Bürgerinitiative "Nein zum Matulusgarten" übt harsche Kritik

"Viele Freilassinger Bürger fühlen sich übergangen und ignoriert"

Freilassing - Die Bürgerinitiative "Nein zum Matulusgarten" lässt wieder mit deutlicher Kritik aufhorchen. Viele Bürger in Freilassing fühlten sich "übergangen und ignoriert".

Kurz vor der Wahl der Bürger um den Bürgerentscheid am kommenden Sonntag zog der Arbeitskreis „Nein zum Matulusgarten“ ein erstes Fazit. "Hunderte Gespräche" habe man mit Freilassinger Bürgern geführt. Dabei stelle man fest, „dass es schon erstaunlich ist, wie der ein oder andere reagiert, wenn Bürger eine eigene Meinung haben und diese auch noch öffentlich vertreten. Als würde man ihnen die Butter vom Brot stehlen. Dabei müsste es doch alle freuen, wenn sich die Mitbürger für Belange der Stadtentwicklung interessieren - ganz ohne politische Vorgaben“ so Sprecher Peter Kirsch. 


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Der Bürger-Arbeitskreis “Nein zum Matulusgarten” tue ebendies und arbeite diesbezüglich auch mit Mitgliedern der meisten Parteien zusammen, wie man via Presseaussendung mitteilt: "Nicht weil man sich für wichtiger hält, sondern weil den Unterstützern des Arbeitskreises bestimmte Themen wichtig sind. Genau diese Themen - so hat man in den letzten Monaten erfahren - sind auch vielen anderen in der Stadt wichtig. Wenn wir der Meinung sind, dass etwas schief läuft, dann müssen wir das auch so sagen", meint Julia Albrecht. Darum kämpfe der Arbeitskreis gegen die aus seiner Sicht "überdimensionierte Bebauung des Matulusgartens". 


Mit dem Projekt würde ein einzigartiges Biotop zerstört. Kritisiert wird auch, dass Wohnungen gegenüber der psychiatrischen Abteilung geplant seien. Zudem würde eine "Bausünde aus den 70er Jahren" durch eine weitere ergänzt. Es sei außerdem schwer zu verstehen, warum man "keine Ausgleichsflächen" bieten müsse. "Unverständlich" sei auch, dass "die Verträge der Heilingbrunner Schwestern" nicht eingesehen werden dürften. Des weiteren würden 24 Apartments für betreutes Wohnen "einfach so" aus den Wohnungen herausgerechnet - "also 126". 

Viele Bürger sähen sich übergangen und ignoriert. "Nur eine kleine Minderheit der eingeladenen Stadträte wollte sich die Ausführungen des Baumsachverständigen Wenisch anhören, weil man sich schon seine Meinung gebildet hatte, weil man Besseres zu tun hatte oder einfach weil es nicht interessierte", prangert die Initiative an.  

So meint Brigitte Lastovka: "Von einem Neustart des Projekts und einer offenen Diskussion über Stadtentwicklung sollten alle Bewohner Freilassings profitieren. Denn: unabhängig davon, wie das Ergebnis am Sonntag lautet, ist doch noch lange nicht Schluss. Es gibt noch viele andere Matulusgärten in der Stadt, noch viele Themen, die viele Freilassinger bewegen. Es wäre schön, wenn man das gemeinsam mit dem Stadtrat angehen könnte. Zusammen und frei von der Lenkung externer Bauherren."

(Red./Pressemitteilung "Nein zum Malusgarten")

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