Kommunalwahl 2014 in Freilassing

Grüne und Bürgerliste mit Idden für Freilassing

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Der Spitzen-Kandidat der Grünen / Bürgerliste für den Stadtrat Freilassing, Wolfgang Hartmann, Landratskandidat Dr. Bartl Wimmer und Stadt- und Kreisrätin Elisabeth Hagenauer stellten sich den Besuchern bei einer Veranstaltung im Gasthaus Rieschen.

Freilassing - Die Mitglieder der Grünen und der Bürgerliste stellen ihre Wahlkampfziele vor. Spitzenkandidat Wolfgang Hartmann über Fluglärm und die Stadtentwicklung mit Hochwasserschutz.

Bei ihrem letzten Wahlkampftreffen im Gasthof Rieschen erklärten die KandidatInnen, allen voran Spitzenkandidat Wolfgang Hartmann, der Freilassinger Grünen / Bürgerliste ihre Absicht die Freilassinger Innenstadt zu stärken, den Bahnhof bürgergerecht zu sanieren und zu erneuern, sich für einen besseren Hochwasserschutz einzusetzen und Belastungen durch Fluglärm zu minimieren. Zu Gast bei der Veranstaltung war auch der Landratskandidat der Grünen, Dr. Bartl Wimmer, der seine Pläne für den Landkreis darlegte. Begrüßt wurde auch die Stadt- und Kreisrätin der Grünen, Elisabeth Hagenauer. Moderiert wurde die Veranstaltung von Marie-Luise Thierauf.

Gegen "Kirchturmdenken"

Landratskandidat Bartl Wimmer meinte, es gebe kaum einen Landkreis mit so großem Entwicklungspotenzial, aber auch kaum einen, der dies so schlecht nutze. Er wolle dieses Potenzial mobilisieren und dabei einen Nutzen für Alle erreichen, nicht nur für verhältnismäßig Wenige. Als Landrat möchte Wimmer dem vorherrschende „Kirchturmdenken“, geprägt durch Abwerbungen und Konkurrenzkämpfe zwischen den Kommunen entgegenwirken, diese durch Landkreisbeschlüsse umlenken und damit interkommunale Gewerbepolitik stärken. Dabei könnten interkommunale Gewerbegebiete entstehen, die einen nachhaltigen, sparsamen und ökologisch verträglichen Flächenverbrauch ermöglichen würden. So könnten regionales Denken und bestehende Betriebe gefördert und bekannt gemacht werden. Wichtig sei auch der Aufbau eines schnellen Internets in allen Gemeinden und eines nachhaltigen Konzeptes für den Tourismus. Wimmer möchte zudem den Landkreis bis 2030 Energieautark machen. Ziel bei den kommenden Kommunalwahlen müsse sein, den Grünen in den Gemeinde- und Stadträten mehr Sitze zu verschaffen, der CSU im Kreistag einen Sitz zu nehmen und dass die CSU ihre absolute Mehrheit in diesem Gremium verliere, meinte Wimmer.

Stadtentwicklung

Spitzenkandidat Wolfgang Hartmann sagte, das Zentrum Freilassings gehöre gestärkt, statt immer neue Mega-Zentren auf der „Grünen Wiese“ zu erlauben. Geführt durch die Grünen sei gerade eines dieser verhindert worden. Dieser Erfolg sei auch einer von David gegen Goliath gewesen und habe Möglichkeiten aufgezeigt und bewiesen. Noch mehr dieser Zentren auf der grünen Wiese machten die Innenstadt kaputt und zerstörten die Lebensqualität der Stadt. Bei der anstehenden Sanierung und Erneuerung des Bahnhofs sollte darauf geachtet werden, einen besseren Zugang vom Stadtzentrum her zu schaffen, meinte Hartmann. Eine Eisenbahnstadt wie Freilassing habe einen erstklassigen Bahnhof verdient. Die emotionale Verbindung zur Bahn zeige das von den Grünen maßgeblich geförderte „Lokwelt“ Museum, das jetzt etwa 25000 Besucher pro Jahr anziehe. Allerdings sprach sich Hartmann gegen eine Nutzung der denkmalgeschützten Montagehalle als Veranstaltungshalle aus, weil diese zu groß sei und eine dafür notwenige energetische Sanierung zu teuer. „Ein Veranstaltungshaus gehöre ohnehin in das Zentrum der Stadt“. Das „Badylon“ müsse wieder aufgebaut werden, allerdings in Zusammenarbeit mit den Sportvereinen in einer ressourcenschonenden, Energie- und flächensparenden Weise. Vorstellbar sei in dieser Beziehung ein Bau, in dem im unteren Geschoss ein sechsbahniges Schwimmbecken und im oberen Stockwerk eine Turnhalle untergebracht seien, meinte Hartmann.

Über das Hochwasser, zum Fluglärm bis zur Bürgerbeteiligung

Das Hochwasser des vergangenen Jahres habe überdeutlich gezeigt, Flüsse brauchen mehr Raum und Retentionsflächen, sagte Hartmann. Leider sei in dieser Hinsicht sehr wenig geschehen und es habe lange gedauert, bis auch nur ein Konzept für den Schutz von Siedlungen erstellt worden sei. Es könne nicht sein, dass auf Salzburger Seite die Pegelstände der Flüsse jederzeit im Internet eingesehen werden könnten, auf der bayerischen Seite aber nichts dergleichen eingerichtet wurde. Dies sei aber unerlässlich um die Bevölkerung zu warnen und für deren Sicherheit. In Sachen Fluglärm unterstützen die Freilassinger Grünen / Bürgerliste die Arbeit des Schutzverbandes gegen Fluglärm und wollen eine markante Reduktion der Flugbewegungen über der Stadt, sagte Hartmann. Insbesondere während der frühen Morgen- und in den Abendstunden, wenn die „fliegenden Skifahrer“ nach Salzburg kommen und wieder abreisen, sei der Fluglärm nicht hinnehmbar und müsse umgehend reduziert werden. Als wichtige Komponente des Wahlprogramms der Grünen / Bürgerliste sieht Hartmann die Einbeziehung der Bürger in die Stadtpolitik. „Wir müssen immer und ohne „Tabus“ offen reden und gemeinsam zwischen Politik und Bürgern Möglichkeiten diskutieren und Lösungen erarbeiten“, meinte Hartmann abschließend.

Mit Bürgern im Gespräch

In der Diskussion wollte ein Besucher genaueres über Biomülltonnen wissen. Bartl Wimmer entgegnete, diese seien im BGL, entgegen der Wünschen der Grünen leider nicht eingeführt worden und es gebe deshalb auch keine diesbezüglichen Bestimmungen oder Informationen. Ein weiterer Besucher, der sich als „grünes Urgestein“ ausgab, monierte den übermäßigen Flächenverbrauch der Stadt und dass in den Wahlbroschüren der Grünen die Landwirtschaft und die grüne Gentechnik nicht stärker erwähnt würden. Stadträtin Elisabeth Hagenauer erwiderte, sie sei überrascht über die Kritik, denn die Grünen hätten sich immer für die bäuerliche Landwirtschaft stark gemacht und in Gisela Sengl im Landtag eine hervorragende Vertreterin dieser und Sengl und die Grünen insgesamt seien ausgewiesene Gegner der grünen Gentechnik. Zudem sei der Kritiker jetzt selbst Kandidat für gerade jene Partei im Stadtrat, die beinahe jedweden „Flächenfraß“ unterstütze und fördere, konterte Hagenauer.

Pressemeldung Grüne Liste Freilassing

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