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Salzburger Anrainer mit Vorwürfen

Grenzenloser Streit der Fluglärmgegner an der Salzburger Grenze – Wo ist der Lärm größer?

Eine Betroffenheitsanalyse aus dem Jahr 2015 hat nach Ansicht der Salzburger Flughafenanrainer auch heute noch Gültigkeit.
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Eine Betroffenheitsanalyse aus dem Jahr 2015 hat nach Ansicht der Salzburger Flughafenanrainer auch heute noch Gültigkeit.

„Wenn Stadt und Land Salzburg einen Flughafen wollen, dann müssen sie ihren Bürgern klarmachen, dass ein Flughafen nicht lautlos funktioniert“, sagte Bettina Oestreich vom Schutzverband Rupertiwinkel Ende August in einem Interview mit dem SN-Magazin „Hallo Nachbar“ und warf den Salzburgern erneut vor, dass sie mehr Starts und Landungen über dem Süden der Stadt, also über Anif und Grödig, wegen des Lärms verhindern wollen.

Freilassing / Salzburg - Die organisierten Anrainer auf Salzburger Seite wollen das so nicht stehen lassen, „eine Lösung, für die eine Seite auf Kosten der anderen Seite, könne es nicht geben“, so der neue ASA-Vorstand Maik Müller in einer Stellungnahme gegenüber BGLand24. Zudem würde eine aktuelle Lärmanalyse zeigen, dass Gemeinden und Stadtteile in Salzburg weit mehr vom Fluglärm betroffen seien. 

Der noch zu Zeiten Rössler/Oestreich angedachte, gemeinsame Kampf gegen den Fluglärm hat, wie erwartet, nie funktioniert, „denn entweder reduziert man den Flugverkehr insgesamt oder man verlagert nur die Flugbewegungen von der einen Seite auf die andere“, so Müller, der seit Sommer letzten Jahres der neue Obmann des Anrainerschutz-Verbandes ASA ist, seine „neue“ Stellvertreterin ist übrigens eine alte Bekannte: Astrid Rössler, die jetzt für die Grünen im Österreichischen Nationalrat sitzt. Während Müller bei der kommerziellen Luftfahrt wirtschaftliche Überlegungen gelten lässt, hat er kein Verständnis für Schulungsflieger, „die haben auf einem Stadtflughafen nichts verloren“. Er sieht seinen Verband im Übrigen als Interessensverband aller Betroffenen, „der Fluglärm betrifft ja nicht nur Deutsche“. 

Wer ist vom Fluglärm betroffen?

Oestreich hatte behauptet, Starts und Landungen würden vor allem die bayerischen Gemeinden treffen, „das ist eine unzulässige Vereinfachung, weil auch bei den Nordrouten die Anrainer aus Wals-Siezenheim und Bergheim, sowie die Stadtteile Liefering und Taxham betroffen sind“, so Maier. Von den Starts über den Norden – also Richtung Freilassing – würden 43 Prozent bayerisches Gebiet überfliegen, wohingegen 57 Prozent in Richtung Nordosten starten würden, also Richtung Bergheim. „Das heißt, die von Oestreich genannten Zahlen reduzieren sich bereits um die Hälfte“. 

„Die Fluglärm-Belästigung hat sich schon tendenziell in Richtung Salzburg verschoben“, sagt der neue ASA-Obmann Maik Müller und belegt das mit Zahlen.

„In welche Richtung ein Flugzeug startet, ist nicht entscheidend“ 

Für den Salzburger Fluglärmgegner Müller ist ohnehin nicht entscheidend, in welche Richtung ein Flugzeug startet oder landet, „sondern wo wie viele Anrainer mit welcher Intensität dem Lärm ausgesetzt sind“. So habe der Bürgerbeirat des Flughafens 2016 eine entsprechende Analyse gemacht, an der Oestreich vor ihrem freiwilligen Ausscheiden aus dem Bürgerbeirat noch mitgewirkt habe. Dabei sei auf Basis der tatsächlichen Flugbewegungen eine detaillierte Lärmsimulation erstellt worden und mit tatsächlichen Lärm-Messwerten verifiziert worden. Das Ergebnis: Die höchsten Lärmpegel sind im Bundesland Salzburg zu finden, hauptsächlich in Wals-Siezenheim, sowie den Stadtteilen Liefering und Taxham.

In Bayern ist hauptsächlich die Stadt Freilassing betroffen, laut der Analyse wird „nur“ bei 58 von rund 16.000 Hauptwohnsitzen der hohe 60-65 Dezibel gemessen. „Eine massive Lärmbelastung von größer 60 dB bzw. 65 dB betrifft zu 93 Prozent bzw. zu 100 Prozent die Anrainer aus dem Bundesland Salzburg“, so Müller. Die aktuellen Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2022 würden zudem zeigen, dass sich gegenüber der Zahlenbasis von 2015 die Flugrouten ohnehin in Summe Richtung Süden verschoben haben. „Das heißt im Umkehrschluss, dass sich auch die Lärmbelastung, sprich die Betroffenheit, damit tendenziell Richtung Salzburg verschoben hat“. Wie der Flughafen seit Jahren lässt es sich auch der neue ASA-Vorstand nicht nehmen, darauf hinzuweisen, „dass ein großer Anteil aller Flugpassagiere aus dem benachbarten Bayern kommt“. 

hud

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