„Nur Loks anschauen“ bei freiem Eintritt?

Lokwelt Freilassing öffnet heute - Stadtrat lehnt freien Eintritt ab

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Historische Lokomotiven präsentiert die Lokwelt auf 17 Gleisen wieder ab Samstag.

Freilassing - Heute, Samstag, 30. Mai, sperrt die Lokwelt wieder auf, allerdings mit einem eingeschränkten Programm. Besichtigt werden können die Lokomotiven im Rundlokschuppen, aber es gibt keine Vorführungen und keine Drehscheibenfahrten, auch das Kindermuseum bleibt geschlossen.

Im Stadtrat diskutierten am Montagabend die Mitglieder vorallem darüber, wie man den Verein wieder einbinden könnte, der zum Großteil aus pensionierten Eisenbahnern besteht und daher aus Altersgründen zur Corona-Risikogruppe gehört.


Knapp 950 Besucher zählte die Lokwelt im Juni 2019, diese Zahl wird man in diesem Jahr wohl nicht erreicht, dennoch soll die Lokwelt „als ein wichtiges Ausflugsziel und Werbeträger für die Stadt Freilassing“ wieder aufsperren, so Lokwelt-Chefin Ingrid Gattermair. Sie schlug dem Stadtrat einen Stufenplan vor, der eben am Samstag in Stufe 1 die Öffnung vorsieht. Nach der derzeit gültigen 20-Quadratmeter-pro-Person Regel dürfen 85 Besucher gleichzeitig in den Ausstellungsbereich. Gattermair befürchtet nicht dass diese Zahl überschritten wird, „in den Pfingstferien 2019 hatten wir durchschnittlich 50 Gäste am Tag in der Lokwelt“, ein Besucheransturm sei also nicht zu erwarten, das hätten auch die Erfahrungen der bereits geöffneten Museen gezeigt.

Eintritt auf Spendenbasis abgelehnt

Einen wichtigen Teil der Lokwelt bilden die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Vereins „Freunde des historischen Lokschuppens 1905“, die zum Beispiel die beliebten Fahrten auf der Lokdrehscheibe organisieren. Die großteils pensionierten Eisenbahner gehören wegen ihres Alters zur Risikogruppe, daher sollen sie derzeit nicht zum Einsatz kommen. Auch das ehrenamtlich arbeitende Kassenpersonal gehört zur Risikogruppe, „das heißt, wir werden in der Stufe 1 die Kasse nicht besetzen und daher auch keinen Eintritt verlangen“, so der Plan von Gattermair.


„Nur Loks anschauen ist zu wenig“

Kritisch beurteilte Wolfgang Hartmann von den Grünen den Dreistufen-Plan, der Shop – und damit auch die Kasse – müsste offen sein „wie alle anderen Geschäfte ja auch“, jeweils ein Vereinsmitglied könnte die Kasse besetzen, „nur Loks anzuschauen ist schon ein bisschen wenig“. Thomas Ehrmann von den Freien Wählern zeigte sich hingegen von der großzügigen Seite, „jetzt wo Familien vielleicht wenig Geld haben könnte die Stadt sich großzügig zeigen und auch länger auf den Eintritt verzichten“.

Die beliebten Drehscheibentage wird es vorerst nicht geben

Der Stadtrat einigte sich schließlich einstimmig darauf, die Lokwelt am Samstag in einer ersten Phase zu öffnen, sowie über Pfingsten auch den Shop aufzusperren, allerdings mit einem Eintrittspreis von 5 Euro für Erwachsene. Die Lokwelt ist normalerweise von Freitag bis Sonntag geöffnet, in den Pfingstferien täglich.

hud

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