Abgespeckter Bankneubau am Salzburger Platz 

Bank in Freilassing „platzt aus allen Nähten“, im Neubau dann trotzdem nur mehr im Erdgeschoss

So könnte der Neubau der VR-Bank am Salzburger Platz aussehen. (Visualisierung: Magg Architekten)
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So könnte der Neubau der VR-Bank am Salzburger Platz aussehen. (Visualisierung: Magg Architekten)

Auf eine größere Zustimmung fiel am Donnerstagabend (25. März) im Stadtrat der abgespeckte Plan für den Neubau der Volks- und Raiffeisenbank am Salzburger Platz. Der neue Plan weist nun nur mehr sechs statt vorher sieben Stockwerke aus, außerdem ist der Block von der Laufener Straße wieder weiter weg gerückt. 

Freilassing - Der Salzburger Platz als „Tor zur Stadt“ habe eine zentrale Bedeutung, darüber waren sich die Stadträte, der Bankenvorstand und Nikolaus Magg vom gleichnamigen Architektenbüro einig. Im erneut überarbeiteten Plan sei der Platz nun wieder besser als solcher erkennbar, so Magg zu seinen Entwürfen, Büros für die Bankmitarbeiter würde es in Zukunft nur mehr im Erdgeschoss geben, darüber seien Wohnungen geplant. Derzeit habe man bereits eine Messstelle für das Grundwasser eingerichtet, da man mit einer zweigeschossigen Tiefgarage doch sehr nahe an das Grundwasser käme. 

Bank will Wohnungen als Anlage

Josef Frauenlob von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost schilderte die Entstehungsgeschichte der Neubaupläne: 2013 hätte die Bank das Nachbargebäude in der Laufener Straße 1 gekauft, 2016 sei dann die Idee zum Abriss und Neubau dieses Gebäudes gekommen, dabei sollte es eine Verbindung zum jetzigen Hauptgebäude (verglastes Haus) geben.

Danach sei der Plan entstanden, ein gesamtes Ensemble neu zu planen, also beginnend in der Laufener Straße 1 über die Münchner Straße bis hin zur Kreuzung mit der Bräuhausstraße. Die ersten Pläne für den Neubau am Salzburger Platz gefielen dem früheren Stadtplaner Schirmer so gar nicht, die geänderten Pläne mit sieben Stockwerken und einem Bau sehr nahe an der Laufener Straße gefielen wiederum dem Stadtrat mehrheitlich nicht. 

An die Ignaz-Harrer-Straße im dichtbebauten Salzburger Stadtteil Lehen fühlte sich bei der Präsentation der Pläne im Oktober 2019 gar CSU-Stadtrat Josef Kapik erinnert, „vor den Häusern steht man ja wie vor einer Burgmauer“, so Kapik damals. Mit den neuen Plänen sei man nun wieder weiter von der Straße weg. „Wir haben 60 Mitarbeiter in Freilassing und platzen hier aus allen Nähten“, so Frauenlob. Trotzdem würden in Zukunft barrierefreie Büros im Erdgeschoss ausreichen, darüber sollen 39 Mietwohnungen entstehen, die langfristig im Besitz der Bank bleiben sollen. 

Grüne: Grün vor, an und auf dem Neubau

Dass die Bank angeblich „aus allen Nähen platzt“ und dann im Neubau nur Büros im Erdgeschoss plant konnte Wolfgang Hartmann von den Grünen nicht so recht glauben. Insgesamt würden vier bis fünf neue Büros entstehen, alle Barrierefrei im Erdgeschoss bekräftigte Frauenlob. Seine Fraktionskollegin Stefanie Riehl kümmerte sich um grüne Anliegen, „sind denn die Bäume nur im Plan, damit es für uns schön aussieht oder kommen die tatsächlich?“ wollte sie von Magg wissen.

„Im acht Meter breiten Bereich an der Laufener Straße soll Grün untergebracht werden“ versicherte der Architekt ohne konkrete Zusagen machen zu können. An der Münchener Straße werde sich kein Grün ausgehen, da würde das neue Gebäude so nahe wie heute an der Straße stehen. Wenn schon nicht vor dem Haus dann wenigstens am Haus, „wie sieht es denn mit einer Dachbegrünung aus?“ wollte Riehl noch wissen, Edeltraud Rilling von den Grünen wollte auch gleich die Fassade begrünen, „das wäre doch ein Hingucker“. Beim Bankenneubau in Freilassing sei man mit diesen Planungen noch nicht so weit, entgegnete Frauenlob, „in Laufen haben wir beim Bau von Mietwohnungen aber sehr wohl ökologische Standards gesetzt“. 

Das Bankgebäude und das Haus dahinter sollen einem Neubau Platz machen, der neben der Bank im Untergeschoss vor allem Mietwohnungen bringen soll. 

Als sehr positiv bewertete Robert Judl von ‚Pro Freilassing‘, im Zivilberuf selbst Architekt, die Entwicklung der Pläne, „die Raumkanten zum Platz sind nun richtig, vorher waren sie zu weit am Platz und zu hoch“. Er fragte sich allerdings, wo denn die Bank während des Baus ihre Kunden bedienen wolle. Diese Frage hatte sich natürlich auch die VR-Bank gestellt, „wir werden entweder einen Ersatzstandort anbieten, eventuell auch in der Münchener Straße“ so Frauenlob, die Basisgeschäfte könne man aber auch in Containern anbieten.

Kritisch äußerte sich CSU-Stadtrat Max Standl, „der Platz wird ja immer kleiner, was passiert eigentlich mit der Laufener Straße, wie viele Quadratmeter werden da überplant?“. Für Fraktionskollegen Wolfgang Krämer stand fest, dass es wegen der Baustelle auf keinen Fall zu einer Einschränkung des Verkehrs auf der Münchener Straße und der Laufenerstraße kommen dürfe. Nikolaus Magg stellte dazu fest, dass sich alles auf dem Grundstück abspielen werde, mit einer Spezialtiefbaufirma werde derzeit ausgelotet wie man die Baugrube einrichten könne. 

Der Stadtrat nahm die neuen Pläne in seiner Mehrheit wohlwollend zur Kenntnis, im Bauausschuss sollen dann weitere Entscheidungen fallen. 

hud

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