Entscheidung des Freilassinger Stadtrates

Paukenschlag in den Ferien: Grundschule wird nachverdichtet

Grundschule Freilassing soll nachverdichtet werden
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Die Grundschule in Freilassing wird nachverdichtet.

Freilassing - Ohne mit der Wimper zu zucken wischten die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung alle bisherigen Pläne für einen Neubau von Grundschulklassen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Mittelschule vom Tisch und folgten dem Vorschlag des Bürgermeisters.

Dieser will am bestehenden Areal des Zentralschulhauses nachverdichten: der bisherige Pavillon, sowie das Gebäude an der Bräuhausstraße sollen abgerissen und jeweils durch einen Neubau mit drei Stockwerken ersetzt werden. Der Bauteil C aus dem Jahr 1992 wird aufgestockt.


Die Kehrtwende in den früher oft langatmig und zum Teil hitzig geführten Diskussionen um einen Standort für neue Schulklassen begann jetzt mit einer vorgelesenen Rede von Bürgermeister Markus Hiebl, der darin auch Zitate von Konrad Adenauer und John F. Kennedy bemühte. Dann ging er auf die steigenden Schülerzahlen ein, im Jahr 2025 werden nach aktuellen Berechnungen bis zu 770 Kinder zu unterrichten sein, je nach Stärke der Klassen wären das dann 26 bis 29 Klassen, im Jahr 2028 werden es schon bis 840 Schüler sein. „Dabei ist die Inklusion noch nicht einmal berücksichtigt“, so Hiebl. Gemeint sind kleinere Klassen mit mehr Betreuungsaufwand für Kinder, die aus verschiedensten Gründen in normalen Klassen auf der Strecke bleiben würden.

Im Juni letzten Jahres beschloss der Stadtrat schon den ersten Schritt: die Außenstelle der Schule in Salzburghofen wird geschlossen, am Platz vor dem Zentralschulhaus werden Modul-Container für sieben Klassen aufgestellt - wie es sie auch schon bei der Mittelschule gibt.


Grundschule in Freilassing wird nachverdichtet

Grundschule Freilassing
Grundschule Freilassing soll nachverdichtet werden. © hud
Grundschule Freilassing
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Grundschule Freilassing
Grundschule Freilassing soll nachverdichtet werden. © hud
Grundschule Freilassing
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Grundschule Freilassing
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Grundschule Freilassing
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Grundschule Freilassing
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Grundschule Freilassing
Grundschule Freilassing soll nachverdichtet werden. © hud
Grundschule Freilassing
Grundschule Freilassing soll nachverdichtet werden. © hud

Wie geht’s mit dem Bestand weiter?

Neu ist nun, dass der von der Verwaltung bisher favorisierte Neubau von Klassen auf einem Grundstück im Anschluss an die Mittelschule vom Tisch ist. Organisatorisch hätte dieser Neubau zur jetzigen Grundschule gehört, wäre also offiziell keine neue, zweite Grundschule geworden. Daran hatte sich in der Vergangenheit immer wieder Kritik entzündet von Stadträten, die sich einen zweiten Standort und damit auch eine zweite Grundschule in einem anderen Stadtteil wünschten.

In zahlreichen Vorgesprächen schien Bürgermeister Hiebl nun einen Kompromiss gefunden zu haben, mit dem augenscheinlich der gesamte Stadtrat sehr gut leben kann, das Zauberwort heißt „nachverdichten“, also die Gebäude auf dem bestehenden Areal zwischen Laufenerstraße und Bräuhaussstraße werden entweder abgerissen und neugebaut oder aufgestockt. Zwei der drei Anbauten an das unter Denkmalschutz stehende Zentralschulhaus aus dem Jahr 1908 wurden in den 1950-er Jahren errichtet mit Baumaterial aus der Umgebung, was damals üblich war.

Stufenplan für den Ausbau

Kein Stein wird also auf dem anderen bleiben, mit Ausnahme des denkmalgeschützten Zentralschulhauses, „da haben wir ja alle eine sehr emotionale Bindung, wir alle sind dort wahrscheinlich in die Schule gegangen, ich weiß noch genau in welchen Räumen ich geschwitzt habe“, erinnerte sich Hiebl. Neben dem Zentralschulhaus bleibt nur der Bauteil C aus den 1990-er Jahren, wird allerdings aufgestockt, die beiden Gebäude daneben werden abgerissen und neu gebaut.

Der Stufenplan sieht so aus: In der ersten Stufe soll der Pavillon abgerissen und durch einen dreistöckigen Neubau ersetzt werden, „wenn alles rund läuft dann könnte dieser Bau schon 2023 fertig sein“, so Hiebl. Anschließend soll in der 2. Ausbaustufe der Bauteil C – an der Bräuhausstraße – ebenfalls abgerissen und neu gebaut werden, ebenfalls drei Stockwerke, „die Schüler könnten dann schon in den fertigen Neubau der Stufe 1 umziehen“. In einer dritten und letzten Baustufe würde dann das Gebäude aus den 1990-er Jahren um eine Etage aufgestockt, so dass es am Ende entlang des Birkenweges drei gleich große Schulgebäude geben wird.

Der ambitionierte Zeitplan der Stadtverwaltung sieht vor, dass 2025 alle Bauarbeiten abgeschlossen sind und dann auch die Container-Module vor dem Zentralschulhaus nicht mehr gebraucht werden. „Dann werden wir uns auch überlegen, wie die vier Straßen rund um das Schulareal wirklich zu einem sicheren Schulweg werden, Konzepte dazu liegen ja bereits in der Schublade“, beschrieb Hiebl die weitere Vorgangsweise.

Vier Standorte für neue Grundschule

Mit den Neubauplänen, von Hiebl mehrfach als „eine Funktional-Architektur“ bezeichnet, wäre man bis 2025 „safe“, also man könnte die bis dahin prognostizierten 840 Schüler unterbringen. Aber was geschieht danach, wenn die Schülerzahlen weiter steigen. Fix ist, dass Freilassing auf Dauer einen zweiten Schulstandort bekommen wird, also eine zweite, eigenständige Grundschule. „Die Überlegungen dazu sind völlig offen“, versichert der Bürgermeister, skizziert aber bereits vier mögliche Standorte: Im Norden der Stadt im Anschluss an das Krankenhaus, am Sonnenfeld südlich des Fürstenweges, in Brodhausen in der Nähe des Ödhofes oder in Hofham in der Nähe des neuen, städtischen Kindergartens.

Ohne nennenswerte Diskussion beschloss der Stadtrat einstimmig die geplante Nachverdichtung und die danach folgende Suche nach einem zweiten Standort. Über so viel Einigkeit war selbst Hiebl erstaunt, „keine Gegenstimme, das ist ein gutes Zeichen“. Am Tag danach ergänzte er gegenüber BGLand24, dass er das neue Konzept bereits im Vorfeld mit den Fraktionen ausführlich besprochen habe, auch die Schule, also Lehrer und Elternvertreter, seien in die Diskussion eingebunden gewesen.

hud

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