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„Wir sind so froh, hier sein zu dürfen“ 

So läuft der Aufenthalt für ankommende Ukraine-Flüchtlinge in Freilassing

Diverse Bilder von der Ankunft / Registrierung / wieder Abfahrt am Bahnhof Freilassing
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Eine Familie bei der Ankunft in Freilassing

Die Kontrolle von einreisenden Ukraine-Flüchtlingen am Bahnhof Freilassing scheint sich eingespielt zu haben, von jedem Fernzug aus Österreich kommend werden alle Ukrainer herausgeholt und sofort getrennt in Familien, meist Frauen und Kinder, sowie allein reisende Männer, meist Studenten oder Arbeiter aus ursprünglich afrikanischen Ländern mit einem ukrainischen Pass.

Freilassing - Ankunft Railjet 60 von Budapest-Keleti nach München am Bahnsteig 3 kurz nach 13 Uhr, Fernzüge werden immer in Freilassing angehalten und alle Reisenden kontrolliert. Rund zehn Beamte steigen ein und suchen im Zug gezielt nach Flüchtlingen, kurze Zeit später müssen die ersten Reisenden aussteigen, meist sind es Frauen mit Kindern, zum Teil sind auch Großeltern dabei, alle mit zwei bis drei Koffern, auch Kinder haben einen vollgepackten Mini-Rucksack am Rücken. Es dauert einige Minuten, erstes Warten der Flüchtlinge bis alle aus dem Zug gestiegen sind, sie kommen aus Kiew und anderen Städten und sind meist schon einige Tage unterwegs.

Eine Familie ist mit dem Vater komplett, „wenn drei Kinder in einer Familie sind, darf auch der Vater ausreisen“ erklärt der Sohn auf Englisch. „Wir sind so froh hier sein zu dürfen“, so der Sohn, Eltern und Schwestern nicken glücklich. Dazwischen auch andere Nationalitäten wie Iraner oder Flüchtlinge aus Ghana, die alle einen ukrainischen Ausweis oder Reisepass haben und auch vor dem russischen Angriffskrieg geflüchtet sind. Alle „unbedenklichen“ Reisenden, also mit gültigem biometrischen Ausweis, bekommen eine blaue Armbinde, vor dem Abgang in die Unterführung und damit zum Bahnhofsgebäude werden den Flüchtlingen die Ausweise abgenommen, die sie am Ende der Prozedur wiederbekommen. 

Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing

Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing
Ankunft, Registrierung und Abfahrt am Bahnhof Freilassing © hud

Registrierung durch ein offenes Fenster

Mittwochabend wurden die Flüchtlinge zum Ausfüllen eines Einreiseformulars noch in ein Dienstzimmer der Bundespolizei im Bahnhofsgebäude gebeten, am Donnerstagnachmittag bei Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen geschieht die Registrierung für Deutschland durch ein offenes Fenster. Dabei bekommen die Geflüchteten ihre Ausweise wieder zurück und damit ist die Einreise in Deutschland auch schon offiziell abgeschlossen. Durch die Unterführung geht’s zurück zum Bahnsteig Richtung München, der nächste ÖBB-Fernzug kommt kurz darauf planmäßig. 

Erst wieder Kontrolle des Zuges durch Beamte der Bundespolizei, dann dürfen die bereits registrierten und wartenden Flüchtlinge einsteigen, die Polizisten sind aufmerksam und helfen sowohl Kindern, als auch Männern und Frauen und heben die zum Teil schweren Koffer, aber auch Kinderwagen in die Waggons. Rund eine Stunde nach ihrer Ankunft in Deutschland geht’s auch schon weiter, nach München für alle, die ein Quartier suchen und von der Regierung von Oberbayern entsprechend verteilt werden, oder aber nach Erlangen, Berlin und in andere Städte für alle, die schon Familienmitglieder oder Freunde in Deutschland haben, bei denen sie nach den Tagen des Horrors und der Angst vor dem russischen Angriffskrieg erst einmal Ruhe finden können. 

Migrationsforscher Gerald Knaus spricht unterdessen in einem ARD-Interview schon jetzt von der größten Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg, „es sind jetzt schon mehr Flüchtlinge aus der Ukraine über die Grenze in die EU gekommen als Flüchtlinge im Herbst 2015 und danach“. Er rechnet mit bis zu vier Millionen Flüchtlingen aus der Ukraine in die EU, „aber die Türkei kümmert sich um 3,5 Millionen Syrer dann wird die EU auch 4 Millionen aus der Ukraine schaffen“. Jetzt würden sie erst einmal ein Jahr in der EU bleiben dürfen ohne jegliches Asylverfahren, „die meisten wollen ohnehin wieder zurück“. 

hud

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