Drittes Gleis: Bau wird ein "massiver Eingriff"

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Bürgermeister Josef Flatscher am Dienstagabend im Rathaussaal: "Seit 30 Jahren wurde diskutiert und gearbeitet - jetzt wird das dritte Gleis umgesetzt."
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Freilassing - Die Bahn spricht von einem "massiven Eingriff": Die Arbeiten für das dritte Gleis nach Salzburg laufen nun erst richtig an, Autofahrer dürfen sich auf Einiges gefasst machen.

"In Freilassing wird in den nächsten zwei Jahren viel auf den Kopf gestellt" - mit dieser Ansage machte Robert Listl von der Deutschen Bahn den Zuhörern im Rathaussaal am Dienstagabend klar, was Sache ist: Der Bau des dritten Gleises nach Salzburg wird für die Stadt ein wahres Großprojekt. Nicht nur die Bauarbeiter werden zu schwitzen haben, auch auf Verkehrsteilnehmer sämtlicher Schattierungen wird Einiges zukommen.

Das wird "richtig spannend", wie es der Projektleiter der Bahn ausdrückte: Der Neubau der Brücke an der Reichenhaller Straße. Im Hintergrund sind die abgeschlossenen Rodungsarbeiten gut zu erkennen. Viele Bäume mussten fallen. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Die Ziele, die die Bahn mit den Bauarbeiten verfolgt sind schnell umrissen: "Freilassing ist ein Nadelöhr, das müssen wir entlasten", so Listl. Aus München, Mühldorf und Berchtesgaden laufen hier die Strecken zusammen, doch der Zugverkehr in Richtung Salzburg musste sich bisher in zwei Gleisen über die Saalach quetschen. Der gute Nebeneffekt: Ein 15-Minuten-Takt in die Mozartstadt.

Diese Arbeiten stehen an:

Die Liste der Arbeiten, die in den nächsten zwei Jahren zu tun sind, ist lang: Die bestehende Saalachbrücke, errichtet 1860, wird um ein Gleis ergänzt; für das dritte Gleis müssen Dämme errichtet werden; die Brücken über den Mühlbach und die B20 werden verbreitert; die Brücke über die innerstädtische Reichenhaller Straße wird komplett neu gebaut ("technisch richtig knifflig"); Oberleitungen im Bahnhof werden erneuert und Lärmschutzwände, vier und sechs Meter hoch, werden errichtet.

"Rammarbeiten": Bald wird's wieder laut in der Nacht

Was bisher schon erledigt wurde, hat jeder Freilassinger schon gesehen bzw. gehört: Die Bäume entlang des Bahndamms wurden gerodet. "Da mussten ein paar Bäume weg, aber es gibt langfristige Maßnahmen, wo wieder Bäume gepflanzt werden, zum Beispiel im Auwald. Alles ist durchdacht", so Robert Listl.

Außerdem dürften viele noch die "Rammarbeiten" im Ohr haben, als in den Nachtstunden für die Arbeiten bereits Stahlträger in den Boden getrieben wurden: "Das ging leider nur nachts. Tagsüber hätte der Bahnverkehr sonst lahmgelegt werden müssen", erklärt der Projektleiter der Bahn. Die lauten Nächte im März werden nicht die letzten gewesen sein: Vom 8. bis 12. April und vom 5. bis 10. Mai wird zwischen 22 und 6 Uhr in der Früh wieder "gerammt".

Ab Juni geht's richtig los - auch für die Autofahrer

Der grobe Übersichtsplan, wann die Reichenhaller Straße teils und wann sie komplett gesperrt sein wird. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

"Ab Mitte des Jahres wird massiv gebaut", kündigt Robert Listl an: "Bis Mitte 2017 haben wir ein straffes Programm, dann wird alles fertiggestellt sein." Die Arbeiten beginnen zuerst an der Reichenhaller Straße. Das unterirdische "Ölbacherl", das bisher neben den Gleisen verläuft, wird auf die andere Seite der Reichenhaller Straße verlegt. Ab Juni müssen sich die Verkehrsteilnehmer dann auf einige Änderungen gefasst machen: Die neue Brücke an der Reichenhaller Straße wird Stück für Stück errichtet - die Straße wird teils komplett, teils einspurig gesperrt.

Wann und wie gesperrt wird:

- Vollsperrung Juni bis Ende August 2015: Die Brückenstützpfeiler werden errichtet.

- September bis März 2016: Die Reichenhaller Straße wird nur einspurig befahrbar sein, die Regelung erfolgt über eine Ampel.

- Vollsperrung März 2016 bis Anfang April 2016 und Mitte bis Ende April 2016: Blöcke für die neue Brücke werden eingeschoben.

- Anfang April 2016 bis Mitte April 2016: Wieder teilweise Sperrung mit einspuriger Regelung.

- Im August, September und Oktober 2016 werden nochmal Vollsperrungen notwendig.

Reichenhaller- und Rupertusstraße im Mittelpunkt

Der gut gefüllte Rathaussaal am Dienstagabend. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Helmut Wimmer vom Ordnungsamt der Stadt wies aber darauf hin, dass die Reichenhaller Straße nur im Brückenbereich gesperrt wird. In Richtung Süden wird es keine Einschränkungen geben. Bei den Vollsperrungen werden Umleitungen über die B20 eingerichtet, bei den Teilsperrungen wird der Kreisverkehr hinter der Bahnbrücke beim Penny Markt außer Kraft gesetzt und mit Ampeln geregelt. Auch auf die Rupertusstraße haben die Bauarbeiten Auswirkungen: Tempo 30 und zwölf Stellplätze weniger für Dauerparker. "Ab Oktober 2016 läuft alles wieder normal", so Helmut Wimmer. Während den Vollsperrungen werden außerdem die Bushaltestellen am Bahnhof und in der Nocksteinstraße nicht angefahren. Die Stadt empfiehlt, auf die Haltestelle in der Rupertusstraße auszuweichen.

Fragen werden wohl auch nach der Infoveranstaltung vom Dienstag noch bleiben, doch Bahn und Stadt wollen weiterhin informieren: Die Anwohner per Brief, die Schüler über ihre Klassenleiter und auch die Stadt betonte mehrmals, als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung zu stehen. Bleibt der Bahn nur ein zügiges Fortkommen bei den Bauarbeiten zu wünschen - und dass den Freilassingern das absolute Verkehrschaos erspart bleibt.

xe

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