Corona-Patient flüchtet aus Rettungswagen

Corona-Infizierter in Freilassing festgenommen - Übergabe an Salzburger Polizei

Infektionswagen Rotes Kreuz
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Mit einem speziellen Infektionswagen sollte das Rote Kreuz den 22-Jährigen Corona-Patienten nach Tamsweg bringen, doch nach wenigen Metern flüchtete der junge Mann aus dem Wagen.

Ein 22-jähriger Iraker ist seit Sonntag vermutlich in Salzburg untergetaucht, nachdem er zuvor aus einem Rot-Kreuz-Wagen geflüchtet war, der ihn zu einer Corona-Quarantäne-Station nach Tamsweg bringen sollte.

Update, 18.50 Uhr

Die Deutsche Bundespolizei legt Wert auf die Feststellung, dass der Iraker nicht abgeschoben worden sei, „vielmehr wurde ihm die Einreise nach Deutschland verweigert, da er die Einreisevoraussetzungen nicht erfüllte“, so eine Sprecherin der Bundespolizei. Mit dem Einverständnis der österreichischen Behörden – wozu selbstverständlich auch ein Hinweis über das positive Ergebnis eines Corona-Tests gehörte – sei der Mann nach Österreich zurückgewiesen worden. „Eine hinzugezogener Arzt hatte zudem die Gewahrsamsfähigkeit des Mannes bescheinigt. Hinweise auf akut notwendige Behandlungen lagen nicht vor“.

Erstmeldung, 15 Uhr

Der Iraker war offensichtlich auf der Durchreise in Österreich und wollte am Sonntag mit einem Regionalexpress nach Deutschland weiterreisen. Am Bahnhof Freilassing kontrollierten ihn allerdings Beamte der Deutschen Bundespolizei und stellten fest, „dass er keinerlei aufenthaltslegitimierende Dokumente für die Einreise nach Deutschland vorweisen konnte“, so eine Sprecherin der Bundespolizei in Freilassing.

Es bestand der Verdacht der versuchten unerlaubten Einreise, darum wurde der 22-Jährige vorläufig festgenommen. „Wegen grippeähnlicher Symptome wurden bei dem Mann schließlich sowohl ein Antigen-Schnelltest, als auch ein PCR-Test durchgeführt - beide positiv“. Da der Mann offensichtlich auch kein Asyl in Deutschland beantragte wurde er von der Bundespolizei nach Österreich abgeschoben. Warum der offensichtlich erkrankte Mann nicht in Deutschland behandelt wurde und in Quarantäne kam sondern in seinem Zustand abgeschoben wurde ist unklar.

Die Salzburger Polizei übernahm den Mann an der Saalbrücke, im dortigen Amtsgebäude der Fremdenpolizei wurde dem Iraker mit Hilfe eines Dolmetschers mitgeteilt, dass er 14 Tage in Quarantäne muss und das Rote Kreuz ihn in ein entsprechend vorbereitetes Quartier nach Tamsweg bringt. „Am Anfang war der Iraker noch kooperativ, nach einer kurzen Fahrt ist er dann aber plötzlich aus dem stehenden Rettungswagen gesprungen und geflüchtet“, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, die den Mann mittlerweile zur Festnahme ausgeschrieben hat. Wo sich der 22-Jährige derzeit aufhält ist unklar, fest steht nur, dass er in Österreich weder einen Wohnsitz hat noch um Asyl angesucht hat.

hud

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