Ausbau der Reichenhaller Straße

„Unbefriedigende Verkehrssituation“ in Freilassing - Schutzstreifen anstatt Geh- und Radwege

Der Stadtentwicklungsbeirat empfahl dem Stadtrat, die Reichenhaller Straße mit Schutzstreifen für Fahrradfahrer zu planen
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Der Stadtentwicklungsbeirat empfahl dem Stadtrat, die Reichenhaller Straße mit Schutzstreifen für Fahrradfahrer zu planen und auszuführen.

Freilassings Stadtentwicklungsbeirat diskutierte über den Ausbau der Reichenhaller Straße und wünscht sich Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Jetzt geht der Antrag an den Stadtrat

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Die Mitteilung im Wortlaut:

Freilassing - Mit dem Stadtentwicklungsbeirat diskutiert die Stadt Freilassing mehrmals pro Jahr aktuelle Themen und anstehende Maßnahmen. 13 Bürgerinnen und Bürger, die für verschiedene Schwerpunkte der Gesellschaft sprechen, und je ein Vertreter der Stadtratsfraktionen und –gruppierungen sowie die drei Bürgermeister, geben mit ihren Vorschlägen und Anregungen wichtige Impulse, die in die Entscheidungen des Stadtrats einfließen sollen.

In der Sitzung des Stadtentwicklungsbeirats Mitte März 2021 stand nur ein Thema auf der Agenda: Die Verkehrssicherheit von Fußgängern und Radfahrern in Freilassing. Bereits in der vorangegangenen Beiratssitzung im Herbst letzten Jahres, wurde dieses Thema andiskutiert. Ein Antrag aus den Reihen des Beirats im Zuge von anstehenden Straßenbaumaßnahmen, legte erneut den Schwerpunkt auf die „schwächeren Verkehrsteilnehmer“.

Schutzstreifen für Fahrradfahrer statt kombinierte Geh- und Radwege

In einer bestens vorbereiteten Präsentation zeigten Rudolf Kreuzeder (Schwerpunkt „Ältere Generation“) und Mathias Thielke („Soziales und Integration“) die aktuelle, unbefriedigende Verkehrssituation entlang der Reichenhaller Straße. Zu enge Gehwege, gefährliche Aus- und Einfahrten und die ungleichen Geschwindigkeiten von E-Bikes, Fahrräder, Spaziergänger und älteren Personen, sahen die Initiatoren des Antrags um Wolfgang Fieweger („Mobilität und Verkehr“), Werner Graef („Land- und Forstwirtschaft“) und Christoph Scheithauer („Wohnen“) als größte Risiken.

Sie sprachen sich gegen kombinierte Geh- und Radwege aus und empfahlen daher separate Rad- oder Schutzstreifen auf der Straße. Martina Schuster vom Verkehrsplanungsbüro BSM Ingenieure erklärte die rechtlichen und planerischen Anforderungen an gemeinsame Geh- und Radwege und markierten Radfahrschutzstreifen auf der Fahrbahn.

Ihre Empfehlung lautete klar: Kombinierte Geh- und Radwege sind in Laufener Straße und Ludwig-Zeller-Straße technisch nicht realisierbar. Radfahrschutzstreifen könnten hingegen aufgrund des geringeren Platzbedarfs auf der kompletten Länge der Nord-Süd-Achse (bestehend aus Reichenhaller-, Ludwig-Zeller- und Laufener Straße) hergestellt werden. Nachdem Daniel Bäßler, Sachbearbeiter der Polizei für Verkehrsthemen im Landkreis, über Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern berichtete, empfahl auch er die Trennung von Fußgänger- und Radfahrverkehr.

„Das Radfahren auf Gehwegen ist weder im Interesse der Fußgänger noch der Radfahrer“, stellte Bäßler fest. Bei einer Begehung der Nord-Süd-Achse verwunderten den erfahrenen Beamten unter anderem Laternenmaste, die in der Ludwig-Zeller- Straße mitten im Gehweg stehen oder Bäume, die den Gehweg in der Reichenhaller Straße und Laufener Straße unterbrechen. „Die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer geht der Flüssigkeit des Verkehrs vor!“, hob Daniel Bäßler sein Anliegen hervor.

Fokus liegt auf dem Ausbau der Reichenhaller Straße

Die anschließende Diskussionsrunde nutzten die Mitglieder des Stadtentwicklungsbeirats, um Fragen an die anwesenden Experten zu stellen. Dabei wurde unter anderem nach alternativen Routen gesucht, die abseits der Nord-Süd-Achse laufen könnten. Bürgermeister Markus Hiebl betonte, dass es aktuell vor allem um den anstehenden Ausbau der Reichenhaller Straße geht.

„Wir müssen bis 2024 die Reichenhaller Straße ausbauen, um möglichst hohe Förderungen zu bekommen. Deshalb müssen wir uns jetzt Gedanken machen, wie die Reichenhaller Straße – und in deren Verlängerung auch Ludwig-Zeller- und Laufener Straße – künftig aussehen sollen.

Natürlich gibt es noch andere Strecken, die die Radfahrer nutzen dürfen und sollen. Jetzt müssen wir unseren Fokus aber auf der geplanten Nord-Süd-Achse haben um hier künftig allen Verkehrsteilnehmern einen sicheren Weg anbieten zu können“, so das Stadtoberhaupt.

Hiebl erklärte, dass ein Parkraumkonzept für die Innenstadt Lösungen für wegfallende Parkplätze unter anderem an der Ludwig-Zeller- Straße finden soll. „Die Vorplanungen für das Parkraumkonzept beginnen demnächst“, ergänzte Roland Eckert, Sachgebietsleiter des städtischen Tiefbauamts, abschließend.

Nach der Diskussion beschloss der Stadtentwicklungsbeirat einstimmig, dem Stadtrat zu empfehlen, die Reichenhaller Straße mit Schutzstreifen für Fahrradfahrer zu planen und auszuführen. In den Planungen für die Ludwig- Zeller-Straße und die Laufener Straße sollen die zukünftige städtebauliche Entwicklung, die notwendige Verkehrsführung und die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und in weiteren Sitzungen beraten werden.

WIFO-Gutscheine als Aufwandsentschädigung

Zu guter Letzt wurde noch einem Antrag von Anna-Lena Römer („Handwerk, Gewerbe, Industrie, Handel und Tourismus“) mit Einverständnis aller Beiräte entsprochen, die Aufwandsentschädigung in Höhe von 40 Euro pro Sitzung künftig in WIFO-Gutscheinen auszuzahlen. „So bleibt das Geld auch im Wirtschaftskreislauf der Stadt Freilassing“, freute sich Bürgermeister Markus Hiebl über diese Regelung.

Pressemitteilung Stadt Freilassing

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