Keine deutschen Grenzkontrollen am Hauptbahnhof Salzburg

Coronabedingt wird jetzt wieder am Bahnhof Freilassing kontrolliert

Bundespolizei am Freilassinger Bahnhof
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Derzeit werden alle Züge in Richtung München am Freilassinger Bahnhof angehalten und hier die Fahrgäste kontrolliert

Salzburg/Freilassing - Wegen der Corona-Pandemie gibt es derzeit keine Grenzkontrollen der Deutschen Bundespolizei am Salzburger Hauptbahnhof.

Diese waren im Herbst 2015 als sogenannte „vorgelagerte Grenzkontrollen“ wieder eingeführt worden. Derzeit werden alle Züge in Richtung München am Freilassinger Bahnhof angehalten und hier die Fahrgäste kontrolliert, ausgenommen sind die ÖBB-Railjets die ohne Anhalten nach Innsbruck fahren.


Das vorläufige Ende der Grenzkontrollen der Bundespolizei auf den Bahnsteigen in Salzburg gibt es bereits seit dem Corona-Lockdown in Österreich und Bayern Mitte März, damals wäre es auch für die Bundespolizisten schwierig gewesen in das Risikogebiet Österreich zu kommen, daher habe man sich entschieden die Einreisekontrollen auch für Züge wieder in Freilassing durchzuführen.

Dort waren die Kontrollen auch in den ersten Wochen nach der Wiedereinführung der „vorläufigen“ Grenzkontrollen am 13. September 2015, ehe sie als vorgelagerte Kontrollen an den Hauptbahnhof Salzburg verlegt wurden. Ein Grund dafür war auch, dass Schutzsuchende sich dort noch auf österreichischem Staatsgebiet befinden und daher bei den deutschen Bundespolizisten kein Asyl in Deutschland beantragen können. Dies sei jetzt aber auch bei einer Kontrolle in Freilassing nicht möglich.


Erst am vergangenen Wochenende hatten die Bundespolizisten der Inspektion Freilassing insgesamt 85 Männer, Frauen und Kinder festgestellt die versuchten unerlaubt nach Deutschland einzureisen. „Sie wurden teilweise nach Deutschland eingeschleust, im Landesinneren abgesetzt oder versuchten auf eigene Faust einzureisen“, so eine Sprecherin.

59 von ihnen verweigerten die Bundespolizisten die Einreise, die übrigen wurden zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weitergeleitet, in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert oder vom Jugendamt übernommen. Zudem wurden zwei Schleuser dem Haftrichter vorgeführt. Gegen zwei Albaner und einen Iraner lag bereits ein Einreiseverbot vor.

hud

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