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„Mobile Wärmestube“ für Mütter und ihre Kinder

Thomas Richter: „Ich werde es wieder tun“ – Jetzt mit Sprinter statt Bus in die Ukraine

Thomas Richter beim letzten Mal noch mit dem Bus unterwegs, fährt bald mit einem Sprinter wieder in die Ukraine.
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„Wir müssen den Menschen in dieser Hölle helfen“, sagt Thomas Richter, der am Freitag mit einem Sprinter erneut in das Kriegsgebiet fahren will um dort eine mobile Wärme-Stube aufzubauen.

Knapp 24 Stunden nach seiner Ankunft mit 40 Ukraine-Flüchtlingen in Freilassing stand für Thomas Richter schon am Dienstagmorgen fest: „Am nächsten Wochenende fahre ich wieder“.

Freilassing – Dieses Mal habe er mehr Erfahrung und einen Plan, statt einem Bus will er mit einem Sprinter fahren und den tausenden, vor der Grenze wartenden Müttern und Kindern eine Art „mobile Wärmestube“ anbieten. Neben Baby-Quetschies (Fruchtpüree in Beuteln), Tee und Fertigsuppen sammelt Richter auch Rettungsdecken und saubere Decken, „ich brauche keine alten Pferdedecken“. Eingesammelt wird am Donnerstagnachmittag (10. März) am Hogger-Betriebshof im Süden Freilassings

Es ist kaum zu glauben, nach unheimlichen Strapazen und einer 36-stündigen Reise vom ukrainischen Lemberg nach Freilassing inklusive 24 Stunden Stau an der Grenze zu Polen will Richter erneut in das Kriegsgebiet fahren. „Die Nacht von Montag auf Dienstag habe ich zuhause in meinem warmen Bett genossen, meine Hülle hat sich erholt und ausgeruht“, schreibt Richter auf seinem Facebook-Profil, „mein Herz und meine Seele waren aber bei den Müttern und deren Kindern in der Ukraine“. Gegen den Rat vieler Freunde will er an diesem Wochenende erneut in die Ukraine fahren, „Ja ich werde es wieder tun, ich will wieder Leben retten“. 

Wärme-Sprinter statt Reisebus

Dieses Mal werden Richter und ein Ukrainer als Dolmetscher aber nicht mehr mit einem Reisebus fahren - „denn da ist mir die Versicherung ausgestiegen, die Ukraine ist ja ein Kriegsgebiet“ - sondern mit einem Sprinter, also einem Klein-Lkw ähnlich einem Paketwagen, in dem in der Bus-Version acht Personen offiziell Platz haben. Der Anhänger wird dieses Mal vollgefüllt mit Lebensmitteln, die man vor Ort schnell heiß machen kann, es gehe darum den vor der Grenze stundenlang wartenden Müttern und Kindern zu helfen, die bisher nicht versorgt werden.

„Die Flüchtlinge, die schon in der EU sind haben die Hölle schon durchschritten, die vor der Grenze sind noch mittendrin und da unten schneit es aktuell, es ist noch kälter geworden“. Mit dem Sprinter will Richter vor Ort eine Art Wärme-Stelle werden, „darum brauchen wir auch Notstromaggregate und Glühweinkocher, um Wasser und Suppen vor Ort kochen zu können“. Das Essen müsse ganz einfach sein, „die Mütter haben auf einem Arm ihr Kind und dann nur eine Hand frei zum Essen“. 

Rückfahrt auf Wald- und Wiesenwegen

Wenn alle Lebensmittel verbraucht sind will Richter auf der Rückfahrt wieder Flüchtlinge mit nach Freilassing nehmen, „das werde ich wieder mit dem Herzen entscheiden, es gibt keine Liste, aber dieses Mal haben wir halt sehr viel weniger Platz“. Die Rückfahrt sollte dieses Mal aber dafür schneller gehen, denn mit dem Allrad-Sprinter müsse er nicht auf der Autobahn bleiben, „da gibt es neben der Autobahn Wald- und Wiesenwege, auf denen mal schneller an die Grenze kommt“. 

Liste mit benötigtem Spenden

Am Donnerstagnachtmittag (10. März) wird ab 15 Uhr auf dem Betriebshof von Hogger Verkehrsbetriebe alles eingesammelt was auf einer Liste steht, „wir nehmen wirklich nur das an was wir brauchen können und auf eine Liste geschrieben haben“. Dazu suche er auch noch Rescue-Beutel, also Umhängetaschen mit einer langen Schlaufe, damit Mütter alles was sie an Hygieneartikel und Lebensmittel bekommen auch am Leib tragen können. Um vor Ort tatsächlich kochen zu können habe er auch schon einige Notstrom-Aggregate bestellt, Kostenpunkt 1000 Euro pro Stück. Richter nimmt daher vor Ort auch Geldspenden entgegen.

Gesammelt wird übrigens auch in Laufen, Simon Richter nimmt im Stadtteil Haiden, Ulmenstraße 3, alles entgegen was auf der Needed-Liste steht. „Die Leute sind auch hier in Laufen unheimlich hilfsbereit, sie machen sich Gedanken und rufen an, ob diese oder jene Spende auch Sinn macht und helfen kann“, so Simon Richter. In Laufen wird gesammelt am Donnerstag (10. März) von 13 bis 15.30 Uhr, anschließend wird alles zum Hogger-Betriebsgelände nach Freilassing gefahren. 

Hier die Liste der Hilfsgüter, die den Mütter und Kindern auf ihrer Flucht aus ihrer Heimat wirklich helfen: 

  • Traubenzucker, Teepulver, Kakaopulver, Baby Quetschies (Babynahrung in Breiform aus einer Tüte), Babynahrung, Power Riegel
  • Hundefutter und Katzenfutter in normalen Portionen, keine großen Säcke, Katzenmilch
  • Saubere und gut riechende Decken, Rettungsdecken, warme Socken, Feuchttücher, Toilettenpapier (keine Großpackungen)
  • Baby Flaschen, Thermokannen, Thermobecher, Wärmeflaschen, Mobile Trinkbecher, Gefäße, kleine Decken um kleineren Hunde im Arm zu wärmen

hud

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