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Kommen Salzburger wieder zum Einkaufen?

Österreicher sollen wieder vermehrt nach Freilassing gelockt werden

Die Vorsitzende des Wirtschaftsforums Freilassing,
Anni Klinger, beklagt das Fehlen der österreichischen
Kundschaft, „wenn wir jetzt wieder 20 Prozent des Umsatzes
mit Österreichern machen müssen wir froh sein“.
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Die Vorsitzende des Wirtschaftsforums Freilassing, Anni Klinger, beklagt das Fehlen der österreichischen Kundschaft, „wenn wir jetzt wieder 20 Prozent des Umsatzes mit Österreichern machen müssen wir froh sein“.

Am Samstag wollen sich die Geschäftsleute mit dem schon traditionellen „Tag der Frau“ wieder verstärkt um Kundinnen bemühen, vorallem auch um Salzburger, die der Grenzstadt seit Jahren immer mehr den Rücken kehren. „Es kommen tatsächlich immer weniger, früher war rund 40 Prozent der Kaufkraft von Österreichern, wenn sie jetzt nach Corona wieder bei 20 Prozent ist müssen wir froh sein“, so Anni Klinger, Vorsitzende des Wirtschaftsforums, in dem auch rund 40 Innenstadtgeschäfte vereint sind.

Freilassing - Dass immer weniger Salzburger nach Freilassing kommen beklagt Klinger schon seit Jahren, erst waren es zweimal lang dauernde Baustellen in der Münchner Bundesstraße auf Salzburger Seite, dann im Herbst 2015 und die Monate danach die strengen Grenzkontrollen der Deutschen Bundespolizei im Zuge der Fluchtbewegung. Trotz zum Teil sehr hoher Preisvorteile in Deutschland, vor allem im Nicht-Lebensmittel-Bereich, wurde vielen Österreichern die wöchentliche Fahrt über die Grenze einfach zu mühsam. Dann kam Corona und eine de facto Schließung der Grenze, und das für Wochen und Monate. „Selbst jetzt gibt es noch unterschiedliche Regeln, bei uns gilt noch die FFP2-Pflicht in Geschäften, österreichische Kunden haben die oft nicht mehr dabei weil sie in Österreich nicht mehr Vorschrift ist“. 


„Salzburger haben Alternativen gefunden“, Anni Klinger

 Freilassing reagierte mit Radiowerbung in Salzburger Regionalsendern, doch die früher gewohnten Autokolonnen in Richtung Freilassing, vor allem am Samstag, bleiben weiter aus. „Viele ehemalige Freilassing-Kunden haben scheinbar Alternativen in Salzburg gefunden, die Fahrt über die Grenze mit möglichen Kontrollen und anderen Corona-Regeln ist ihnen vielleicht zu lästig“. Es gebe bei vielen Kunden eine gewisse „Grundunsicherheit“. Nachdem sich in Österreich selbst schon die Corona-Regeln fast täglich ändern kennt die bayerischen Regeln außer den Pendlern naturgemäß kaum jemand. „Darf ich überhaupt über die Grenze?“, „Welche Corona-Regeln gelten in Bayern?“ sind die gängigsten Fragen, die auch in den Sozialen Medien nach wie vor gestellt werden. „Die Grenzregion mit zusammengewachsenen Städten ist von Grenzschließungen und Kontrollen stark betroffen, ich verstehe auch nicht warum zum Beispiel die Migrationskontrollen ausgerechnet an der Grenze stattfinden müssen“, fragt Klinger zum wiederholten Male, diese könnten auch im Hinterland mit den Schleierfahndern durchgeführt werden. Ihrer Meinung nach sollte es wie früher eine Art Zollgrenzbezirk geben, also bis 30 Kilometer in das Hinterland hinein ein Gebiet, das von verstärkten Grenzkontrollen verschont wird. 

Konzertierte Aktion mit Berchtesgaden und Bad Reichenhall während Corona, und jetzt?

Die Frage, wie man Salzburger zurück holen kann stellt sich nicht nur Freilassing, sondern auch in andere Kommunen. Berchtesgaden hatte zum Beispiel eine Beilage in den ‚Salzburger Nachrichten‘, in der sich der Bürgermeister für die Treue und das Einkaufen „dahoam“ während der Corona-Zeit bedankte, wohlwissend dass Salzburger eben während der Corona-Zeit Berchtesgaden nicht die Treue halten konnten. Anni Klinger aus Freilassing erinnert sich, dass die drei Kommunen Freilassing, Bad Reichenhall und Berchtesgaden viele gemeinsame Aktionen gegen die ihrer Meinung nach zu strengen Corona-Regeln organisierten, „früher hat sich jeder nur um sich gekümmert, in Corona-Zeiten haben wir uns sehr gut abgestimmt“. Und was ist davon geblieben? Offensichtlich wenig, eine langfristige Zusammenarbeit oder gar ein gemeinsamer Werbeauftritt in Salzburg ist nicht angedacht, „das wäre aber eine gute Idee“, so Klinger auf eine entsprechende Nachfrage. 

Angst vor dem Herbst?

Angst vor einer vierten Welle durch die neue, noch ansteckendere Delta-Variante, erstmals nachgewiesen in Indien, hat Klinger schon ein wenig. „Ich hoffe halt, dass im Herbst dann noch mehr geimpft sind und es dann keinen neuerlichen Lockdown mit Geschäftsschließungen geben wird, das würden viele Unternehmer dann wirklich nicht mehr überleben“. 

Michael Hudelist

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