Corona-Ausbruch in Freilassing

Unheimlich belastende Situation für Bewohner und Angehörige im AWO-Zentrum

Freilassing - Nach einem Corona-Ausbruch im AWO-Zentrum Freilassing gibt es unter Bewohnern und Angehörigen Unverständnis für die ergriffenen Maßnahmen. Heimleiter Andreas Achmed Weis kann das gut verstehen, für ihn sind die pflegebedürftigen und alten Menschen die echten Verlierer der Pandemie.

„Wir haben großes Glück, dass wir mit dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht unheimlich gut zusammenarbeiten“, schickt Heimleiter Andreas Achmed Weis gegenüber BGland24.de voraus. Er musste am vergangenen Wochenende einen Teil seiner Bewohner in andere Räumlichkeiten verlegen. Schuld war ein Corona-Ausbruch in der Einrichtung.


Corona-positiv getestete und Kontakt-1-Personen im AWO-Zentrum Freilassing

Wie viele Bewohner erkrankt sind oder wie stark das Pflegepersonal betroffen ist, wollte Weis nicht kommentieren. Aus dem Landratsamt Berchtesgadener Land hieß es lediglich: „Im AWO Seniorenzentrum Bürgerstift Freilassing wurden bei einer erneuten Testung am 25. November 2020 alle Bewohner und alle Mitarbeiter getestet. Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner wurden dabei positiv getestet, was wiederum auch zu mehreren Kontakt-1- Personen führte.“


Aufgrund dieser angespannten Situation für die Bewohner sei vom Gesundheitsamt eine Kohortenisolierung empfohlen worden, wodurch alle positiv getesteten Personen und alle Kontakt – 1 – Personen jeweils eine Hausgemeinschaft bilden. Allerdings hieß das für viele Bewohner, auch im betagten Alter, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen und wenig persönliche Gegenstände mitzunehmen.

„Die neue Aufteilung der Hausgemeinschaften bedingt sehr wohl einen Einschnitt bei den Bewohnern, was aber letztlich nicht vermeidbar ist und als Abwägung eine geringere Einschränkung als eine Zimmerisolierung darstellt“, begründet das Gesundheitsamt.

Leiter des AWO-Zentrum Freilassing: „Bewohner echten Verlierer der Corona-Pandemie“

„Die ganze Situation ist seit Beginn der Pandemie unglaublich belastend für die Bewohner und auch ihre Angehörigen“, weiß der Heimleiter. „Sie sind die echten Verlierer der Pandemie. Sie müssen am meisten leiden.“ Denn kaum bis gar keine Besuche zu bekommen und Pflege auf Abstand zu erhalten müsse man erst einmal verarbeiten.

Dennoch macht Weis den Behörden keine Vorwürfe. „Sie sind auch nur das ausführende Organ.“ Ob die Entscheidungen der Politik so erforderlich sind, darüber will er sich kein Urteil erlauben. Aber er hätte nie gedacht, dass er „sowas in der Pflege mal erlebe“. Deshalb hofft Andreas Achmed Weis, dass das Ganze bald vorbei ist.

Bewohner des AWO-Zentrum Freilassing bleiben nach Corona-Ausbruch teilweise isoliert

Bis dahin müssen die Bewohner erst einmal isoliert bleiben. „Eine mindestens zehntägige Isolierung von Erkrankten und Personen, bei denen eine Virusausscheidung festgestellt worden ist, und die 14-tägige Quarantäne derjenigen, bei denen nach Kontakt zu einer ansteckenden Person die Wahrscheinlichkeit besteht, dass es zu einer Ansteckung gekommen ist“, schreibt das Gesundheitsamt vor.

Diese Maßnahme ermögliche einen effizienten Einsatz der Ressourcen „Personal und Material“. Außerdem bleibe damit jedem einzelnen betroffenen Bewohner eine weitere Zimmerisolierung erspart beziehungsweise könne eine eventuelle Ansteckung durch Bewohner der gleichen Hausgemeinschaft grundsätzlich auf ein sehr kleines Restrisiko minimiert werden.

cz

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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