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Umbenennung gefordert:

"Sudetenstraße" beschäftigt nun auch die Polizei

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Diese Fahne wurde in der Nacht auf Freitag von der Polizei entfernt.

Freilassing - Ein Bürger kämpft darum, dass die "Sudetenstraße" umbenannt wird. Die Stadt und ein Vertreter der Sudetendeutschen Landsmannschaft haben dafür kein Verständnis.

Ein User machte uns darauf aufmerksam, dass ein Freilassinger Bürger gegenüber dem Landratsamt das Anliegen gestellt hat, den Straßennamen "Sudetenstraße" umzubenennen. Begründet wird die Forderung mit dem Ziel der "Entnazifizierung". 

Auf Anfrage von bgland24.de erinnerte sich zuständige Sachbearbeiterin der Stadt Freilassing, Gabriele Gertzen, daran, dass es bereits im Frühjahr eine solche Anfrage gab. Die Stadt sehe jedoch keinen Anlass zu einer Namensänderung. Nach dem Krieg sei eine "Adolf-Hitler-Straße" umbenannt worden, jedoch würde es aus Sicht der Stadt keinen Grund geben, warum die Sudetenstraße einen andere Bezeichnung bekommen müsse.

Auf Anfrage des Freilassinger Anzeigers wiegelte auch Bürgermeister Josef Flatscher das Anliegen ab: "Damit befasse ich mich nicht!". Laut dem Anzeiger kommt die Anfrage von einem "Freilassinger Mitglied einer Vereinigung gegen Rechtsradikale".

Sudetenland-Fahne aufgehängt

Wie die Polizeiinspektion Freilassing mitteilte, wurde in der Nacht auf Freitag, gegen 1.30 Uhr, von Autofahrern eine Fahne am Straßenschild Sudetenstraße entdeckt.

Im Zuge der eingeleiteten Überprüfung wurde festgestellt, dass es sich bei der etwa 120 x 60 Zentimeter großen Flagge um die Fahne des Sudetenlandes handelt. Die Polizei geht davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Ziel der Umbenennung der Straße besteht.

Die Polizei nahm die Fahne aus Verkehrssicherungsgründen ab. Weil keine strafrechtliche Relevanz besteht, werden hier keine weiteren Ermittlungen erfolgen, teilte die Polizei mit. Die Stadtverwaltung wurde über den Vorfall informiert. Auch dort sieht man keinen Handlungsbedarf.

"Anti-Vertriebenen-Welle" ebbte wieder ab

Vorhaben zur Umbenennung von Straßennamen kennt auch Johann Slezak, der oberbayerische Bezirksobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in der Landesgruppe Bayern. Besonders in den 1990er Jahren habe es vielerorts Versuche gegeben, Straßennamen mit Heimatvertriebenen-Hintergrund zu verändern. In Oberbayern beispielsweise auch in Dachau. Das habe nicht nur die Sudeten betroffen, so sollten auch Namen wie "Schlesische Straße" abgeschafft werden, weiß Slezak. Diese "Anti-Vertriebenen-Welle" habe sich aber "sehr schnell wieder zerschlagen", so der Bezirksobmann.

Ihn wundert, dass ausgerechnet in Freilassing so ein Anliegen geäußert wird, weil im Berchtesgadener Land ansonsten der Erhalt der Kultur der Heimatvertriebenen sehr gefördert werde, etwa mit dem traditionellen "Tag der Heimat" in Bad Reichenhall.

Slezak verweist außerdem darauf, dass der Freistaat 1954 die Schirmherrschaft über die Sudetendeutschen übernahm und diese Volksgruppe im Jahre 1962 offiziell zum vierten bayerischen Stamm erklärte. Somit hätten die Sudeten ein "Anrecht auf Erinnerung und den Erhalt ihrer Kultur".

mg/bgland24.de

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