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Kein offizieller Halt in Freilassing – BRB reagiert verhalten 

Österreichische Westbahn fährt ab Dezember direkt nach München

Bisher nutzen die Westbahn und die BRB einen Bahnsteig am Hauptbahnhof in Salzburg, Reisende nach München müssen hier umsteigen. Ab Dezember will die Westbahn selbst sechs Mal am Tag nach München weiterfahren.
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Bisher nutzen die Westbahn und die BRB einen Bahnsteig am Hauptbahnhof in Salzburg, Reisende nach München müssen hier umsteigen. Ab Dezember will die Westbahn selbst sechs Mal am Tag nach München weiterfahren.
  • Michael Hudelist
    VonMichael Hudelist
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Von 2012 bis 2013 war Freilassing gut genug als Endhaltestelle für die Westbahn, weil wegen des Umbaus des Hauptbahnhofes in Salzburg kein Platz für die Westbahn-Garnituren war. Ab Dezember 2021 wird die private Westbahn tägliche Verbindungen vom Wiener Westbahnhof nach München anbieten, allerdings ohne Halt in Freilassing, Traunstein oder Rosenheim.

Freilassing / Salzburg / München - Durchkreuzen könnte diese schnelle Direktverbindung zwischen der österreichischen Bundeshauptstadt und der bayerischen Landeshauptstadt nur noch die Deutsche Bundespolizei, wenn die stationären Grenzkontrollen über den November hinaus erneut verlängert werden und dann die Bundespolizei in Freilassing alle Züge weiter kontrolliert. 

Seit 2009 gibt es in Österreich die vom Bauunternehmer Hans-Peter Haselsteiner gegründete WESTbahn, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bezeichnung der Bahnstrecke von Wien nach Salzburg. Mittlerweile sind auch die französischen Staatsbahnen SNCF mit rund 17 Prozent beteiligt. Stündlich fahren die Doppelstock-Triebwagen von Salzburg abwechselnd zum Wiener Westbahnhof und zum Hauptbahnhof Wien.  

Mit dem europaweiten Fahrplanwechsel am 12. Dezember folgt der erste, internationale Schritt, die Westbahn wird mit neuen „Kiss 3“-Garnituren sechs Mal täglich von Wien Westbahnhof zum Hauptbahnhof in München fahren. „Durch den Halt in München Ost ist dabei der einfache Umstieg in die S-Bahn zum Flughafen München gewährleistet“, so eine Westbahn-Sprecherin. 

Dass die Westbahn nun nach München fährt und zum Beispiel nicht innerhalb Österreichs nach Graz oder Innsbruck erklärt die Sprecherin so: „Auf der Weiterfahrt bis Innsbruck oder zwischen Wien und Graz müssten wir eigenwirtschaftlich gegen einen subventionierten Verkehr der ÖBB ‚anfahren‘ - das ist nur sehr schwer möglich“. 

Bayernticket gilt nicht

Die Westbahn will in Bayern die Preise purzeln lassen, „wir werden immer günstiger sein als der jeweilige Vergleichspreis von ÖBB und DB, ohne Rabattkarte werden das 25 bis 35 Prozent sein“. Das heißt, das Ticket von Salzburg nach München wird 20,80 Euro kosten. Das Bayernticket wird nicht anerkannt, man wolle sich aber bemühen „mittelfristig“ bestehende Tickets anzuerkennen. 

Die Westbahn-Garnituren werden vom Salzburger Hauptbahnhof bis München Ost durchfahren, so ist es zumindest geplant, ob und wo die Bundespolizei Grenzkontrollen durchführen wird ist noch unklar, derzeit kontrollieren Beamte ÖBB-Fernzüge indem sie in Freilassing einsteigen und die Passagiere bis Traunstein kontrollieren. Falls die „vorübergehenden Grenzkontrollen“ seit 2015 im November neuerlich um ein halbes Jahr verlängert werden „wird auch die Westbahn auf jeden Fall grenzpolizeilich kontrolliert“, so ein Sprecher der Bundespolizei in Freilassing. 

BRB will nicht nach Wien 

Die Bayerische Regiobahn (BRB, vormals Meridian) reagiert verhalten auf die neu entstandene Konkurrenz aus Wien, „es ist ein zusätzliches Angebot, natürlich ein Konkurrenzangebot, aber deshalb planen wir nicht im Gegenzug bis nach Wien zu fahren“, so BRB-Geschäftsführer Fabian Amini. Trotz der Ausdehnung der Westbahn in Richtung München soll es weiterhin gemeinsame Tarife zum Beispiel von München nach Wien-Westbahnhof geben, die auf der Website der BRB unter „Mit der Westbahn nach Österreich“ zu finden sind. Auf der Internetseite der Westbahn sucht man das gemeinsame Ticket nach München vergeblich. 

Insider vermuten auch, dass es durch die Einführung des staatlich subventionierten Klimatickets in Österreich im Oktober offensichtlich günstig sei einen Zug dann nach München weiterfahren zu lassen. Das Klimaticket – geplant als 1-2-3 Ticket - sollte ursprünglich ein Bundesland für einen Euro pro Tag anbieten, also 365 Euro für alle Busse und Bahnen in einem Bundesland, nun kostet es 1.095 Euro für sechs Bundesländer, Wien, Niederösterreich und das Burgenland sind noch nicht an Bord. Der Bund lässt sich das Klimaticket rund 150 Millionen Euro pro Jahr kosten. 

hud

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