Anwohner wehren sich weiter: "Sind nicht stur"

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Das Protestbanner der verärgerten Anwohner: "Sind Menschenleben unwichtig? Baugenehmigung ohne Feuerwehrzufahrt!"
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Freilassing - Ein Zankapfel: Ohne den Grund der Anwohner können Salzburghofer Straßen nicht wie geplant ausgebaut werden. Die Stadt droht mit "Maßnahmen", die Anwohner schießen zurück.

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Das hat sich die Stadt wohl einfacher vorgestellt: Den Huber-Jakl-Weg und die Auenstraße an das städtische Kanalnetz anzuschließen und die schmalen Wegen, passend für Begegnungsverkehr, auf 4,50 Meter verbreitern. Doch für die Verbreiterung braucht die Stadt Privatgrund der Anlieger - und die sperren sich: Befürchtet werden hohe Kosten, die beim Straßenausbau auf sie zukommen würden. Außerdem wäre der Huber-Jakl-Weg, wenn die Anlieger die Grundstücksteile nicht abtreten, ihrer Ansicht nach viel zu eng für Rettungsfahrzeuge. Ein geplanter Acht-Parteien-Neubau hätte ihnen zufolge gar keine Baugenehmigung bekommen dürfen - Salzburghofen ziert daher zur Zeit ein Protestbanner.

Von rund 2,50 auf 4,50 Meter Breite?

Auch Bürgermeister Josef Flatscher hat inzwischen zugegeben: "Ein Teil des Grunderwerbs, der für den Ausbau nötig ist, konnte bisher nicht abgewickelt werden." Doch damit soll es nicht getan sein: "Wenn die Sturheit bleibt, werden Maßnahmen ergriffen" - schließlich seien mit dem Eigentum nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden, so Flatscher. Nun reagieren wieder die Anwohner:

"Dass Außenanlagen einiger Anlieger Opfer sind, stört die Stadt nicht"

"Fakt ist, dass die Anlieger nicht gezwungen werden können, ihre Grundstücke abzutreten und damit die geplante Straßenverbreiterung auch nicht realisierbar ist", so Peter Kronawitter, ein Anwohner der Auenstraße. Es frage sich, warum dann "unnötige Planungen unter Verschwendung von öffentlichen Geldern, die letztendlich im Zuge des Straßenausbaus wieder auf die Anlieger umgelegt werden, in Auftrag gegeben werden, ohne dass die Voraussetzungen für die Umsetzung der Pläne gegeben sind". 80 bzw. 90 Prozent der Ausbaugebühren würden auf die Bewohner des Huber-Jakl-Wegs bzw. der Auenstraße zurückfallen.

Die Kanalbauarbeiten am Huber-Jakl-Weg laufen bereits.

"Die Anlieger wehren sich nicht gegen den Bau des Kanals. Auch nicht gegen die bestandsorientierte Sanierung", so Kronawitter. Allerdings wehrt man sich gegen eine Verbreiterung: "Dass der geplanten Straßenverbreiterung erst kürzlich fertiggestellte Außenanlagen einiger Anlieger zum Opfer fallen, stört die Stadtverwaltung nicht." Daher wolle man sich von Bürgermeister Flatscher nicht vorwerfen lassen, dass man stur sei. Peter Kronawitter schließt: "Es bleibt abzuwarten, welche ,Maßnahmen' nunmehr ergriffen werden, die auch rechtlich durchsetzbar sind."

Der erste Schritt, die Kanalbauarbeiten, sind derweil am Huber-Jakl-Weg schon im vollen Gange. Wie weit wird die Stadt aber mit ihren weiteren Plänen noch kommen?

xe

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