Aus alter Grundschule wird Kulturzentrum?

Freilassing sucht neue Schulstandorte

+
In Freilassing wird nach neuen Schulstandorten gesucht.

Freilassing - Die Einwohnerzahl wächst und dementsprechend auch die Zahl der Schüler, aber, die alte Grundschule am Georg- Wrede-Platz platzt schon jetzt aus allen Nähten. Die Stadt plant daher, nördlich der jetzigen Mittelschule eine neue, zweite Grundschule für 20 Klassen zu bauen und langfristig zu untersuchen, ob an einem weiteren Standort eine weitere, dritte Schule notwendig ist.

Die Stadträte konnten sich dafür unterschiedlich erwärmen, von „schnell an der Martin-Luther- Straße bauen ohne eine eigene Standortanalyse“ bis zu „Neubau einer Mittelschule am Bahnhof und damit Einzug der Grundschule in die jetzige Mittelschule“. Sollte langfristig überhaupt ein neuer Standort für eine Grundschule notwendig sein könnte das alte Zentralschulhaus aufgegeben werden und als Kulturzentrum oder Verwaltungsgebäude neu genutzt werden. Am Ende wurde beschlossen, dass sich eine Arbeitsgruppe mit Lehrern, Eltern und der Stadt auch um einen möglichen anderen Standort kümmern soll.


In Freilassing wird nach neuen Schulstandorten gesucht.

Im Bauauschuss wurde bereits beschlossen, dass die Grundschule 32 Klassen braucht, das sind acht Klassenzüge, fünf Klassenzüge, also 20 Klassen sollen in einer neu zu bauenden Grundschule nördlich der jetzigen Mittelschule untergebracht werden, drei Klassenzüge, also zwölf Klassen. Da die Einwohnerzahl aber durch zahlreiche Baugebiete weiter wachsen glaubt die Stadtverwaltung, dass langfristig auch dieser neue, zweite Neubau nicht reichen könnte. Ein dritter Standort könnte dann an einem ganz anderen Ort gebaut werden, um diese Überlegungen in den zweiten Plan miteinzubeziehen sollte es Standortanalysen geben, sowohl für den zweiten Neubau, als auch einen möglichen, dritten Schulbau.

Bettina Oestreich von den Freien Wählern möchte einen Grundschulneubau von einer Arbeitsgruppe begleitet haben, der neben der Politikern der einzelnen Fraktionen auch Eltern, Lehrer und Stadtverwaltung angehören sollten. Nicht zustimmen wollte dem ursprünglichen Antrag auch Wolfgang Hartmann von den Grünen, die Fläche nördlich der Mittelschule sei im Stadtkonzept als Wohngebiet vorgesehen, während Areale am Bahnhof für Bildungsflächen vorgesehen seien. „Es macht keinen Sinn kurzfristig Millionen für einen Analyse des Standortes Georg-Wrede-Straße auszugeben wenn langfristig woanders gebaut werden könnte“. 


Er sei dafür für einen kurzfristigen Bedarf Container oder Module aufzustellen und dann in Ruhe nach einem neuen Standort für eine neue Grundschule zu suchen, die nicht zwangsläufig in der Nähe des jetzigen, alten Zentralschulgebäudes sein müsse. „Grundschule und Mittelschule in enger Nachbarschaft muss nicht die beste Lösung sein“, so Hartmann.

Gegen eine Prozessbegleitung sprach sich CSU- Fraktionssprecher Krämer aus, das würde „ewig dauern“, zudem hätte eine neue Grundschule in der Nachbarschaft der Mittelschule viele Vorteile wie zum Beispiel die Nähe zum Badylon und zur neuen Energiezentrale. Die Entscheidung einer Standortanalyse zu überlassen halte er für wenig sinnvoll, der Stadtrat müsse das in der Hand behalten, „externe Planer überplanen ständig irgendwelche Grundstücke die der Stadt nicht gehören, das wird dem Stadtrat nicht gerecht“.

Standortanalyse so teuer wie Rohbau?

Leidenschaftlich für einen schnellen Neubau der Grundschule nördlich der Mittelschule plädierte der Parteifreie Stadtrat Fritz Braun. Warum brauche es noch eine Beratung, welche Argumente gebe es denn noch, wollte er wissen, „in der Georg-Wrede- Straße ist alles in unmittelbarer Nähe, was wollen wir noch mehr?“. Warum solle die Stadt dann noch Geld ausgeben für eine Standortanalyse, „was kostet die eigentlich, bekommen wir für das Geld vielleicht schon den Rohbau?“ Die Stadt solle nicht weiter von einem Bildungszentrum am Bahnhof träumen, „den Bildungsstandort hat uns Traunstein längst genommen, den bekommen wir nie wieder“, ist Braun überzeugt.

hud

Kommentare