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Drei Grundstücke – kein Zentralklinikum?

Medizinische Grundversorgung in Freilassing bleibt ein Notfallpatient

Kreisklinik Freilassing
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Kreiskrankenhaus Freilassing
  • Michael Hudelist
    VonMichael Hudelist
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Freilassing - Drei Gemeinden halten Grundstücke für den angedachten Neubau eines Zentralklinikums im Berchtesgadener Land bereit, Bad Reichenhall, Piding und Freilassing.

Dabei ist nach wie vor unklar, ob es überhaupt einen Neubau im Landkreis gibt. Fix scheint nur zu sein, dass Freilassing die schlechtesten Karten für ein neues Zentralklinikum hat, zumindest wenn es nach der Klinikleitung und Landrat Bernhard Kern geht. Letzterer hatte Freilassings Wunsch nach einem Neubau bei einer Veranstaltung als „Illusion“ bezeichnet. Im Stadtrat stieg am Dienstagabend der Blutdruck beim Thema Klinikum bei den Mitgliedern merklich an. 

Schon vor der Diskussion der Stadträte machte Bürgermeister Markus Hiebl aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Die klare Absage des Aufsichtsrates der Klinik Südostbayern an den Standort Freilassing im Hinblick auf die Standortsuche eines Zentralklinikums ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar“.

Unabhängig davon werde die Stadt mit ihrem Grundstück am jetzigen Krankenhausareal als eine Art „Auffangnetz“ zur Verfügung stehen, wenn die beiden anderen Standorte in Bad Reichenhall und Piding doch nicht realisiert werden können. Wichtig war Hiebl und in der Folge auch den Stadträten, dass „ein Zentralklinikum im Landkreis bleiben muss, egal wo“.

Es sei wichtig, dass der Stadtrat „Flagge“ zeige für die Gesundheitsversorgung, man wolle weg von einer gewinnorientierten Versorgung hin zu einer allgemeinen Daseinsvorsorge. Hiebl forderte Solidarität im Landkreis, „jeder Standort, der die Voraussetzungen erfüllt, sollte von uns unterstützt werden“.

Was ist in Freilassing geplant?

Unabhängig von einem möglichen Zentralklinikum will Hiebl aber schon wissen, wie es mit dem Krankenhaus in Freilassing weiter geht, das für viele keine richtiges Krankenhaus mehr ist. „Für mich persönlich ist hier noch großes Verbesserungspotenzial erkennbar“, so der Bürgermeister im Stadtrat. Vorstellbar sei eine Art Versorgungszentrum, denn Freilassing habe bereits ein dichtes Netz an Ärzten.

Kliniken Südost wollen Ersatzneubau, aber wo? 

Hintergrund für die Diskussion ist, dass die Leitung der Kliniken Südostbayern mit sechs Standorten in BGL und Traunstein die Stadt Bad Reichenhall aufgefordert hatte, ein Grundstück für einen Ersatzneubau zur Verfügung zu stellen. Neben einem Areal an der Saalach – gegenüber der Rupertustherme – soll nun auch eine Fläche in Piding in unmittelbarer Nähe der Lebenshilfe-Werkstätten im Angebot sein.

Dem möglichen Standort in Freilassing hatte der Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern – im Eigentum der beiden Landkreise – bereits eine Abfuhr erteilt, obwohl hier 37.000 m² für die Klinik und zusätzlich 12.700 m² für Wohnungen und eine Tagespflege zur Verfügung stehen.

 „Mit Klinik in Piding gut bedient“, Edeltraud Rilling

In der Diskussion im Stadtrat am Dienstagabend wurde klar, dass die Politik die geplante Zentralklinik naturgemäß in Freilassing will, wenn das nicht geht, dann aber zumindest im Landkreis ein Zentralklinikum fordern, nach Möglichkeit nahe an Freilassing. Thomas Wagner, CSU, artikulierte das so: „Freilassing muss bereit sein, einen Standort zu bieten, wenn es an den beiden anderen Standorten Probleme gibt. Wenn die Wahl auf Freilassing fällt, ist es uns recht, wenn das Zentralklinikum in den Landkreis kommt, muss es uns egal sein wo“.

Edeltraud Rilling von den Grünen meinte, Freilassing solle sich mit den nördlichen Gemeinden „ernsthaft unterhalten“, mit einem Klinikum in Piding „wären alle gut bedient“.

Bettina Oestreich von den Freien Wählern sprach sich auch dafür aus, dass die Stadt Freilassing ein Grundstück zur Verfügung stellt, „falls der Standort Freilassing aber fallen gelassen wird, dann müssen wir uns um eine andere Trägerschaft für das Krankenhaus und eines medizinischen Versorgungszentrums mit einer 24-Stunden-Versorgung kümmern“.

Die Stadt müsse auch sicherstellen, dass die Krankenhausgrundstücke auch solche bleiben und nicht von der Kliniken AG verkauft werden, wenn das Krankenhaus heruntergefahren wird. Dass im Landkreis überhaupt ein neues Zentralklinikum gebaut wird, bezweifelt indes Robert Judl von Pro Freilassing, „es besteht schon die Gefahr, dass die Klinikleitung alles am Standort Traunstein zusammenzieht“.

Dann wäre seiner Meinung nach die Stadt als Träger gefordert und könnte nach dem Beispiel Fridolfing ein Belegkrankenhaus installieren, also eine Klinik, in der die Betten von niedergelassenen Ärzten und Hebammen für Patienten genutzt werden. 

Die Kliniken Südostbayern AG betreiben seit der Fusion der beiden Landkreis-Kliniken-Gesellschaften im Sommer 2009 derzeit sechs Standorte, und zwar in Traunstein, Ruhpolding und Trostberg, sowie in Berchtesgaden, Bad Reichenhall und Freilassing. Das Klinikum in Traunstein ist dabei die zentrale Klinik mit der höchsten Versorgungsstufe, eine zentrale Funktion hat auch noch das Krankenhaus in Bad Reichenhall. Das Berchtesgadener Land ist mit 33 Prozent an der Kliniken AG vertreten, der Landkreis Traunstein mit 67 Prozent.

hud

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