Neubauprojekt am Krankenhaus in Freilassing

Bürgerbegehren „Nein zum Matulusgarten“ startet

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Christa Meingast und Peter Kirsch haben am Donnerstag ihr Bürgerbegehren gegen den ihrer Meinung nach Wohnsilo am Krankenhaus vorgestellt.
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Freilassing - Gegen ein geplantes Neubauprojekt am Krankenhaus wird es ein Bürgerbegehren geben. „Nein zum Matulusgarten“ wurde am Donnerstag vorgestellt, am Samstag wollen die Initiatoren mit dem Sammeln der Unterschriften beginnen.

Peter Kirsch als Sprecher des Bürgerbegehrens verriet, dass man es sich schon seit längerer Zeit überlegt habe, ein Bürgerbegehren zu starten, um ein Neubauprojekt auf dem Gelände des Krankenhauses zu stoppen, „aber wir haben noch einige Sitzungen im Stadtrat abgewartet, aber im Sommer haben wir uns dann endgültig dazu entschlossen“. Die geplante Verbauung durch die Matulusgarten Gesellschaft, das sind die beiden Bauunternehmen Schmölzl und Hillebrand, sei zu massiv, als Hauptgrund gegen den Neubau wird der Naturschutz in Stellung gebracht. „Es geht um einen sehr alten Baumbestand, der jahrzehntelang nicht angetastet wurde“. Dem geplanten Aushub für Tiefgaragen würden Bäume zu Opfer fallen, „außerdem soll es hier das größte Fledermausvorkommen in Freilassing geben“. 

Die Bauplanung sei über die Stadt „hereingebrochen, ursprünglich als reines Mietwohngebiet ausgeschrieben“, so Kirsch. Erst später hätten die Bauträger ein Mischgebiet von Eigentumswohnungen und Mietwohnungen daraus gemacht, „also nicht die Stadt und die Bürger haben entschieden“. Mit den Anrainern wäre zuletzt gesprochen worden, „das entspricht nicht dem, was die Stadt mit seinen Bürgern im Integrierten Stadtentwicklungskonzept vereinbart hat, dort sind andere Baugebiet wie Sonnenfeld oder die Stauffenstraße festgehalten worden“.

Was ist "leistbarer Wohnraum"?

Den immer wieder ins Feld geführten Bedarf an Wohnraum bezweifeln die Initiatoren, „es gibt keine Analyse, wie viel Wohnraum in Freilassing tatsächlich gebraucht wird, es gibt nur den Masterplan Salzburg, der aber nicht für uns bestimmend sein kann“. Kirsch kann auch dem versprochenen „leistbarem Wohnraum“ nicht folgen, „die Wohnungspreise werden deutlich über dem ortsüblichen Preisniveau liegen“. Er habe mehrfach nachgefragt und versucht eine Kalkulation zu erhalten, vergeblich. „Wenn wir uns an neuen Häusern in der Laufenstraße orientieren dann wird der Quadratmeterpreis für die Miete bei 12 bis 14 Euro Kaltmiete liegen, also von einem leistbarem Wohnen kann nicht die Rede sein“.

Das Sammeln der Unterschriften soll am Samstag an einem Stand in der Fußgängerzone beginnen, Experten gehen davon aus dass die Initiatoren die 1200 Unterschriften und mehr schaffen werden, „wir sammeln auch einen Überhang“, so Kirsch.

Wohnungen oder Kleinod erhalten?

Den Initiatoren geht es dabei nicht nur um das Grundstück an der Matulusstraße, das von den Baugesellschaften den Namen „Matulusgarten“ erhielt, der aber nach Meinung der Initiatoren nach dem Bau ohnehin nicht mehr zutreffend sei. Vielmehr sei die Fläche jetzt ein „Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere, die streng geschützt sind“, so Christa Meingast vom Bürgerbegehren. „Die Dimension, in der da geplant wird, hat uns schon erschreckt, wir wollen, dass dieses einzigartige Kleinod erhalten bleibt“. Für Meingast sind „Wohnsilos“ geplant, und das sei nicht „Menschenfreundlich“.

Neubau Schwesternwohnheim: Ja

Auf die Frage, wie sich denn die Initiatoren des Bürgerbegehrens die Zukunft der Fläche vorstellen meinten sie, dass sie sich einen Neubau in der Größe und auf der Fläche der ehemaligen Schwesternwohnheime vorstellen könnten, „obwohl die Häuser erst 1966 gebaut wurden und jetzt angeblich schon nicht mehr zu retten sind“.

hud

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