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„Wo nichts ist, kann ich auch nichts nutzen“

9-Euro-Ticket oder „Benzin-Frei-Tag“ in Salzburg– was bringt mehr?

Für Pendler, aber auch schon für Nachtschwärmer sind alle Busse und Bahnen an Freitagen bis Ende Juni kostenlos.
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Für Pendler, aber auch schon für Nachtschwärmer sind alle Busse und Bahnen an Freitagen bis Ende Juni kostenlos.

Ab 1. Juni werden Busse und Bahnen in Deutschland im Lokal- und Regionalverkehr nur neun Euro pro Monat kosten, das Angebot gilt für drei Monate. Die Deutsche Bundesregierung möchte damit die aktuelle Teuerungswelle abfedern.

Freilassing/Salzburg – Das will auch das Land Salzburg und hat bereits seit 1. April die so genannten „Benzin-Frei-Tage“ eingeführt, das heißt, bis Ende Juni sind an Freitagen alle Busse und Bahnen im Bundesland gratis. Das Angebot gilt bis nach Mondsee und Bad Ischl in Oberösterreich, leider nicht nach Freilassing und Bad Reichenhall. Busunternehmer Thomas Hogger fährt sowohl in Bayern, als auch in Salzburg zahlreiche Linien, er sieht das Salzburger Modell „als besser gemacht“.

Das deutsche 9-Euro-Ticket sei nur in Regionen mit einem wirklich gut ausgebauten Netz sinnvoll, „was bringt ein 9-Euro-Ticket zum Beispiel jemandem der in Saaldorf-Surheim wohnt wenn nicht regelmäßig ein Bus kommt“, so Thomas Richter, Eigentümer von Hogger Verkehr. Die Fahrpläne im Landkreis seien insgesamt zu mager. „In einem Flächenlandkreis wie das Berchtesgadener Land schaut man durch die Finger, wo nichts ist kann ich auch nichts nutzen“, so die nüchterne Einschätzung des Unternehmers. 

In Salzburg hingegen gibt es schon seit Jahresbeginn das 365-Euro-Ticket für alle Busse und Bahnen im Bundesland, „da kann ich was nutzen, da ist das Angebot im ganzen Land entsprechend gut“, urteilt Richter. Die zusätzlich am 1. April eingeführten „Benzin-Frei-Tage“ seien „besser gemacht“ als das 9-Euro-Ticket, der Schönheitsfehler sei nur, dass sie nicht über die Staatsgrenze gelten, also nicht nach Freilassing und nicht nach Bad Reichenhall.

„Hier spielt wieder das Thema Grenze mit, auch wenn die Stadt Freilassing offiziell Mitglied im Salzburger Verkehrsverbund ist“. Bei den Gratisfahrten an Freitagen hätten Busunternehmer keinerlei Verwaltungsaufwand und müssten auch Ticketautomaten nicht ständig umprogrammieren, „man sagt einfach, wie viele Einnahmen man üblicherweise an einem Freitag hat und bekommt diese ersetzt“. 

Auch ÖBB und Westbahn machen mit

Das Land Salzburg und der Bund lassen sich die Freitagsaktion rund 750.000 Euro kosten, ob tatsächlich seit dem Start mehr Pendler oder Tagesausflügler am Freitag auf die Öffis umsteigen ist unklar, die Freiheitlichen im Landtag wollen von 19.000 zusätzlichen Fahrgästen an den vier Freitagen im April erfahren haben, sie kritisieren die hohen Ausgaben für die „Politshow“. Das Geld sollte besser in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs fließen. Kritik kommt auch vom KPÖ-Gemeinderat, er vermisst Hinweise in den Bussen, denn viele würden auch am Freitag ein Ticket kaufen und entwerten, weil sie von der Aktion nichts gehört hätten. 

Verkehrslandesrat Stefan Schnöll bleibt dabei, der Benzin-Frei-Tag „ist ein Anreiz zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr“. Im Mai wurde die Aktion noch ausgeweitet auf die ÖBB- und Westbahn-Züge, die Haltestellen im Bundesland haben. 

hud

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