Junge Männer berichten

Prozess zeigt: So wird in Freilassing mit Drogen gehandelt

  • schließen

Freilassing - Wie läuft der Rauschgifthandel in Freilassing ab? Ein Prozess am Laufener Amtsgericht lieferte nun Einblicke - die Zeugen waren allesamt nicht älter als 20 Jahre. 

Rund 3900 Euro sollen geflossen sein, es ging um insgesamt 450 Gramm Marihuana, aber auch um Haschisch, Amphetamin und Ecstasy - dass ein Freilassinger das ganze Rauschgift zu Jahresbeginn in Umlauf gebracht hatte, konnte das Amtsgericht Laufen am Montag nicht endgültig nachweisen. Trotzdem waren drei junge Männer als Zeugen geladen, die darüber berichteten, wie in Freilassing mit Drogen gehandelt wird: allesamt nicht älter als 20 und gegen sie laufen ebenfalls Ermittlungen wegen Rauschgifts bzw. sitzen schon im Gefängnis. 

In diesem Fall wurden die ersten Kontakte in einem Technoclub im österreichischen Bezirk Braunau geknüpft. Man habe sich kennengelernt und sich verabredet. Zwischen dem übergeordneten Händler und dem 20-jährigen Zeugen, der inzwischen selbst zu zwei Jahren und achte Monaten Haft verurteilt wurde, wurden in Freilassing dann Kommissionsgeschäfte ausgemacht - denn der 20-Jährige konsumierte nicht nur selbst, sondern verkaufte auch weiter. Einkaufspreis acht Euro pro Gramm Marihuana, Verkaufspreis 8,50 Euro.

Wo fanden die Drogengeschäfte statt? Die Zeugen berichteten dem Gericht, dass das Rauschgift am Realschulparkplatz, am Sudetenplatz und auch im sogenannten Schulwald nahe der Grundschule übergeben wurde.

18-Jähriger: "Jeder hat konsumiert, also hab' ich es auch getan"

Doch auch die Kunden des 20-Jährigen verkauften den Stoff vermutlich wiederum weiter: "Jeder hat Marihuana konsumiert, also hab' ich es auch getan", so ein 18-jähriger Traunsteiner vor Gericht. Wenn er sein "Gras" nicht am Traunsteiner Bahnhof bekam, kaufte auch er in Freilassing. In einem Schließfach am Traunsteiner Bahnhof hatte er für Drogengeschäfte 800 Euro lagern. Die Deals nach Freilassing wurden über die Chatfunktion der Playstation eingefädelt. Nach den Rauschgiftübergaben in Freilassing wählte er das Taxi als bevorzugtes Verkehrsmittel, "da wird man nicht kontrolliert"

Ein 34-jähriger Freilassinger, der das Rauschgift unter den jungen Männern in Umlauf gebracht haben soll, konnte am Montag deshalb nicht verurteilt werden. In Chat-Verläufen konnte ihm nichts nachgewiesen werden, auch die DNA-Spuren auf Drogenpäckchen waren nicht eindeutig genug. 

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Zurück zur Übersicht: Freilassing

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT