Saalach-Allianz fordert Maßnahmen!

Hochwasserschäden noch sichtbar

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Josef Öllerer, Michael Dorrer, Erich Prechtl und Bärbel Kofler am Grenzfluss

Freilassing -  Bärbel Kofler informierte sich bei der Saalach-Allianz über die Situation am Grenzfluss. Schnell wurde klar, dass noch viele Maßnahmen erforderlich sind.

Auf Einladung der Saalach-Allianz informierte sich die heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler über die Situation am Grenzfluss. Die Allianz fordert, dass geeignete Maßnahmen zur Geschiebe-Durchlässigkeit, zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit und zum Hochwasserschutz ergriffen werden müssen. In der Saalach-Allianz sind grenzüberschreitend Natur- und Umweltschutzverbände, Fischereivereine und Kanuverbände zusammengeschlossen.

Beim Gespräch mit Bärbel Kofler war die Allianz durch ihre Sprecher Michael Dorrer, Josef Öllerer und Erich Prechtl vertreten. „Die Saalach ist ein strukturarmer, in ein zu enges Bett gezwängter Kanal, der dazu dient, Kraftwerke zu betreiben und als Vorfluter Abwässer unserer Kläranlagen aufzunehmen“, brachte es Josef Öllerer gleich drastisch auf den Punkt. Dabei bezog er sich auf den Flussabschnitt von der Kiblinger Sperre in Bad Reichenhall bis zur Salzach-Mündung.

Michael Dorrer, der auch Vorsitzender des Bezirksfischervereins Saalachtal ist, ergänzte: „Der strukturlose, enge Kanal bietet Fischen besonders bei Hochwasser keinen ruhigen Rückzugsbereich. Flachwasserzonen mit Kies-Laichplätzen sind Fehlanzeige und eine ökologische Durchgängigkeit für Fische ist nicht gegeben.“

Kiblinger Sperre 1913

Erich Prechtl, seit Jahrzehnten Vordenker und Vorkämpfer für den Schutz und die Erhaltung der heimischen Fließgewässer, wies darauf hin, dass die Saalach bis zum Beginn der Regulierungsmaßnahmen 1822 in ihrem Mittel- und Unterlauf ein weit verzweigtes und vielfältig strukturiertes Gewässer war. Als den folgenschwersten Eingriff bezeichnete Prechtl den Bau der Kiblinger Sperre im Jahr 1913.

„Seit der Fertigstellung bleibt fast das gesamte Geschiebe im Saalachsee und an dessen Stauwurzel liegen und fehlt somit im Unterlauf.“ Eine der Grundforderungen der Allianz sei deshalb die Wiederherstellung des natürlichen Geschiebehaushaltes, so Prechtl. Höchste Priorität müsse auch die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit und der Strukturvielfalt haben, darauf wies Josef Öllerer vom Fischereiverein Freilassing hin.

„Die vorhandenen Querbauwerke, Rampen und Wehre müssen für Fische und andere Wasserlebewesen passierbar gemacht werden. Wo es möglich ist, sollten auch die Längsverbauungen entfernt werden, damit sich natürliche weiche Ufer entwickeln können“, bezog sich Öllerer auf eine weitere Forderung der Saalach-Allianz.

Hochwasserschutz und Schäden

Intensiv widmeten sich die Gesprächsteilnehmer auch dem Thema „Hochwasserschutz“, zumal sie die Schäden der letztjährigen Flutkatastrophe unterhalb des Freilassinger Wehrs drastisch vor Augen hatten. Dass an der Erhaltung bestehender und der Schaffung neuer Retentionsräume kein Weg vorbeiführe, darin war sich die Runde einig.

„Es ist allerdings nicht leicht, die Interessen des Hochwasserschutzes mit denen der Grundstücksbesitzer unter einen Hut zu bringen“, verwies Erich Prechtl auf Erfahrungen der Vergangenheit und fügte hinzu: „Das ist sicherlich ein Grund, warum die Österreicher ihre Schäden schon beseitigt haben und bei uns der Weg hier immer noch aufhört.“

Bei der Planung von Hochwasserschutz seien selbstverständlich auch Bauwerke, wie Dämme, Rampen und Wasserkraftwerke auf ihre Hochwassertauglichkeit zu überprüfen. „Das Hochwasserereignis von 2013 hat die Schwachstellen an der Saalach deutlich aufgezeigt und erfordert grenzüberschreitend rasche Maßnahmen“, resümierte Prechtl.

Bärbel Kofler, selbst gebürtige Freilassingerin, war beeindruckt von den noch sichtbaren Schäden. Die Anregungen der Saalach-Allianz nahm sie gerne auf. „Gerade die Hochwasserkatastrophe im letzten Jahr hat uns deutlich vor Augen geführt, welche Zerstörungskraft Wasser haben kann und dass Handlungsbedarf dringend angesagt ist.“ Das Treffen mit den Vertretern der Allianz sei ein guter Anlass für weitere Gespräche mit verschiedenen Stellen. Bärbel Kofler bedankte sich bei den Vertretern der Saalach-Allianz für die fundierten Informationen und versprach, weiterhin Kontakt zu halten.

nh

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