„Es gibt keinen österreichischen und deutschen Corona-Virus“

Wirtschaftsforum Freilassing startet Online-Petition für eine Grenzöffnung 

hud
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Das Wirtschaftsforum startet eine Online-Petition.

Freilassing - „Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der strikten Grenzkontrollen hier im Grenzraum sind mittlerweile verheerend“, so Anni Klinger, Vorsitzende des Wirtschaftsforums.

Sie startet heute eine Online-Petition und fordert darin von Bundesinnenminister Horst Seehofer eine sofortige Lockerung“ der Maßnahmen. „Im Herzen gibt es zwischen Salzburg und Freilassing keine Grenze“.


„Es freut mich dass wir als kleiner Verein diese Online-Petition auf den Weg gebracht haben“, so Klinger, die Lage sei zwar schon unmittelbar nach dem Beginn der Corona-Einreisekontrollen am 16. März dramatisch gewesen, „aber zu Beginn haben wir die Maßnahmen noch verstanden, jetzt nicht mehr“.

Tatsächlich gibt es in Stadt und Land Salzburg seit mittlerweile zehn Tagen keine bestätigten Neuinfektionen mehr und auch im Berchtesgadener Land gibt es nach einigen Ausreißertagen in der vergangenen Woche nun wieder zwei Tage ohne Neuinfektionen. Das Virus kenne ohnehin keine Grenzen, „es gibt kein österreichisches Corona-Virus und kein deutsches“, so Klinger.


Zahlreiche nach Briefe nach Berlin geschickt

Man habe schon zahlreiche Briefe nach Berlin an die zuständigen Minister geschrieben, „die antworten zwar auch alle sehr schnell und nett, aber geholfen hat uns halt noch niemand“. Sie wisse auch dass es einige gibt die über eine „geschlossene Grenze“ froh sind und dies so lassen wollen, aber für die Gesellschaft und die Wirtschaft habe dies einfach „verheerende Folgen“.

Dass die Kunden derzeit sowohl auf Salzburger Seite, als auch auf bayerischer Seite umworben werden „regional“ einzukaufen stört Klinger nicht, „für uns ist Salzburg regional, im Herzen gibt es doch zwischen Salzburg und Freilassing keine Grenze“.

50 Prozent weniger Umsatz

In Freilassing hätten zwar nach dem verordneten Lockdown alle Geschäfte wieder aufgesperrt, „einige allerdings mit eingeschränkten Öffnungszeiten, das schmerzt uns auch“. Da auch die Einreise nach Österreich derzeit nur mit einem wichtigen Grund möglich ist würde zwar keine Kaufkraft nach Salzburg abfließen, aber auch große Unternehmen würden wegen der fehlenden Österreicher einen Umsatzrückgang von bis zu 50 Prozent melden.

„Die deutschen Kunden reichen für ganz viele Geschäfte eben nicht“ ist Klinger überzeugt. Verständnis zeigt Klinger auch dafür dass viele deutsche Kunden noch zurückhaltend konsumieren, „entweder weil sie vorsichtig sind oder weil in Kurzarbeit oder arbeitslos“.

Freilassing schon wieder betroffen

Freilassing sei mit den Corona-Grenzkontrollen schon zum zweiten Mal dramatisch betroffen, schon nach der Wiedereinführung der Grenzkontrollen im September 2015 im Rahmen der Fluchtbewegung hätten sich viele Salzburger „umorientiert“ und würden nicht mehr so häufig nach Freilassing zum Einkaufen kommen. Dass es jetzt, acht Wochen nach dem Beginn der Corona-Einreisekontrollen, nach wie vor keine Lockerungen gibt empfindet Klinger als „reine Schikane, es ist unverschämt wenn man sieht, dass andere deutschen Grenzen zu den Niederlanden oder Belgien offen sind“.

Hier geht`s zur Petition:

Die Onlinepetition kann hier unterschrieben werden: https://www.openpetition.de/petition/online/lockerungen-der-grenzkontrollen-zwischen-freilassing-und-salzburg , in den nächsten Tagen will das WiFo aber auch noch Handzettel verteilen, damit auch ältere Personen ohne Internet-Zugang teilnehmen können.

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