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WIFO-Sprecherin Anna Klinger im Interview

Einzelhandel in Freilassing am Limit: „Wir sind schon wie die Polizei“

WIFO-Geschäftsstellenleiterin Anna Klinger im Gespräch mit BGLand24.de über den Einzelhandel in Freilassing.
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WIFO-Geschäftsstellenleiterin Anna Klinger im Gespräch mit BGLand24.de über den Einzelhandel in Freilassing.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Das Chaos um die Corona-Regeln hat dem Einzelhandel in Freilassing schwer zugesetzt. Viele Händler gehen sehr weit, um ihr Geschäft zu retten. Und dann gibt es da noch die Schwierigkeiten mit den Kunden - auch aus dem Nachbarland Österreich.

Freilassing - „Eigentlich ist es ganz schwierig.“ Der Einzelhandel habe kaum Umsatz aufholen können in diesem Sommer, stellt Anna Klinger, Geschäftsstellenleiterin vom WIFO Freilassing, fest. „Die Leute haben scheinbar auch ein bisschen die Lust am Shoppen verloren“, aber das sei eigentlich eh klar, dass wenn man eine FFP2-Maske trage und eine neue Bluse probiere, man sich da nicht wohlfühle und „juhu, das ist total toll“ rufe.

Kunden laden Unzufriedenheit im Handel ab

Im Gespräch mit BGLand24.de zieht Klinger eine schlechte Bilanz für den Einzelhandel in Freilassing. Die Stimmung in den Geschäften sei durchwachsen. Klar gebe es auch Läden, in denen es besser läuft, „die Lebensmittel verkaufen, die braucht ja jeder“, so Klinger. Aber viele andere kämen sicherlich nicht an die Umsätze aus vor-Corona-Zeiten.

Die Gründe für die schlechte Stimmung in den Geschäften scheinen eindeutig. Maske tragen und Regeln kontrollieren machen das Shoppen für Viele wohl nicht gerade zum Erlebnis. Einige Kunden seien zwar total begeistert, „dass sie einfach wieder einkaufen können“, erklärt Klinger. Doch viele andere Kunden seien eher unzufrieden mit den Maßnahmen, etwa dem verpflichtenden Tragen der FFP2-Maske. Diese Unzufriedenheit „laden sie dann auch noch bei uns im Handel ab. Das ist halt schade“.

Österreicher haben schon oft keine Maske mehr dabei

Schwierig sei es derzeit auch mit den vielen österreichischen Kunden in der Grenzstadt Freilassing: „Wir leben ja auch viel von den Österreichern.“ Doch im Nachbarland gelten beim Einkaufen andere Regeln als in Deutschland. „Man kennt sich da ja fast nicht mehr aus“, so Klinger. Viele seien unsicher, ob sie einfach über die Grenze fahren dürfen, ob 3-G (also getestet, geimpft oder genesen) gelte, oder auch welche Maske getragen werden müsse.

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„Es ist auch schade, dass wir die Masken noch laufend tragen müssen und in Österreich eben nicht mehr. Dann ist es so, dass die Österreicher auch zu uns kommen und schon gar keine FFP2 Maske mehr dabeihaben. Dann hat man halt auch viel Streit mit den Leuten.“ Schließlich müssen die Geschäfte auch für eine Umsetzung der Corona-Maßnahmen sorgen. „Eigentlich sind wir schon wie die Polizei. So kommt man sich schon vor und das ist sehr anstrengend für alle.“

Geschäftsinhaber „verlangen sich ab, was möglich ist“

Die Corona-Pandemie hat auch die personelle Situation verschlechtert. „Viele Mitarbeiter mussten ausgestellt oder in Kurzarbeit geschickt werden. Jetzt ist überall ein Personalmangel vorhanden“, so Klinger. Besonders schlimm sei es in der Gastronomie, wo man auch wirklich kein Fachpersonal mehr finde, aber auch der Einzelhandel in Freilassing habe es schwer. „Da arbeiten ja meistens die Geschäftsinhaber erst einmal selbst und die verlangen sich alles ab, was möglich ist.“

Das gehe jedoch noch viel weiter. Viele Geschäftsinhaber versuchen, „durch Rücklagen oder sogar die Rente“ die ausgebliebenen Umsätze während der Corona-Pandemie abzufangen. Geschäfts-Schließungen werde es wohl nach und nach geben, vermutet Klinger. „Diese Welle kommt wohl noch auf uns zu.“

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„Dieses Jahr nochmal in den sauren Apfel beißen“

Auch in Sachen Veranstaltungen wird es dieses Jahr wohl noch schlecht aussehen. Der Kirchweihmarkt, der eigentlich im Oktober wäre, sei durch die ganzen Corona-Vorgaben nicht machbar (BGLand24.de berichtete). „Das ist halt einfach auch ein Geschiebe ohne Abstand. Es ist total schade, dass wir das nicht machen können“, so Klinger, „aber man wird halt dieses Jahr einfach nochmal in den sauren Apfel beißen müssen und darauf hoffen, dass es nächstes Jahr wieder geht“. Dieses Jahr werde es - sofern es die Corona-Zahlen zulassen - am 17. Oktober einen verkaufsoffenen Sonntag geben, jedoch eben ohne den bekannten Kirchweihmarkt. „Wir hoffen, dass dann vielleicht doch der ein oder andere zum heimischen Handel geht.“

ce

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