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Nach 20 Jahren wollte Stadt neues Design – Pferd bleibt

Freilassinger Stadtlogo mit oder ohne Kulleraugen?

Mit einem springenden Pferd wird die Stadt ab sofort nach außen hin auftreten.
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Mit einem springenden Pferd wird die Stadt ab sofort nach außen hin auftreten.

Über 20 Jahre lang war ein Dreieck und der Claim „Die Stadt bewegt“ das Logo der Stadt, das empfand die Verwaltung nicht mehr als modern genug und suchte mit Hilfe eines Auswahlverfahrens Agenturen, die sich was Neues ausdenken sollten. Eine Jury begeisterte sich am Ende für den Vorschlag einer Agentur aus München, die aus dem Wappen der Stadt – weißes Pferd auf knallrotem Hintergrund, dazu ein goldenes Salzfass und ein Stück grüne Wiese – nun das neue Logo entwickelte. Die Reaktionen im Stadtrat reichten von „Erinnert mich an Playmobil-Pferdchen“ bis an „Kann damit nichts anfangen“.

Freilassing – Das Geheimnis, wie das neue Logo der Stadt aussehen wird, war am Dienstag (14. Dezember) in der Stadtratssitzung schnell gelüftet. Die beiden Agentur-Chefs aus München stellten die Weiterentwicklung des ursprünglichen Pferde-Logos aus dem Freilassing-Wappen vor, das das neue Corporate Design der Stadt bilden soll.

„Beim Corporate Design geht’s eigentlich nur darum ein modernes, prägnantes Zeichen für ein Unternehmen oder in diesem Fall eine Stadt zu finden“, so Michael Mazanec von der Agentur RED. „Ich bin sehr stolz auf unsere Arbeit“, so der Agentur-Chef selbstlobend über seinen kreativen Vorschlag. Er ging vom Wappen der Stadt aus, entfernte eigentlich nur das Salzfass und stylte das Pferd um, übrig blieb das rote Pferd auf weißem Hintergrund.

„Sieht aus wie ein Playmobil-Pferd“

Hubert Kreuzpointner als neuer Fraktionsvorsitzender der CSU – nach dem Ausscheiden von Thomas Wagner wegen des Vorwurfs der Untreue – lobte das neue Logo, „es ist einfach und prägnant, irgendwie sieht es wie ein Playmobil-Pferd aus“. Zur noch offenen Frage, ob das Pferde-Logo auch (Kuller-)Augen enthalten soll oder nicht meinte der CSU-Mann zum Kreativen nur „lassen Sie die Augen weg“.

Begeistert äußerte sich neben Wolfgang Hartmann auch Robert Judl, der bei der roten Farbe gleich an Luxus-Sportautos denken musste, „das heißt für mich Freilassing ist der Ferrari unter den Städten“. Das neue Logo sei identitätsstiftend, auch die Farbe sei nach vorne gerichtet, auch er riet mögliche Kulleraugen bei dem Pferd wegzulassen, „das sieht dann doch zu spielerisch aus“.

Auch Wolfgang Hartmann von den Grünen vertraut den Kreativen voll und ganz, „ich bin begeistert vom Ergebnis“, auch weil er in seiner Zeit als Unternehmer gelernt habe sich in Designfragen auf die Experten zu verlassen, „ich gehe ja nicht zu einem Schreiner wenn ich ein Logo will“. Geradezu euphorisch träumt Hartmann schon davon, das neue Logo auf der Stadtgalerie „und damit im öffentlichen Raum“ auf die Wand zu bekommen.

Einzig Julia Albrecht von den Freien Wählern konnte sich der vorherrschenden Begeisterung nicht anschließen, „ich habe versucht mich damit anzufreunden aber leider ist es mir nicht gelungen“. Sie war am Ende die einzige Gegenstimme beim Beschluss, das neue Logo ab sofort zu verwenden. Nach dem neuen Logo soll nun auch die Website der Stadt, sowie das gedruckte Stadt-Journal einem Relaunch unterzogen werden – also ein neues, moderneres Erscheinungsbild erhalten.

Was bedeuten Pferd und Salzfass?

In der Stadtgeschichte ist nachzulesen, dass das Pferd als Wappen der Stadt am 7. April 1936 vom Reichsstatthalter in Bayern, Franz von Epp, genehmigt wurde. Das springende, „freigelassene“, Pferd ist ein volkstümliches Sinnbild für Freiheit und den Ortsnamen Freilassing, der von „freier, nicht abgabepflichtiger Weide“, hergeleitet wird. Das goldene Salzfass symbolisiert den früheren Gemeindenamen Salzburghofen (bis 1923), die große wirtschaftliche Bedeutung des Salzhandels auf der nahen alten Salzstraße und der Salzschifffahrt auf der Salzach. Das Salzfässchen, auch Scheibe genannt, gilt zugleich als Attribut des heiligen Rupert, der um 700 nach Christus die Grundlagen für das Bistum Salzburg legte, und verweist damit auf die Zugehörigkeit des sogenannten Rupertiwinkels zum Erzstift Salzburg von Anfang des 10. bis Anfang des 19. Jahrhunderts.

hud

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