Freibad-Öffnung in Brodhausen Anfang Juli?

Ärger wird befürchtet: "Wir können ja fast niemanden reinlassen"

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Ob das Freibad in Brodhausen in diesem Sommer öffnet soll spätestens Anfang Juni entschieden werden, wenn bis dahin die genauen Regeln der Staatsregierung vorliegen.

Freilassing - Die Freibäder in Bayern dürfen am 8. Juni zwar wieder aufsperren, unklar ist aber nach wie vor unter welchen Bedingungen. Die Stadt wartet daher weiter mit einer Entscheidung, ob das Freibad in Brodhausen heuer eröffnet wird.

Und wenn ja, geht es um das "wie". "Wir wollen uns am Donnerstag mit den anderen Landkreisgemeinden abstimmen wenn es bis dahin die genauen Vorschriften der Staatsregierung gibt", so Bürgermeister Markus Hiebl. Diskutiert wurde im Stadtrat am Montagabend trotzdem über die Eintrittspreise, diese sollen zwei Euro für Schwimmer am Morgen und am Abend betragen und drei Euro für Badegäste zwischen 10 und 16 Uhr. Euphorie und Freude auf eine Badesaison kam zumindest im Stadtrat nicht auf. 


Die Entscheidung über die Preise wurde deshalb schon im Stadtrat gefällt, weil nur dieser die Satzung über die Preise ändern darf, ob und wann geöffnet wird kann dann später der verkleinerte Corona- Ausschuss entscheiden. Am Donnerstag dieser Woche werden zuerst die Betriebsleiter aller Freibäder im Landkreis über eine mögliche, einheitliche Öffnung sprechen, am Nachmittag dann die Landkreisbürgermeister, „bisher sind wir aber unter den Bürgermeistern noch zu keinem Ergebnis gekommen“, berichtet Hiebl. „Spätestens am 2. Juni sollte aber ein Entschluss gefasst werden, für eine mögliche Öffnung brauchen wir dann noch zwei bis drei Wochen Vorlaufzeit“.

Viel Aufwand für wenige Besucher

Schon Bürgermeister Hiebl machte deutlich, dass es für den Betrieb des Freibades zahlreiche Einschränkungen geben werde, die von der Staatsregierung aber noch nicht im Detail festgelegt worden seien. Für eine eingeschränkt Nutzung schlug die Verwaltung daher auch günstigere Preise vor: 2 Euro für Nur-Schwimmer und 3 Euro (bisher 5 Euro) für Badegäste zu verlangen, „also der Schwimmertarif könnte zum Beispiel von 7 bis 9 Uhr gelten, dann muss das Bad geräumt und desinfiziert werden, von 10 bis zum Beispiel 16 Uhr gibt es dann den Badetarif und dann ab 17 Uhr wieder den Schwimmertarif“ umriss Hiebl eine mögliche Einteilung. Attraktionen wie Wasserrutsche oder Wasserpilze dürften nicht verwendet werden, es solle ja zu keinen Menschenansammlungen kommen.


Die Eintrittspreise von 2 und 3 Euro empfanden Wolfgang Hartmann und Edeltraud Rilling von den Grünen allerdings als zu günstig. „Wir müssen das Bad nach jedem Durchgang desinfizieren und reinigen, dafür könnte man doch eine Art Corona-Zulage verlangen“, so Rilling. Hartmann skizzierte eine mögliche, von der Staatsregierung verordnete Pool-Nutzung, demnach dürften insgesamt nur 18 Schwimmer in zwei Bahnen in eine Richtung schwimmen, eine Bahn muss frei bleiben und dann noch einmal 18 Schwimmer in zwei Bahnen, also insgesamt 36 Schwimmer. „Zwei Euro ist einfach ein lächerlicher und unehrlicher Preis, und das bei einem Aufwand, den die Stadt für erlaubte 36 Schwimmer im Becken betreiben muss“, dazu komme der Aufwand, die Duschen und andere Gemeinschaftsbereiche zu desinfizieren. „Dann kommen die Diskussion an der Kasse dazu wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist, wir werden am Ende mehr Ärger als zufriedene Badegäste haben“, befürchtet der Grünen-Stadtrat. Jetzt mit einem günstigen 2-Euro- Eintrittspreis mehr Besucher anzulocken sei daher völlig „kontraproduktiv“, denn „wir können ja fast niemanden reinlassen“. Hartmanns Vorschlag, trotz Corona- Einschränkungen 4 und 5 Euro zu verlangen fand allerdings im Stadtrat keine Mehrheit.

SPD-Stadtrat Helmut Fürle wollte in einem Freibad kein Geschäft sehen sondern „ein Angebot der Stadt, wenn wir aufmachen dürfen dann sollten wir das tun“. Dietmar Eder (FWG) stimmte Fürle zu, „wir müssen das Freibad öffnen, weil wenn wir nicht öffnen kann Ainring auch nicht öffnen, wohin sollen dann die Freilassinger gehen?“. Einstimmig votierten die Stadträte für die ermäßigten Preise, auch wenn eben noch nicht klar ist, ob und wann das Freibad in diesem Corona-Sommer öffnet.

Am Rande der konstituierenden Sitzung des Stadtrates am 11. Mai hatte Bürgermeister Hiebl noch ein Konzept für die Wiederöffnung der Bäder für den 26. Mai versprochen, dass es jetzt nur einen Beschluss für günstigere Preise bei einer möglichen Öffnung wurde liegt wohl auch daran, dass der Stadtrat erst entscheiden will, wenn alle Regeln final bekannt sind. Dass der Bürgermeister sich aber für eine Öffnung des Freibades besonders stark macht war zugegebenermaßen nicht zu erkennen.

hud

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