Multi-Millionen-Projekt

Salzburg macht Tempo beim Radschnellweg nach Freilassing

+
Eine Brücke für Radfahrer über die Saalach wäre das Kernstück des Rad-Highways von Salzburg nach Freilassing.

Freilassing - Das Land Salzburg erhöht das Tempo, und zeigt erste Modelle für die Saalach-Radbrücke nach Freilassing.

Die Zahl der Bus- und Bahnbenutzer ist seit der Corona-Krise deutlich zurückgegangen, Betreiber sprechen nach wie vor von bis zu 50 Prozent weniger Fahrgästen. Gestiegen ist hingegen der Anteil der Radfahrer, das sah man bis Anfang Juni auch deutlich auf der Saalbrücke, als sich vor der österreichischen Einreisekontrolle nicht nur Autos, sondern auch Fahrräder stauten. Jetzt soll die Rad-Verbindung zwischen Salzburg und Freilassing noch schneller werden, durch eine Radbrücke an der Eisenbahnbrücke über die Saalach.


Einen Radweg gleich beim Bau der neuen Eisenbahnbrücke für das 3. Gleis einzuplanen und zu bauen war schlichtweg verschlafen worden, später hieß es offiziell, dass die Baupläne für die Bahnbrücke völlig umgearbeitet und damit noch einmal neu eingereicht hätten werden müssten, die Verantwortung für diese neuerliche Verzögerung wollte niemand übernehmen.

Bei einem ersten Zusammentreffen zwischen Salzburgs Verkehrslandesrat Stefan Schnöll und Freilassings neuem Bürgermeister Markus Hiebl hat das Land Salzburg erstmals mögliche Brückenmodelle präsentiert, die alle an der Nordseite der Eisenbahnbrücke verlaufen sollen. Die Biker vom Radweg entlang der Bahnstrecke kommend würden sich so einen Umweg von knapp vier Minuten über die Saalbrücke oder den Fußweg über das Kraftwerk Rott sparen. Der gesamte Ausbau und Neubau einer Radbrücke wurde 2018 mit rund 3,8 Millionen Euro angegeben, den meisten Stadträten war im April 2018 der Anteil der Stadt Freilassing, rund eine Million Euro, „zu viel für vier Minuten Zeitersparnis“.


Land setzt auf Radwege

Das Land Salzburg setzt hingegen auf den Radwegeausbau und hat in den letzten beiden Jahren das Rad-Budget verdreifacht, ein Ziel sei dabei auch mehr Rad-Highways zu bauen um so mehr Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen. „Wir sind deshalb auch beim Premiumradweg nach Freilassing enorm dahinter und werden für die Planung einen großen Anteil der Kosten übernehmen“, so Salzburgs Verkehrslandesrat. Freilassings Bürgermeister bestätigt entsprechende Gespräche mit Schnöll, dabei sei es nicht nur um den Radschnellweg zwischen Salzburg und Freilassing gegangen sondern auch um eine Brücke zwischen Anthering und Saaldorf-Surheim. „Wichtig dabei ist, dass wir diese beiden Brücken im Gesamtkontext des Berchtesgadener Landes und des Salzburg Landes betrachten“, so Hiebl im Anschluss an die Gespräche in Salzburg, „auf Freilassinger Seite stellt deshalb eine Weiterführung des Radwegs in den Süden des Landkreises nach Bad Reichenhall und in den Norden nach Saaldorf-Surheim eine realistische Möglichkeit dar“.

Vier Minuten Zeitersparnis

Eine Machbarkeitsstudie hatte den Radschnellweg mit der Brücke über die Saalach als „die kürzeste, sinnvollste und am besten geeignetste Route“ dargestellt. Derzeit beträgt die Fahrzeit bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit 24 Minuten für die 6,9 Kilometer lange Strecke vom Franz-Josef-Kai bis zur Reichenhaller Straße in Freilassing, mit dem Umweg über das Kraftwerk Rott oder die Saalbrücke. Beim Bau einer eigenen Radwegebrücke direkt neben der alten Eisenbahnbrücke würde sich die Strecke auf 5,7 Kilometer verkürzen, die Fahrzeit würde dann 20 Minuten betragen. In der Studie wird zudem ein deutliches Verlagerungspotential vom Motorisierten Individualverkehr auf das Rad vorhergesagt.

(hud)

Kommentare