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Pläne werden offenbar konkreter

Verkehrsverbund BGL mit Traunstein kommt – und Salzburg?

Die Stadt Freilassing ist mit der Buslinie 24 Mitglied im Salzburger Verkehrsverbund, der Landkreis meint, er müsse zuerst mit Traunstein einen Verbund aufbauen um dann mit Salzburg einen größeren Verbund zu gründen.
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Die Stadt Freilassing ist mit der Buslinie 24 Mitglied im Salzburger Verkehrsverbund, der Landkreis meint, er müsse zuerst mit Traunstein einen Verbund aufbauen um dann mit Salzburg einen größeren Verbund zu gründen.

Kaum zu glauben aber wahr, der Landkreis Berchtesgadener Land gehört keinem überregionalen Verkehrsverbund an, doch jetzt werden Pläne für einen Verbund mit dem Nachbarlandkreis Traunstein scheinbar konkreter. Die Frage ist, wäre ein Verkehrsverbund mit Salzburg nicht sinnvoller, schließlich fließt ein Großteil des öffentlichen Verkehrs in Richtung Salzburg. 

Recherchen im Landratsamt Berchtesgadener Land ergaben, dass es bereits seit 2016 konkrete Überlegungen für einen gemeinsamen, grenzüberschreitenden Verkehrsverbund Salzburg, BGL und Traunstein gibt. Österreich ist übrigens schon 1995 der EU beigetreten, zwei Jahre später dem Schengen-Abkommen, das einen Grenzübertritt ohne Kontrolle ermöglichte, zumindest bis zum Herbst 2015. 

Johann Wick als Verkehrsmanager des Landkreises will entsprechende Fragen nur schriftlich beantworten, auf entsprechende Nachfrage schreibt er, dass er schon jetzt auch ohne Verbund eine „enge Verflechtung der Verkehrsbeziehungen in mehreren Bahn- und Busdirektverbindungen zwischen dem Berchtesgadener Land, Traunstein und dem Land Salzburg“ sehe. 

Zuerst Berchtesgadener Land - Traunstein, dann Salzburg

Doch warum kommt zuerst „nur“ ein Verkehrsverbund mit Traunstein, warum nicht zuerst mit Salzburg oder Traunstein und Salzburg gleichzeitig? Das fragt sich auch Busunternehmer Thomas Richter, der mit seinen Bussen sowohl im Auftrag der beiden Landkreise, als ich im Auftrag des Salzburger Verkehrsverbundes unterwegs ist. „Warum muss das Rad neu erfunden werden? Salzburg hat einen großen und funktionierenden Verkehrsverbund, warum kann sich das Berchtesgadener Land dem nicht einfach anschließen?“. Die Linie 24 Freilassing-Salzburg würde auch über den SVV organisiert. 

„Zuerst Verbund in Bayern, dann Salzburg“

Wick schreibt, der Landkreis wolle zwar einen grenzüberschreitenden Verkehr mit Traunstein und Salzburg, „um jedoch grenzüberschreitend einen Verkehrsverbund eingehen zu können, müssen zunächst auf bayerischer Seite geeignete Verbundstrukturen aufgebaut werden“. Die beiden Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein sind aktuell in keinem Verkehrsverbund integriert, daher werden nun also die beiden Landkreise gemeinsam mit dem Bayerischen Verkehrsministerium als Fördermittelgeber die Strukturen für den neuen Verbund aufbauen, eine entsprechende Grundlagenstudie sei bereits vorhanden. 

Warum kann BGL „Verkehrsverbund“ nicht alleine?

Warum der Landkreis BGL mit einem landkreisweiten Verbund nicht alleine dem Salzburger Verbund beitreten könnte bleibt unklar. Denn „Verkehrsverbund“ heißt ja nicht, dass ein Landkreis mit einem anderen zusammenarbeiten muss sondern nur, dass sich verschiedene Bus- und Bahnunternehmen zusammenschließen um zum Beispiel gemeinsame Tarife und Tickets anzubieten, und das kann das Berchtesgadener Land auch alleine. 

Die Frage, welche Vorteile ein Verkehrsverbund mit Traunstein zum Beispiel dem Inneren Landkreis BGL bringen soll beantwortet Wick ausweichend allgemein. „Ein zentraler Vorteil eines Verkehrsverbundes ist die Nutzung verschiedener öffentlicher Verkehrsmittel mit einem Ticket“. Flächendeckend gültige Tarifprodukte könnten zudem erst über einen Verkehrsverbund eingeführt werden, in dem Routinen für technische und finanzielle Probleme festgelegt sind.

„Neben dem Tarifthema bieten Verkehrsverbünde auch viele weitere Vorteile, wie zum Beispiel eine Vereinheitlichung und Digitalisierung der Fahrgastinformation und der Vertriebskanäle, einen gemeinsamen Markenauftritt des ÖPNV und einheitliche Standards für die Erbringung der Verkehrsleistungen“. Diese Vorteile stimmen alle, auch wenn BGL zuerst einen Verkehrsverbund mit Salzburg eingehen würde, sich also dem vorhandenen SVV anschließen sollte. 

hud

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