Unterschriften sammeln für Kompromiss

"Aus" für Schule in Salzburghofen: Eltern wollen sich gegen Schließung wehren

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Die Grundschul- Filiale Salzburghofen soll ab dem Schuljahr 2020/21 Geschichte sein, schon in drei Monaten wird es keine erste Klasse mehr an diesem Standort geben.

Freilassing - Weil weniger Kinder die Schule in der Laufenerstraße im Ortsteil Salzburghofen besuchen werden, ziehen die verbleibenden Klassen zum nächsten Schuljahr in Container auf den großen Platz vor der Grundschule um. Doch die Eltern wollen sich gegen diese Maßnahme nun wehren:

Update, 13.43 Uhr: Eltern wollen Unterschriftenaktion starten

Die betroffenen Eltern der Schulkinder in Salzburghofen reagieren gegenüber BGLand24.de überrascht, sie hätten von der bevorstehenden Schließung erst online und von einem Vater erfahren, der in der Stadtratssitzung am Montagabend zufällig anwesend war. "Gerüchte um eine Schließung der Schule gibt es schon länger", sagt Elternsprecher Patrick Weigand. 

In WhatsApp-Gruppen der Eltern seien nach dem BGLand24.de-Bericht die Wogen hochgegangen, es habe bisher keine Informationen an die Eltern von Seiten der Schule oder der Stadt gegeben. "Die Schule in Salzburghofen ist sehr beliebt, letztes Jahr wurde noch gestritten, wer in die Schule an der Laufenerstraße gehen darf", erinnert sich Weigand. Er kenne sogar Eltern, die sich extra wegen der kleinen Schule eine Wohnung im Stadtteil Salzburghofen gekauft hätten

Die Eltern wollen jetzt eine Unterschriftenaktion starten, "als Kompromiss schlagen wir vor, dass man zumindest die Kinder, die jetzt in Salzburghofen unterrichtet werden, dort ihre Schule zu Ende machen dürfen".

Wir berichten weiter.

Vorbericht

Vier ausgelagerte Klassen der Grundschule kommen ab dem Schuljahr 2020/21 von der Laufenerstraße im Stadtteil Salzburghofen zurück in das Hauptgebäude am Georg-Wrede-Platz, die vier freiwerdenden Räume an der Laufenerstraße sollen dann für den steigenden Bedarf an Kinderbetreuung genutzt werden. Schon ab Herbst soll es in der Schul-Filiale keine erste Klasse mehr geben, das Staatliche Schulamt hat die Entscheidung des Rektors unterstützt. In der Stadtratssitzung am Montagabend hat die Stadt nun den weiteren Plan beschlossen.

Bereits im kommenden Schuljahr wird es keine erste Klasse mehr an der Laufenerstraße geben. Der Grund ist, "dass bereits im nächsten Schuljahr sehr viel weniger Kinder aus dem direkten Einzugsbereich der Schule an der Laufenerstraße kommen“, so Rektor Helmut Mayer. Genau genommen sind es derzeit nur zehn Kinder, und von diesen zehn Kindern sind bereits fünf Kinder für die offene Ganztagesschule angemeldet, diese gibt es allerdings nur im Haupthaus der Grundschule. Für ABC-Schützen aus Salzburghofen wäre die Distanz zwischen Salzburghofen und dem Haupthaus allerdings zu groß, eine Begleitung wäre notwendig.

„In Salzburghofen können auch keine oder nur sehr wenige Deutsch-Förderstunden angeboten werden, weil der Stundenplan dort eigenständig läuft und nicht Kolleginnen vom Haupthaus dorthin pendeln können“, so Mayer weiter. Auch Kinder mit Inklusionsbedarf können in der Laufenerstraße nicht unterrichtet werden, da dort sowohl Personal als auch entsprechende Räume fehlen.

Container vor der Schule

Um den Schülern bereits ab dem Schuljahr 2020/21 die „bestmöglichen Voraussetzungen für den Unterricht“ bieten zu können, werden die dann drei verbliebenen Klassen von Salzburghofen in Container in Modulbauweise auf den großen Platz vor der Grundschule ziehen. Zudem soll mit der Planung von fünf Grundschulzügen, also 20 Klassen, an der Martin-Luther-Straße begonnen werden, unmittelbar neben der Mittelschule, das Grundstück gehört bereits der Stadt. „Das alte Zentralschulhaus wurde bereits vor Jahren saniert“, so Bürgermeister Josef Flatscher im Stadtrat, „über die weiteren Schulgebäude an der Bräuhausstraße soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden“. Geplant sei nun, fünf Züge im Neubau unterzubringen und drei Züge, also zwölf Klassen im Haupthaus. Die Regierung von Oberbayern habe zudem erklärt, dass es trotz der beiden Gebäude an unterschiedlichen Orten von einem Sprengel gesprochen werden könne.

In der Sitzung selbst äußerte sich nur Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann kritisch zur Konzentration der Schulen im Bereich der neuen Mittelschule, „weil alle Schulkinder dann an den Ostrand der Stadt müssten, egal wo sie wohnen“. Er wünsche sich eine Entzerrung.

Kindergarten statt Schulklassen

Die ab dem Schuljahr 2020/21 dann ehemaligen Schulräume in Salzburghofen werden nicht lange leer stehen, sie sollen zu einem Kindergarten oder einer Kinderkrippe umgebaut werden, „da ist auch sinnvoll, das sich im neuen Wohngebiet Pfarrweg, wenige hundert Meter vom Schulhaus Salzburghofen entfernt, dann viele junge Familien mit Kindern ansiedeln werden“, erklärte Flatscher.

Michael Hudelist

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