Wahlkampffinanzierung bei der Bürgermeisterwahl in Freilassing 

Markus Hiebl: „Bisher 5.500 Euro aus eigener Tasche bezahlt“

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Markus Hiebl zahlt seinen Wahlkampf zur Gänze selbst, profitiert aber von seinen Unterstützern da er zum Beispiel in der Fußgängerzone ihre Info-Stände mit nutzen kann.

Freilassing -  Der Wahlkampf für die Kommunalwahl geht ins Finale, auch für die Bürgermeisterkandidaten.

Markus Hiebl als unabhängiger Kandidat hatte bereits im ersten Interview im Sommer 2019 angekündigt, den Wahlkampf aus eigener Tasche zu bezahlen, „das halte ich natürlich auch ein, bisher habe ich rund 5500 Euro ausgegeben“, so Hiebl gegenüber BGLand24. Für die Wahl selbst hat er „ein gutes Gefühl, ich gehe aber von einer Stichwahl aus“, wer dann sein Konkurrent sein wird wagt er nicht vorherzusagen. Dass seine Unabhängigkeit von den Mitbewerbern naturgemäß angezweifelt bringt Hiebl nicht aus der Ruhe, wenn sich unterstützende Parteien etwas wünschen wollten dann müssten sie sich eine Mehrheit im Stadtrat suchen, „ich als Bürgermeister habe auch nur eine Stimme“.


Die Grünen/Bürgerliste, die SPD und ‚Pro Freilassing‘ haben, nachdem Hiebl sein Wahlprogramm vorgelegt hatte, große Übereinstimmungen festgestellt und sich erst danach entschieden, ihn als unabhängigen Kandidaten zu unterstützen. Werden sich die möglichen Unterstützer an den Kosten für Plakate und Give aways beteiligen, nimmt er Spenden an?

Dazu kommt von Hiebl nach wie vor ein klares „Nein“, er will seine Unabhängigkeit bewahren, „es wird keine finanzielle Unterstützung geben und ich nehme auch keine Spenden an“. Die „Unterstützung“ der drei Parteien sei, dass sie ihn zu ihren Veranstaltungen einladen und er sich dort präsentieren könne. Aber könnten die drei Parteien nicht später im Stadtrat Hiebl ihre Wünsche als „Rechnung“ präsentieren? Hiebl verneint auch das, „denn ein Bürgermeister hat nur eine von 25 Stimmen im Stadtrat, wenn sich Unterstützer etwas wünschen muss das immer eine Mehrheit im Stadtrat entscheiden“.


„Viele sind mit großen Parteien unzufrieden“

Zurück zum Wahlkampf, dass die Stimmung bei den drei unterstützenden Parteien für Hiebl sehr gut ist überrascht nicht, doch der unabhängige Kandidat will auch bei potentiellen Wählern zum Beispiel in der Fußgängerzone ein Zustimmung wahrgenommen haben. „Viele sagen, es sei mutig ohne eine Parteizugehörigkeit anzutreten, viele finden aber genau das gut weil sie mit den großen Parteien unzufrieden sind“, fasst Hiebl seine Eindrücke zusammen. Viele würden auch fragen, wie er als unabhängiger Kandidat Mehrheiten herbeiführen wolle, „Mehrheiten bilden sich im Stadtrat bei den Parteien, und in einer Kommune geht es um Sachentscheidungen“. Er wolle nur immer wieder betonen, dass er sowohl Führungskompetenz nachweisen könne als auch mit einem Stadtrat lange Zeit als Bauamtsleiter der Stadt Freilassing zusammengearbeitet habe.

Warum parteilos?

Im Wahlkampf werde er immer wieder gefragt, warum er ohne eine Partei kandidiere. Dies erkläre er dann immer mit seinem Lebenslauf, seit 14 Jahren arbeite er mit kommunalen Gremien, den Großteil davon mit den Gremien der Stadt Freilassing und seit 2017 auf Kreisebene des Landkreises Berchtesgadener Land mit dem Kreisausschuss und Kreistag. „Dabei habe ich immer eine politisch unabhängige und neutrale Bearbeitung und Abwägung der Sachentscheidungen vertreten“. Er hätte dabei immer zwischen den verschiedenen Parteiinteressen moderieren müssen, „denn nur so gibt es demokratische Entscheidungen im Interesse der Bürger“. Diese unabhängige und moderierende Herangehensweise wolle er auch als Bürgermeister fortführen.

hud

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