In Freilassing

Baugebiet Sonnenfeld weiterhin ohne Gesamtkonzept 

+
Im Sommer 2020 soll das neue Awo- Seniorenstift am Sonnenfeld fertig sein und dann 120 Pflegeplätze bieten.

Freilassing - Derzeit wird am Sonnenfeld das neue Seniorenstift der Arbeiterwohlfahrt gegenüber des Aldi gebaut. In der Bürgerversammlung wurde allerdings ein Gesamtkonzept gefordert.

Das Sonnenfeld zwischen der Münchener Straße, Augustinerstraße und Rupertusstraße ist ein „Filetstück“ für die städtische Verbauung, seit Jahrzehnten wird über die Frage gerungen, wer hier was bauen könnte. Bisher wurde Schritt für Schritt geplant und gebaut, zum Beispiel derzeit das neue Seniorenstift der Arbeiterwohlfahrt gegenüber des Aldi. 

Freilassinger hatten in der Bürgerversammlung Mitte Februar allerdings ein Gesamtkonzept gefordert. Der Stadtrat hat jetzt einstimmig beschlossen, dass ein Gesamtkonzept ohne die Eigentümer nicht sinnvoll ist, man will sie daher vorher fragen, was sie mit ihren Grundstücken vorhaben.

Einig waren sich die Stadträte, dass der Bedarf an Wohnungen auch in Freilassing weiter steigen werde und das Sonnenfeld einen erheblichen Beitrag zum Abdecken dieses Bedarfs beitragen könne. Erste Ideen und Konzepte für das Sonnenfeld gibt es bereits seit 1973, zwei Jahre später wurde im Rahmen eines Wettbewerbes der 2. Preisträger mit der weiteren Planung für das gesamte Gebiet beauftragt. „Eine Umsetzung der Planung erfolgte nicht“, stellte der jetzt zuständige Bauamtsleiter Jan-Michael Schmiz nüchtern fest.

Erst 2012 wurde das Sonnenfeld im Rahmen des ‚Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes‘ wieder in den Mittelpunkt der Überlegungen gerückt. Im östlichen und südlichen Teil des Sonnenfeldes schlug das Konzept Wohnbau mit einem Mehrgenerationenhaus, Studentenwohnen und Altenwohnen vor.

Fotos von der Baustelle des des Awo-Seniorenstifts am Sonnenfeld

Was wollen die Eigentümer?

Doch bei der 31. Änderung des Flächennutzungsplanes im Dezember 2017 wurde nicht der südliche, sondern der nördliche Teil zur Bebauung freigegeben, hier entsteht derzeit unmittelbar an der Zufahrt zum Aldi das neue Awo-Seniorenheim, sowie im Anschluss bereits geplant Wohnbauten des Unternehmers Max Aicher. 

Für den südlichen und östlichen Teil des Sonnenfeldes, also nahe an der Innenstadt und am Bahnhof, „ist ein Gesamtkonzept wegen der komplexen Eigentümerstruktur und deren unterschiedlichen Wünschen in absehbarer Zukunft nicht darstellbar“, so Schmiz. 

Die Frage, was die Eigentümer im südlichen Teil des Sonnenfeldes wollen sei also der Knackpunkt, so Schmiz weiter, ohne sie wäre ein Gesamtkonzept nicht machbar, „man könnte nur eine allgemeine Wohnnutzung über das gesamte Gebiet legen“.

Baupläne erinnern an Schülerarbeiten

Wolfgang Hartmann von den Grünen sieht das anders, die Überlegungen zum Flächennutzungsplan seien war langwierig, „aber damit nicht zu beginnen ist falsch. Wir wünschen uns einen Plan mit einer Bebauung frei von Kfz-Verkehr an der Oberfläche und eine aufgewertete Fußweg- und Radweg-Achse am Fürstenweg“.

Hartmann will Baupläne von Eigentümern gesehen haben, „die mich eher an die Bauabteilung der 2. Klasse HTL erinnern, Haus an Haus und eine Straße dazwischen“.

Auch SPD-Stadtrat Helmuth Fürle scheint die Geduld verloren zu haben, es könnte nicht sein, dass einfach schrittweise, vom Rande her die Fläche bebaut werde ohne Gesamtkonzept.„Die Eigentümer haben bisher keine Mitwirkung gezeigt, also sollte die Stadt einen Plan aufstellen“. Es gehe doch darum was die Gemeinde möchte und nicht die Eigentümer. Und wenn man sich nicht einigen könne, bliebe die Fläche frei, „ein unbebautes Grundstück im Zentrum der Stadt hat auch was für sich“, so Fürle.

„Erst mit den Eigentümern reden“

Bürgermeister Josef Flatscher erinnerte vor der Abstimmung daran, das mit dem Neubau des Rathauses im nordöstlichen Teil des Sonnenfeldes und der neuen Polizeiinspektion die Bebauung des Sonnenfeldes bereits begonnen habe, jetzt sei das Awo-Wohnheim und Wohnbauten im Entstehen, „aber nun ist es doch sinnvoller, die Eigentümer der restlichen Fläche zu fragen, ob sie mitmachen wollen“. 

Wenn diese nicht verhandeln wollten dann könne man immer noch über einen Bebauungsplant reden. Der Stadtrat stimmte am Ende einstimmig dem Plan der Stadtverwaltung und des Bürgermeisters zu.

hud

Zurück zur Übersicht: Freilassing

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT