Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Freilassing

18 Fragen an Daniel Längst (FWG/Heimatliste)

Bürgermeisterkandidat in Freilassing: Daniel Längst (FWG/Heimatliste).
+
Bürgermeisterkandidat in Freilassing: Daniel Längst (FWG/Heimatliste).

Freilassing - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Freilassing wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Daniel Längst (FWG/Heimatliste).

Homepage/Social-Media-Kanäle:


Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Daniel Längst


2. Partei

FWG - Heimatliste

3. Alter

31

4. Wohnort

Freilassing, schon immer

5. Geburtsort

Freilassing

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

Zwei Mädchen

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Durch meinen Vater, der bis zu seinem Tod nicht nur einmal Stadtratskandidat, sondern auch ein fester Bestandteil der FWG Heimatliste Freilassing war, wurde ich zu einem politischen Menschen geformt. Der Weg ins Ehrenamt, vom Schwimmtrainer über den sportlichen Leiter bis hin zum 1. Vorstand des TSV Freilassing war somit vorgezeichnet. Über diese Positionen, verbunden mit den erfolgreich abgearbeiteten Organisationsschwierigkeiten nach dem Hochwasser 2013 bekam ich nahezu automatisch Kontakte und breiten Einblick in die Stadt Freilassing.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Es gibt kein direktes „politisches Vorbild“, da es in vielen Bereichen Persönlichkeiten mit großen Vorzügen gäbe. Vorbildlich sehe ich es, wenn man unter Ausschluss von „Klientelpolitik“ für die breite Gesellschaft Positives bewirken kann

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Die Menschen. Jede und jeder Einzelne, den ich auf meinen bisherigen und zukünftigen Weg kennenlernen durfte bzw. noch kennenlernen werde. Diese Erfahrungen prägen mich und meine Person, und darauf bin ich stolz. Nach meiner Überzeugung machen die Menschen der Stadt, neben den Einheimischen auch die über 80 vertretenen Nationen, die besondere Vielfalt und Solidarität in unserer Heimatstadt aus. In den Tagen und Wochen nach dem Hochwasser 2013 zeigte sich diese ungemein wichtige Solidarität in der Stadt mit aller Kraft.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Die Anforderungen unserer Bürgerinnen und Bürger an alle politischen Ebenen, somit auch der eigenen Heimatstadt gegenüber haben sich in Hinblick auf einen Wertewechsel grundlegend geändert. Die heutige Jugend, lange als unpolitisch gebrandmarkt, ist ein großer Teil dieser Änderungen. Es darf nicht nur mehr „verwaltet“ werden. Es muss wieder gestaltet werden. Auf diese veränderten Herausforderungen ist mit gut organisierter, gestalterischer Kraft und Nachhaltigkeit heranzugehen. Zielgerichtet vorausgehen unter Mitnahme möglichst Aller ist mein Ziel.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Der Bürger steht im Mittelpunkt, nicht die Verwaltung. „Mehr Dienstleistung als „Verwaltung“, Kinderbetreuung im dringend notwendigen Umfang, Rathaus Online, sozialverträglicher Wohnungsraum mit dem Kommunalen Wohnungsbau, dies sind die Schlagwörter.

Früher wurden meistens die Liegenschaften veräußert. Dies war vordergründig gut für den statistischen Schuldenstand. Dies wird aber weder der Ansiedlung von Gewerbe gerecht, noch konnten so Flächen bevorratet werden, welche heute bitter notwendig wären, um neben Gewerbe auch Wohnungen unter Federführung der Stadt bauen zu können. Um hier allen Freilassingerinnen und Freilassinger entsprechend Perspektive bieten zu können, ist hier insbesondere in Zeiten minimaler Zinsen ein eindeutiger Paradigmenwechsel notwendig.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Punkt 12 schafft die wesentlichen Grundlagen für die Umsetzung unserer Pflichtaufgaben. Dazu gehören für das Gewerbe die dringend benötigte Umsetzung zeitgemäßer Digitalisierung. Ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Schaffung sozialverträglichen Wohnraums, auch hier wieder in Verbindung mit Punkt 12, müssen und werden zielgerichtet angegangen. Nur dann kann die Weiterentwicklung der Zukunft Freilassings nachhaltig angegangen werden.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Sozialverträglicher Wohnraum, die Schaffung des richtigen Wohnraums für die immer mehr aufkommenden Singlehaushalte für Jung und Alt. Mit den Fördermitteln des Freistaates kann hier für günstigen Wohnraum gesorgt werden.

Unsere Kindergärten sowie die Planungen der Grundschule. Hier möchte ich im Bereich der Kinderbetreuung vorhandene Ressourcen besser nutzen um mit flexiblen Buchungszeiten, für optimierte Auslastung der Kindergarteneinrichtungen zu sorgen und so den Bedarf gezielter zu bedienen.

RAL-Gütezeichen. Werden die Werte und Vorgaben des Gütezeichens der „Gütergemeinschaft Mittelstandsorientierter Kommunalverwaltung e.V.“ von den Mitarbeitern gelebt, steht die Dienstleistungsqualität der Verwaltung automatisch im Vordergrund. Punkte wie Planungssicherheit, Transparenz und Kundenorientierung werden hier auf den Prüfstand genommen und sorgt für mehr Service für den Bürger

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Kommunaler Wohnungsbau in Verbindung mit Punkt 12 ist hier das Gebot. Die Stadt als solider, nicht Höchstgewinn-orientierter Bauträger. Mit meinem Konzept auf dem jetzigen Bauhof-Gelände - möchte ich im Zuge dessen Neubaus - die Umsetzung des Kommunalen Wohnungsbaus möglich machen, um zügig den sozialverträglichen Wohnungsbau in Freilassing umzusetzen und zu zeigen, dass dies ein Weg der Zukunft ist.

Diese Konzepte sind mitnichten eine neue Erfindung. Diese Konzeptvorschläge wurden bereits 2012 bei der Erstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes von den Bürgerinnen und Bürgern angestoßen, aber leider nie verwirklicht. Förderungen und Subventionen unseren Bürgern im Rahmen einer günstigen Miete zukommen zu lassen ist das Ziel sowie ein weiteres Standbein bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Für mich ist es nicht nur der Klimaschutz, der aktuell „in aller Munde“ ist. Genau hier zeiget sich der von mir schon anfangs angesprochene Wertewechsel. Die Heranwachsenden und jüngere Bevölkerung wird plötzlich „politisch“ und nimmt es nicht hin, wie mit den Ressourcen beispielsweise auch zu Lasten der Wohnqualität umgegangen wird. Ich blicke positiv in die Zukunft denn Ich bin davon überzeugt, dass dieses Interesse der Jugend weit mehr als nur den Klimaschutz betrifft. Für mich geht es um Nachhaltigkeit und Lebensqualität für Alt aber auch Jung!

Mit der Wiedereinführung der in der Geschäftsordnung des Stadtrats ohnehin vorgesehenen Stadtrats-Referenten für verschiedene Geschäftsbereiche ist der „kurze Postweg“, direkt über den Referenten zum Stadtrat und somit zur Verwaltung, wiederherzustellen. Dies dient langfristig auch einer aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an einer aktiven Stadtentwicklung.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zeigt uns den Weg, den die Bürgerinnen und Bürger sich wünschen. Aus diesen Bereichen folgert natürlich ein an Nachhaltigkeit orientierter und bewusster Umgang mit unseren Rohstoffen. Bezogen auf unsere heimischen Landwirte heißt dies, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen und alle Möglichkeiten auch kurzer Wege ihrer Erzeugnisse zu stützen, denn nur gute und ehrliche, ihrem Aufwand angemessene Preise versetzen die Landwirte in die Lage so zu wirtschaften, dass es erst gar nicht notwendig wird, sich näher mit der Düngeverordnung auseinandersetzen zu müssen. Grundsätzlich möchte ich hier den Bürgerinnen und Bürgern eben nicht als purer Verwalter, sondern als Gestalter gemeinsamer Projekte zur Seite stehen. Im Bereich des Stadtgebietes heißt dies, mit einer nachhaltigen Grünordnung zukunftsfähige Standards zu setzen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ich bin überzeugt, dass alles seine Zeit hat. Der derzeitige Wertewechsel in Hinblick auf Nachhaltigkeit und der Tatsache, dass bei richtig eingesetzten Mitteln, „weniger kann auch mehr sein“ kann, bitte ich die Wählerinnen und Wähler neue Wege, weg von der puren Verwaltung bestehender Strukturen, zu unterstützen. Dies mit einem unvoreingenommenen Blick für notwendige Erneuerung und Veränderung der von Zeit zu Zeit einfach notwendig ist.

Aus dieser tiefen Überzeugung und Entschlossenheit kandidiere ich für das Amt des Bürgermeisters.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare