitpunkt im Planschbecken 26 Grad, im Nichtschwimmerbecken 26,4 Grad und im Schwimmerbecken 25,9 Grad.

Nicht warm genug für die CSU und die FWG, die in einem gemeinsamen Antrag fixe 28 Grad für das Planschbecken und fixe 26 Grad für das Nichtschwimmerbecken fordern. Das Schwimmerbecken solle erst dann mit der Sonnenenergie beheizt werden, wenn die beiden anderen warm genug sind.

„Sie wollen die Schwimmer ausschließen“ lautete der Vorwurf des Bürgermeisters und der anderen Parteien, CSU und FWG wiesen das mehrmals zurück. Der Beschluss war dann überraschend „kühl“. 

Die Wassertemperaturen erhitzen die Gemüter der Stadträte immer wieder, vor allem „kaltes“ Wasser bei kühlen Außentemperaturen, wenn ohnehin kaum jemand zum Baden geht. So hatte der Stadtrat dann auch prompt am 26. Januar, also mitten im kalten Winter, mehrheitlich beschlossen, dass die defekte Stütz-Gasheizung erst einmal nicht erneuert wird, sondern man es einen Sommer lang nur mit Solarenergie versuchen will.

Schon damals hätte allen klar sein müssen, dass eine Solaranlage nur dann das Wasser heizt, wenn die Sonne auch tatsächlich scheint. Das hat sie in der ersten Pfingstferienwoche aber kaum getan, die Nächte waren noch kalt, die Folgen: kaltes Wasser  – böse Kommentare von Besuchern und zwei Parteien, die jetzt plötzlich vom damaligen Antrag abweichen und meinten, sie hätten nicht gewusst, dass die Solaranlage alle drei Becken heizen sollte, wenn auch vorrangig das Planschbecken und das Nichtschwimmerbecken. 

Das Wörtchen „vorrangig“ sollte im Verlaufe der Diskussion noch wichtig werden, denn Egon Tempelin vom Freibad erklärte ausführlich, dass es zwei Wasserkreisläufe gebe, die große Solaranlage auf dem Dach des Hauptgebäudes, die das Plansch- und Nichtschwimmerbecken heize, sowie die kleinere Anlage auf dem Dach der Umkleidekabinen für das Schwimmerbecken. „Müsste das Planschbecken wie im Antrag gefordert zwingend eine Temperatur von 28 Grad und das Nichtschwimmerbecken 26 Grad erreichen würde das Sportbecken garnicht beheizt werden, die thermische Energie verbliebe ungenutzt in den Absorberanlagen“. 

 „CSU will nur aufscheuchen“

Den neuen CSU-Fraktionschef und Ex-CSU-Bürgermeisterkandidat Thomas Wagner störte in der Diskussion vor allem, dass die Öffentlichkeit über die Presse Anfang Juni mehr und schneller als er als Stadtrat erfuhr wie sich das mit dem Heizen und den Temperaturen verhält. Er sei davon ausgegangen, dass auch ohne Stützheizung Plansch- und Nichtschwimmerbecken bevorzugt beheizt würden.

Edeltraud Rilling von den Grünen zeigte sich erstaunt über den CSU/FWG-Antrag, „hätten sie sich nicht vorher bei den Verantwortlichen der Stadt erkundigen können bevor sie so einen Antrag stellen“ fragte sie. Man hätte nur „aufscheuchen“ wollen, „die Mehrheit hat ein Jahr Probebetrieb ohne Stützheizung beschlossen, mit dem neuerlichen Antrag wollen CSU und FWG nur wieder ins Gespräch kommen“.

Neo-CSU-Stadtrat Hubert Kreuzpointner wiederholte den Sinn des CSU-Antrages, „ich will, dass Kinder und Familien schneller ein warmes Wasser bekommen, ja, das Schwimmerbecken wird dann benachteiligt, aber die beiden anderen eben bevorzugt“. 

 „Sie wollen Schwimmer ausschließen?“

Nicht nur Bürgermeister Markus Hiebl verstand das als eine Breitseite gegen die Schwimmer. „Also sie wollen das Schwimmerbecken nicht mehr heizen und die Schwimmer damit ausschließen“, fasst Hiebl die Folgen des CSU/FWG-Antrages zusammen. Er erinnerte daran, dass das Thema Wassertemperaturen in Freilassing seit Jahren immer wieder für hitzige Debatten im Stadtrat sorgten bis zu einem Bürgerentscheid, in dem sich eine Mehrheit klar gegen ein kühles Naturbad und für ein beheiztes Freibad entschied, und damit sei auch das Sportbecken gemeint gewesen.

Dass die neuerliche Diskussion just in der ersten Pfingstferienwoche begann, kann Hiebl nachvollziehen, „da war es eben noch sehr kalt, vor allem in den Nächten, und da kann eine Solaranlage eben nichts erwärmen“. SPD-Stadtrat Helmut Fürle pflichtete dem Bürgermeister bei, „der Antrag bedeutet eine Verschlechterung, die derzeitige Handhabung finde ich in Ordnung“. 

Dass die Freibadsaison ohnehin bald wieder vorbei ist und am 1. Juli dann auch noch das Badylon-Hallenbad wieder öffnet warf Daniel Längst in die Runde. Für ihn sei das Freibad ein Familienbad – daher Plansch- und Nichtschwimmerbecken bevorzugt beheizen – das Badylon hingegen eher ein Schwimmerbad. Auch die CSU räumte ein, dass es eigentlich nur um zwei Monate gehe, um den Mai und den September, wenn die Sonne es noch nicht bzw. nicht mehr schafft das Wasser in den Becken aufzuheizen.

Die Überraschung kam dann am Ende der Diskussion, bei fünf Gegenstimmen war die Mehrheit des Stadtrates dann doch dafür, dass alles so bleibt wie bisher, also vorrangig das Plansch- und Nichtschwimmerbecken auf 28 und 26 Grad zu beheizen und gleichzeitig mit überschüssiger Energie das Wasser im Sportbecken zu erwärmen.

hud

Kommentare