Sitzung der Kommission im April 2018 in Freilassing

Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigung durch Flugzeuge am Flughafen Salzburg

Freilassing - Im April fand die Frühjahrssitzung der Fluglärmkommssion für den Flughafen Salzburg am Flughafen statt. Der stellvertretende Kommissionsvorsitzende, Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger, leitete die Sitzung in Vertretung für den durch Krankheit verhinderten Vorsitzenden, Bürgermeister Josef Flatscher.

Aus der vorgelegten Flugverkehrsstatistik des Flughafens geht für 2017 hervor, dass in 2017 insgesamt 58.046 Flugbewegungen erfolgten,6,6 % mehr als im Vorjahr, in dem 54.469 Flüge zu verzeichnen waren. Auf Linienflüge und auf den touristischen Verkehr entfielen davon 19.479 Bewegungen, 10 % mehr als im Vorjahr. Die Allgemeine Luftfahrt hatte einen Anteil von 38.567 Flügen. Die Passagierzahlen haben mit 1,89 Mio. Passagieren gegenüber dem Vorjahr um 8,7 % zugelegt. 

Keine Verbesserung bei Richtungsverteilung der An- und Abflüge

Bei der Richtungsverteilung der An- und Abflüge ist immer nochkeine Verbesserung festzustellen: 96,3 % der Landungen erfolgten von Norden, wobei hier knapp 4 % Circling Anflüge eingerechnet sind. Diese Circling Anflüge kommen auch von Norden her, drehen bei oder vor Freilassing ab und landen letztendlich von Süden. Bei den Starts gingen 85 % nach Norden, wie auch in 2016. Festzustellen ist, dass an den starken Wintercharter-Samstagen (Januar-März) mit teilweise mehr als 200 Flugbewegungen , der Start nach Süden vermehrt genutzt wird

Maximal technisch Machbare soll umgesetzt werden

Vorschläge, wie die Situation bezüglich einer gerechteren Verteilung der An- und Abflugrichtung verbessert werden können liegen vor: Das 14-Punkte-Programm der Austro Control, dem aber vom Bürgerbeirat für den Flughafen Salzburg nicht im einheitlichen Konsens zugestimmt wird. Von den meisten Mitgliedern Fluglärmkommssion wird aber auch in dieser Sitzung wiederholt gefordert, dass dieses Programm schrittweise umgesetzt werden soll. Die Ergebnisse des deutsch-österreichischen„Gemeinsamen Technischen Ausschusses“ zeigen ebenfalls Möglichkeiten der Verbesserung auf: Unter anderem ein Pistennutzungskonzept, das bei bestimmten Wetterbedingungen die Starts nach Süden mehr als verdoppeln würde. Dieses Pistennutzungskonzept wurde aber schon im Vorfeld von Stadt und Land Salzburg als nicht annehmbar bezeichnet. Es wurde zusätzlich einmodifiziertes Pistennutzungskonzept von österreichischer Seite unterbreitet, das zwar auch einige Änderungen mit sich bringen würde, aber eine nicht so günstige Verkehrsverteilung für die deutsche Seite. Die bayerischen Kommunen Freilassing, Ainring und Saaldorf- Surheim sowie Landrat Georg Grabner fordern jedoch, dass das maximal technisch Machbare umgesetzt werden soll. Die Kommissionsmitglieder sind sich deshalb einig, dass wieder die Konsultationsgespräche auf höchster Ebene zwischen dem deutschen und österreichischem Ministerium stattfinden müssen, da nur hier die entsprechenden Weichen gestellt werden können. 

Betriebszeitenüberschreitungen haben zugenommen

Beim Dauerärgernis Betriebszeitenüberschreitungen waren 2017 insgesamt 80 Betriebszeitenüberschreitungen festzustellen, 25 mehr als im Vorjahr. „Warum können die Flugpläne nicht so gestaltet werden, dass nicht durch geplante Landungen kurz vor 23 Uhr die Verspätung schon vorprogrammiert ist?“ fragen die Mitglieder fordern zum wiederholten Male eine Änderung der Flugpläne.

Lärmmessstation, Flugspuren und Feinstaubmessung

Die Freilassinger Lärmmessstation an der Nocksteinstraße musste eine Straße weiter verlegt werden, da am bisherigen Standort Baumaßnahmen erfolgen. Sie soll nach Möglichkeit wieder an den alten Standort zurückkommen. Flugspuren, die deutlich von der Ideallinie abweichen, sind immer wieder ein Diskussionspunkt. Herr Woborsky von der Austro Control erklärte, dass dieToleranzen bei den Flugspuren sehr groß sein können und dass sie in der Regel nicht als ein zu ahndender Verstoß verfolgt werden können. Es werde aber ein sogenanntes Monitoring-Tool entwickelt , das die Flugspuren bewerten soll. Hier bittet die Kommission darum, dass bei diesem Tool auch festgelegt werden soll, wann eine Flugspur als Ausreiser zu bewerten sei. Die Kommission wurde auch über Feinstaubmessung am Flughafen informiert, die vom Land Salzburg in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg durchgeführt wurden. Die Werte lagen deutlich unter dem Limit, das die EU vorgibt, und auch unter dem Grenzwert, der für Kurgebiete gilt. Die Kommission setzt sich dafür ein, dass solche Messungen auch in Freilassing durchgeführt werden.

Pressemitteilung Stadt Freilassing

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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