Sanierung Innenstadt im Standby-Modus?

„Bürger wollen auch einmal etwas sehen“

Dunkel und düster sehen einige Stadträte die Zukunft der Innenstadt, sie fordern eine schnellere Sanierung, um die Stadt für Kunden wieder attraktiver erscheinen zu lassen.
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Dunkel und düster sehen einige Stadträte die Zukunft der Innenstadt, sie fordern eine schnellere Sanierung, um die Stadt für Kunden wieder attraktiver erscheinen zu lassen.

Freilassing - Mit fünf Gegenstimmen beschlossen die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung das Tempo beim Sanieren und Aufhübschen der Innenstadt beizubehalten.

"Pro Freilassing" hatte in einem Antrag unter anderem gefordert, dass im südlichen Ende der Fußgängerzone der Umbau unverzüglich beginnen soll. Die geforderte Einteilung der Innenstadt in Bauabschnitte und ein verbindlicher Zeitrahmen sind nach Ansicht von Jan-Michael Schmiz von der Bauverwaltung nicht machbar.


Entsprechend enttäuscht reagierte der Pro-Freilassing Vertreter, die Stadt habe in ihrer Antwort nur aufgezeigt, warum was nicht gehe, man habe sich aber mit dem Antrag konkrete Lösungen und vor allem einen Zeitplan erhofft. Auch Bettina Oestreich (FW) forderte konkrete Projektpläne, „es gibt einfach zu viele Konzepte und umgesetzt wird zu wenig, die Bürger wollen auch einmal was sehen“.

Doch eine Mehrheit im Stadtrat war der Meinung, dass man den eingeschlagenen Weg mit dem Stadtplaner fortsetzen solle, „ich sehe keine Notwendigkeit da jetzt aktiv zu werden“, meinte zum Beispiel der Fraktionslose Fritz Braun, Stadtplaner Schirmer habe schon einiges vorgestellt und vieles vor, zum Beispiel die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes und den neuen Lindenplatz. „Ich vermute beim Antrag von Pro Freilassing einen anderen Hintergrund, aber den werde ich jetzt nicht aussprechen“.


„Erschreckend“ empfand Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann dass viele Stadträte die Dramatik beim Sterben einer Innenstadt nicht erkennen würden. „Es geht alles viel zu langsam, die Innenstadt hält keine fünf Jahre mehr durch“, wer mit offenen Augen durch die Stadt gehe sehe dass Geschäftsflächen deutlich zurück gegangen seien, „und das wird nicht besser nur weil wir ein paar neue Bänke aufstellen“. Wenn die Stadt noch länger untätig sei „dann haben wir bald nur mehr am Samstag Kunden in der Innenstadt“. Braun fühlte sich angegriffen und konterte, dass Stadtrat und Stadtverwaltung wirtschaftliche Entscheidungen von Unternehmen nicht beeinflussen könnten. „Schauen Sie nach Bad Reichenhall oder Traunstein, da ist es nicht anders, wenn nichts mehr geht sperren Unternehmen eben zu“.

Auch Klaus Lastovka von der CSU versuchte die Realität in den Stadtrat zu holen, „die Leute kaufen zunehmend im Internet und gehen maximal noch in ein Fachgeschäft um sich dort kostenlos beraten zu lassen“. Käuferwünsche und Bedürfnisse würden sich eben ändern.

„Jeder versteht worum es geht“, damit beendete Bürgermeister Josef Flatscher die auszuufern drohende Diskussion, „wir haben in der Stadt Prioritäten, zum Beispiel den neuen Lindenplatz, und klar ist auch, wir leben halt auch an einer Grenze“.

hud

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