Verkaufsoffener Sonntag in Freilassing

Autoshow als Anlass für offene Geschäfte, aber noch zeitgemäß?

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Die Autoshow lockt jedes Jahr tausende Besucher an, auch am Sonntag sind alle namhaften Autohändler in Freilassing vertreten.

Freilassing - Am Sonntag laden die Geschäfte zum ersten Mal in diesem Jahr zum „Verkaufsoffenen Sonntag“ ein, von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr sind sowohl die Geschäfte in der Innenstadt, als auch die beiden Warenhäuser am Stadtrand geöffnet.

Die Attraktion wird dabei wieder die Autoshow ab 10 Uhr sein, bei der Händler aus dem Berchtesgadener Land und Traunstein in der Fußgängerzone und der Lindenstraße ihre neuesten Modelle präsentieren.

In Freilassing gab es lange Zeit nur zwei verkaufsoffene Sonntage, unter anderem am Kirchweihsonntag. Doch seit 2004 dürfen die Geschäfte vier Mal im Jahr an einem Sonntag aufsperren, das Ladenschlussgesetz regelt auch, dass die Geschäfte nur aus Anlass von Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen geöffnet sein dürfen, und eine Autoshow ist ja eine Art Messe.

Verkaufsoffener Sonntag in Freilassing

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Neben dem 28. April folgen noch offene Sonntage am Kirchweihsonntag, am letzten Sonntag im September (Kinder- und Familientag) und am letzten Sonntag im November (Adventzauber). Das drei von vier verkaufsoffenen Sonntag verdächtig nahe am Weihnachtsgeschäft sind kommt nicht von ungefähr. „Es stimmt, die letzten drei Sonntage liegen schon nahe beieinander“, so Anni Klinger, die Vorsitzende des Wirtschaftsforums Freilassing.

Bleiben vier offene Sonntage?

In der Diskussion ist vor allem der der Kinder- und Familiensonntag, „da kommen zwar auch viele Besucher in die Stadt aber gehen weniger in die Geschäfte“. Bis jetzt sei sich die Fachgruppe Handel innerhalb des Wirtschaftsforums zwar noch einig, „aber es gibt schon auch Stimmen, die das Personal in dieser Zeit auch schonen will“. Ob der Familientag also verkaufsoffen bleibt ist noch nicht entschieden, „vielleicht verlegen wir ihn nach vorne oder lassen ihn einfach weg“.

Dass sich das Offenhalten an fünf Stunden am Sonntag lohnt weiß Klinger aus eigener Erfahrung, „ich habe da oft einen normalen Tagesumsatz gemacht“, so die Vorsitzende, die mit ihrem Brautmoden-Geschäft eben erst von Freilassing nach Ainring umgezogen ist. Klinger ist davon überzeugt, dass hauptsächlich junge Kunden diese offenen Sonntage schätzen, „sie kennen das ja aus dem Internet, Online können sie ja auch immer einkaufen“. An verkaufsoffenen Sonntagen würde sie aber wieder einmal „das Erlebnis des Einkaufens“ kennenlernen satt dem Nur-Bestellen.

Autoshow noch zeitgemäß?

Dabei ist der verkaufsoffene Sonntag nicht nur für Einheimische interessant, sondern auch für Salzburger, dort wird dieser zusätzliche Einkaufstag vor allem im Radio beworben. „Finanzieren können wir diese Werbung indem wir die Standplätze für die Autoshow an die teilnehmenden Unternehmen vermieten“, erklärt Klinger. 

Aber ist eine Autoshow angesichts des stärker werdenden Umweltgedankens und des Desasters rund um Schummel- Software bei Dieselfahrzeugen überhaupt noch zeitgemäß? Klinger findet ja, immerhin sei die Autoindustrie der wichtigste Arbeitgeber im Land.

Wie auch immer, abhängig ist ein Erfolg der Autoshow und der offenen Geschäfte ohnehin stark vom Wetter, bei Schlechtwetter gehen die geschätzt 8.000 bis 10.000 Besucher lieber in die Geschäfte als im Freien zu flanieren, „wir hatten aber auch schon Schneefall beim ersten offenen Sonntag“.

hud

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